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Im Porträt Wie Jürgen Alberts Bremens Krimi-Pionier wurde

Autoren

Der Bremer Krimi-Autor Jürgen Alberts
Feierte im August seinen 75. Geburtstag: Jürgen "Ali" Alberts. Bild: Bernd Wurth | Jürgen Alberts

Halb Bremen duzt ihn und nennt ihn "Ali". Und mit seinem Hut erkennt man ihn schon von Weitem, wenn Jürgen Alberts in den Wallanlagen einmal wieder beim Boule-Spiel anzutreffen ist. Am 4. August 2021 ist der Bremer Kriminalroman-Autor und Mitbegründer des Krimifestivals "Primetime – Crimetime" 75 Jahre alt geworden.

Gesprächszeit "Die Krimis lagen in der zweiten Reihe" – Jürgen Alberts

Am 4. August 2021 ist der Bremer Kriminalroman-Autor und Mitbegründer des Krimifestivals "Primetime – Crimetime" 75 Jahre alt geworden.

Der Bremer Krimi-Autor Jürgen Alberts
Bild: Bernd Wurth | Jürgen Alberts
Bild: Bernd Wurth | Jürgen Alberts

Die Bücher, die Jürgen Alberts geschrieben hat, würden einen ziemlich hohen Turm ergeben. Rund 50 sind es wohl schon geworden. Seine bekannteste Figur ist der kiffende Detektiv "J. B. Cool", dessen Ermittlungen natürlich an der Weser stattfinden. Auch, weil Alberts schon immer eine große Freude daran hatte, die Stadt Bremen mit seinen Geschichten ein bisschen aufzumischen. An die Geschichte mit dem Schwein aus Nicaragua erinnert er sich nur zu gerne: "Der Kultursenator hatte ein Schwein von der Partnerstadt aus Nicaragua geschenkt bekommen. Das ist aber aufgegessen worden, und J. B. Cool muss herausfinden, was da passiert ist. Denn die Diplomaten aus Nicaragua kommen und dann ist die Aufregung natürlich groß. Und J. B. Cool ist immer eingesetzt worden für Fälle, die niemand lösen kann.."

Mit Krimis seelig schlummern

Geboren wurde Jürgen Alberts 1946 im Siegerland. Der Vater war Apotheker und Lebensmittelchemiker, die Mutter Apothekerin, die sich mit Krimis als Einschlafhilfe vergnügte. Doch offen erzählen mochte sie das damals nicht – Krimis waren damals noch verpönt in der guten Gesellschaft: "Meine Mutter hatte einen Stapel auf dem Bett liegen, so zehn, 20 Titel. Und ich konnte feststellen, dass der Stapel immer wieder kleiner wurde. Ich hab‘ mich immer gar nicht getraut zu fragen, wo die hin sind. Bis ich eines Tages was feststellte, als ich bei uns in einem hohen Regal was rausziehen wollte. Da dachte ich: Ach! In der zweiten Reihe, da liegen sie – zu Hunderten!"

Niemand hat dieses Buch verstanden – inklusive mir!

Jürgen Alberts über sein Erstlingswerk

Auch der junge Jürgen Alberts las sich dann durch die Krimiklassiker, bevor er zum Studium – Germanistik, Politik, Geschichte – nach Tübingen zog. Schon als Student schrieb er 1969 sein erstes Buch, das sogar im Spiegel rezensiert wurde. "Niemand hat dieses Buch, glaube ich, verstanden – inklusive mir!", schmunzelt Alberts heute. Beim WDR machte er später Filme, unter anderem mit Günter Wallraff, während er weiterhin historische Romane, Reise-Romane und Kriminalgeschichten schrieb. Seine Recherchen führten in bis nach Peru, Kuba und Nicaragua. Doch der Erfolg ließ auf sich warten. Lesungen ohne Zuschauer und Bücher, die sich nicht verkauften, führten zu Depressionen, vor denen Alberts auch heute noch im Winter in den helleren Süden flieht.

Ein guter Einfall!

Jürgen Alberts über das, was einen guten Krimi ausmacht

Seit 1972 lebt Jürgen Alberts in Bremen, 1988 erschien mit "Laundru" sein erster größerer Buch-Erfolg über einen französischen Massenmörder. In den 1990ern begründete er das Krimifestival "Primetime – Crimetime" mit, aus dem auch der "Radio Bremen Krimipreis" hervorging. Heute ist das Genre Kriminalroman im Mainstream und in den Feuilletons angekommen. Das "Schema F" – eine Leiche, ein Kommissar und ein unauffälliger Täter – ist inzwischen überholt, meint Alberts. Und was macht einen gut geschriebenen Krimi aus? "Ein guter Einfall. Es gibt eine so unendliche Menge von Kriminalromanen, dass man irgendwas haben muss, was einen reizt, zu lesen und auch zu schreiben."

"Zufall, Chuzpe und ein Quäntchen Glück"

2011 erhielt Jürgen Alberts den "Ehrenglauser" als Würdigung seines Engagements für die deutschsprachige Kriminalliteratur und für sein bisheriges Krimi-Gesamtwerk. Ein bis anderthalb Stunden am Tag schreibt der Wahl-Bremer noch heute an seinen Geschichten. Mit einer neuen "J. B. Cool"-Geschichte will Jürgen "Ali" Alberts die Bremerinnen und Bremer zu Weihnachten 2021 beglücken. Zu seinem 75. Geburtstag ist übrigens auch seine zweite Autobiografie erschienen: "Zufall, Chuzpe und ein Quäntchen Glück – mein Leben in Anekdoten."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 23.09.2021, 18:05 Uhr