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Der Nachmittag mit Marius Zekri

Im Porträt Julia Schnetzer hat Haie leuchten sehen

Autorin

Julia Schnetzer
Julia Schnetzer Bild: Verlag Hanserblau | Gabriela Valdespino

Die Meeresbiologin Julia Schnetzer verbrachte ihre Kindheit eher auf Bergen als im Meer. Heute ergründet die gebürtige Münchnerin die Geheimnisse unserer Ozeane. Allerdings nicht immer nur unter Wasser, sondern durchaus auch am Schreibtisch.

Gesprächszeit "Das erste Mal tauchen, da war es um mich geschehen" – Julia Schnetzer

Julia Schnetzer ist Meeresbiologin und hat schon Korallenriffe, giftige Kugelfische oder leuchtende Haie gesehen. Aber auch mit Mikroplastik hat sie zu tun.

Bremer Meeresbiologin Julia Schnetzer taucht mit den Fischen.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Julia Schnetzer war schon als Kind tiervernarrt. Da sie in München aufwuchs, der "nördlichsten Stadt Italiens", verbrachte sie viele Urlaube am Meer. Sie schnorchelte viel und sah gerne Unterwasser-Dokus. Doch der Wunsch, Meeresbiologin zu werden, entstand bei einer Reise mit anderen Jugendlichen auf die Fidschiinseln. 2003 verbrachte Julia Schnetzer ihre Sommerferien auf einer Insel ohne Strom und fließendes Wasser, dafür aber mit dem Meer vor der Haustür. Nach ihrem ersten Tauchgang war es um sie geschehen – sie hatte sich ins Meer verliebt.

Ich kann mich noch sehr gut an diesen Tauchgang erinnern. Ich habe alles gesehen, was man aus Dokus kennt, die ganzen bunten Rifffische, tolle Korallenriffe, Schildkröten, Riffhaie alles, was man sich als Taucher wünscht.

Julia Schnetzer

Julia Schnetzer studierte Biologie in Köln und an der University of California in Merced sowie am Smithsonian Tropical Research Institute in Panama. Die Promotion in Mariner Mikrobiologie an der Jacobs University und am Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie führten sie nach Bremen.

"Mikroorganismen sind spannend, weil sie so klein sind und wir sie nicht sehen können. Sie sind aber die heimlichen Weltherrscher, vor allem die Bakterien. Sie sind überall, Unmengen davon, und es sind die häufigsten Lebewesen auf unserem Planeten." Auch Viren sind ein spannendes Forschungsobjekt, weil sie zum Beispiel Bakterienpopulationen oder Algenblüten in Schach halten.

Bremer Meeresbiologin Julia Schnetzer taucht mit den Fischen.
Bild: Radio Bremen

Als Schülerin dachte Julia Schnetzer noch, dass sie als Meeresbiologin viel Zeit unter Wasser verbringen wird. Unterschätzt hatte sie dagegen die Arbeit im Labor und am Schreibtisch. Zeit zum Tauchen blieb der Mikrobiologin in den letzten Jahren nur privat; ihr letzter Tauchgang liegt schon einige Zeit zurück. Im Januar 2020 verbrachte Julia Schnetzer Zeit in Südafrika, um auf einer Haibeobachtungsstation zu arbeiten.

Keine Angst vor Haien

Haie, die leuchten, schüchterne Haie und uralte Haie – Julia Schnetzer hat keine Angst vor den Raubfischen. Ganz im Gegenteil. Auf ihren Tauchgängen ist sie hunderten Haien begegnet. Ihr Lieblingshai ist der Scheuhai, der sich bei Gefahr zusammenringelt und die Augen unter seiner Schwanzflosse versteckt.

Die leuchtenden Haie sah sie während ihrer Arbeit in Südafrika. Warum sie leuchten, weiß man noch nicht, aber es gibt Theorien: "Es könnte zur Kommunikation innerhalb der Art dienen, damit die Haie selber sehen können, wer ist Männchen, wer ist Weibchen. Es könnte aber auch ein zufälliger Effekt sein, denn die Moleküle, die fluoreszieren, sind antimikrobiell. Denn die Haie, die fluoreszieren, sind bodenlebende Haie. Sie schwimmen nicht viel, es könnten sich also Algen oder Bakterien bilden, tut es aber nicht.“

Makohai im Meer
Bild: Privat

In ihrem Buch "Wenn Haie leuchten" beschäftigt sich Julia Schnetzer nicht nur mit Haien, sondern auch mit Mikroorganismen, mit sprechenden Delfinen, unsterblichen Quallen und dem Mikroplastik, das die Meere verseucht. Sie will zeigen, wieviele Geheimnisse unsere Ozeane bergen, und sie möchte für mehr aktiven Meeresschutz werben. Denn sie liebt das Meer über alles – und Liebe ist, so Julia Schnetzer, bekanntlich dann am schönsten, wenn man sie teilt. 

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 17. Mai 2021, 18:05 Uhr