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Der Morgen mit Keno Bergholz

Im Porträt Karoline Roscher-Lagzouli über ihr Leben als Muslima

Autor

Porträt der Autorin Karoline Roscher-Lagzouli
Hat in einer salafistischen Gemeinde nicht ihr Glück gefunden: Karoline Roscher-Lagzouli Bild: Younes Belghazi

Karoline Roscher-Lagzouli wuchs atheistisch auf und entschied sich als junge Frau ganz bewusst für den Islam als ihre Religion. Über ihre Erlebnisse in einer konservativen Salafi-Gemeinde und ihren Weg wieder hinaus hat sie ein Buch geschrieben.

Porträt der Autorin Karoline Roscher-Lagzouli

Gesprächszeit "Schnelle, einfache Antworten, das hat mich sehr angezogen" – Karoline Roscher-Lagzouli

Karoline Roscher-Lagzouli war als junge Frau auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Antworten fand sie im Islam.

Bild: Younes Belghazi

Als Kind liebte Karoline Roscher-Lagzouli die "Märchen aus 1001 Nacht". Besonders begeistern konnte sie sich für eine Geschichte über eine verschleierte Prinzessin. Später war sie fasziniert von den Erzählungen eines Bekannten ihrer Eltern, der in den 1960er- und 1970er-Jahren in Afghanistan gewesen war.

Muslima mit Mitte 20

Roscher-Lagzouli studierte Islamwissenschaften, lernte Arabisch und trat 2006 der Glaubensgemeinschaft des Islam bei: "Es gab kein auslösendes Schlüsselerlebnis, wo ich dachte, jetzt muss ich sofort konvertieren", erinnert sie sich. Es sei eher ein Zusammenspiel aus Herz und Verstand gewesen: "Ich war schon immer ein Mensch, der logisch überzeugt werden musste. Sonst hätte mich das so nicht interessiert. Aber wenn ich so zurückblicke, war ich schon als Jugendliche auf der Suche nach dem Sinn des Lebens."

Da gab es schnelle, einfache Antworten, eine große Klarheit und das hat mich sehr angezogen.

Karoline Roscher-Lagzouli über die Salafi-Gemeinde, der sie lange angehörte

Ihre Eltern reagierten besorgt auf ihren Entschluss, sprachen aber wenig darüber. Karoline Roscher-Lagzouli interessierte sich derweil für die religiöse Gemeinschaft. Sechs Jahre war sie Teil einer konservativen – auch fundamentalistischen – Salafi-Gemeinde in Köln. "Am Anfang haben sie mir ein Angebot gemacht, eine Einladung ausgesprochen, die ich gerne angenommen habe. Das war sehr einfach, die waren sehr offen für neue Musliminnen."

In der Moschee fand sie Freundinnen – und sie bekam Antworten: "Ich war an einem Punkt, an dem ich wirklich sehr stark einen Sinn gesucht habe, einen Halt gesucht habe, nach einer Identität – und da gab es schnelle, einfache Antworten, eine große Klarheit und das hat mich sehr angezogen."

Zweifel am Fundamentalismus

Ihren Mann, der aus Marokko stammt, hatte Karoline Roscher-Lagzouli als Studentin in Halle kennengelernt. Auch er ist Muslim, praktiziert seinen Glauben aber nicht. Er distanzierte sich von der Salafi-Gemeinde seiner Frau und mied die Moschee. Gleichzeitig hatte er Geduld mit ihrer eifrigen Glaubensausübung.

Irgendwann habe sie begonnen, an der fundamentalistischen Ausrichtung ihrer Gemeinde zu zweifeln, sagt Roscher-Lagzouli: "Es wird alles eingeteilt in 'verboten' und 'erlaubt'." Als sie mit ihrer Familie nach Leipzig umzog, verließ sie die Gemeinde. Inzwischen ist die Familie dort verwurzelt, mit ihrem Mann betreibt sie in der Stadt ein Café.

Gerade als muslimische Frau, die die Probleme kennt, muss man sich für Frauenrechte interessieren.

Karoline Roscher-Lagzouli über das Miteinander von Kopftuch und Feminismus

Eine Moschee, in der sie sich richtig zuhause fühlt, hat Roscher-Lagzouli in Leipzig allerdings noch nicht gefunden. Sie trägt im Alltag Kopftuch und betont, dass sie damit in keine Schublade gesteckt werden möchte: "Solange das eine freiwillige, selbstbestimmte Entscheidung ist – was es sein kann – kann man auch Feministin sein. Klar, warum nicht? Muss man sogar, sage ich. Gerade als muslimische Frau, die die Probleme kennt, die in den muslimischen Communities vorhanden sind, muss man sich für Frauenrechte interessieren."

Über ihr Leben in der Salafi-Gemeinde, die Konflikte rund um ihren Glauben und die Abkehr vom Salafismus, hat Karoline Roscher-Lagziuli ein Buch geschrieben: "Die Frau jenseits der Schleier: Mein Weg in den Salafismus und wieder hinaus".

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 14. Februar 2022, 18:05 Uhr