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Die Nacht

In der Ausstellung Ausstellung im Bremer Übersee-Museum: Wie Tiere erwachsen werden

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Exponate in der Ausstellung: "Junge Wilde - Tierisch erwachsen werden"
Ein Exponat in der Ausstellung Bild: Radio Bremen | Daniel Kähler

Die neue Sonderausstellung im Bremer Übersee-Museum Bremen bringt uns das Erwachsenwerden im Tierreich näher. Und das ist nicht nur süß und flauschig. Bremen-Zwei-Reporter Daniel Kähler hat sich in der Ausstellung umgeschaut.

Ausstellung im Bremer Übersee-Museum: Wie Tierkinder erwachsen werden

Die neue Sonderausstellung im Bremer Übersee-Museum bringt uns das Erwachsenwerden im Tierreich näher. Und das ist nicht nur süß und flauschig.

Audio vom 23. Oktober 2020
Exponate in der Ausstellung: "Junge Wilde - Tierisch erwachsen werden"
Bild: Radio Bremen | Daniel Kähler

Welche Vögel zwitschern mit welcher Melodie ihrem Nachwuchs entgegen? Welches Tierbaby nimmt 90 Kilo pro Tag zu? Und warum kann es vorkommen, dass Feldhamster ihre eigenen Jungen fressen? Mit Grafiken, Erklärtexten, vielen Präparaten und Spielstationen präsentiert das Übersee-Museum eine liebevolle und aufwändige Ausstellung. Sie zeigt: Erwachsenwerden ist nicht immer einfach – und kann manchmal beeindruckend und gefährlich sein. Hier und da wird es süß und niedlich, aber darum geht es beim Erwachsenwerden nicht immer.

Es ist nicht nur flauschig, es ist nicht nur schön – wir zeigen auch Fakten auf, die sehr nachdenklich machen können.

Michael Stiller, Kurator

Ein Beispiel: Der sogenannte Mondfisch legt bis zu 300 Millionen Eier. Da ist nicht mehr viel übrig von liebevoller Eltern-Kind-Beziehung. "Es gibt die Möglichkeit, so viele Nachkommen wie möglich zu zeugen und zu hoffen: Irgendwer wird es von denen schon schaffen. Die andere Möglichkeit ist, sich sehr intensiv um seinen Nachwuchs zu kümmern und zu sehen, dass er möglichst erfolgreich das Erwachsenenalter erreicht", erklärt Michael Stiller. Hier gilt also: Arterhaltung statt Mutterliebe.

Eine besonders innige Mutter-Kind-Beziehung: Koalas

Wenige Nachkommen haben, aber die dafür umso aufwendiger umsorgen: So machen es die Koalas. Zwei sind im Überseemuseum präpariert zu sehen. Denn ihre Mutter-Kind-Beziehung ist besonders: Ihre einzige Nahrungsquelle, den Eukalyptus, vertragen die jungen Tiere nicht von Geburt an. Ihnen fehlen dafür bestimmte Bakterien im Darm.

Exponate in der Ausstellung: Koala-Mutter mit Junges auf dem Rücken
Exponat in der Ausstellung Bild: Radio Bremen | Daniel Kähler

Ko-Kuratorin Helen Böhmen erklärt schmunzelnd, mit welchem Trick die Tiere es eben doch schaffen, den Eukalyptus zu verdauen: "Die Mütter scheiden einen besonderen Kot aus, wenn die Jungtiere sehr jung sind. Dieser ist sehr wässrig und enthält besondere Darmbakterien von der Mutter. Die Jungtiere fressen dies und nehmen somit diese Darmbakterien auf. Der verfestigt sich im eigenen Darm und sorgt dafür, dass die dann Eukalyptus fressen können." Die nötigen Bakterien werden so von der Mutter zum Nachwuchs weitergegeben.

Wann ist ein Tier erwachsen?

Exponate in der Ausstellung: "Junge Wilde - Tierisch erwachsen werden"
Bild: Radio Bremen | Daniel Kähler

Es geht aber nicht nur um skurrile Tierfakten, sondern auch um die Frage: Wann ist ein Tier eigentlich "erwachsen"? Dafür hat das Übersee-Museum einen 14 Meter langen Laufsteg installiert. Hier sind die verschiedensten präparierten Tiere aufgestellt. Als Besucher steht man dann etwa einem Gorilla, einem Pinguin oder einem Wolf gegenüber. Geordnet sind die Tiere danach, wie schnell sie erwachsen – oder besser gesagt, geschlechtsreif – werden. Den Anfang macht die Honigbiene. Ihre Kindheit ist nach drei Wochen vorbei. Am Ende des Laufstegs steht die grüne Meeresschildkröte mit 27 bis 50 Jahren.

Den Rekord unter den Wirbeltieren hält der Grönlandhai, der allerdings nur auf einer Grafik in der Ausstellung zu sehen ist. Er wird nach 150 Jahren geschlechtsreif und kann bis zu 400 Jahre alt werden.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 23. Oktober 2020, 08:10 Uhr