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Der Morgen mit Tom Grote

125 Jahre Bremer Übersee-Museum

"Die ganze Welt unter einem Dach"

Das Gebäude des Bremer Übersee-Museums in einer historischen und einer aktuellen Ansicht.
Im Bremern Übersee-Museum hat sich seit seiner Gründung vor 125 Jahren viel getan. Bild: Übersee-Museum | Historisches Bildarchiv / Matthias Haase

Vor 125 Jahren, am 15. Januar 1896, wurde das Bremer Übersee-Museum eröffnet. Hugo Schauinsland, der damalige Kurator und Gründungsdirektor des Museums, wollte die Welt nach Bremen holen. Seit der Gründung hat das Museum viele Veränderungen erlebt.

Angefangen hat alles vor etwas mehr als 125 Jahren: Ende des 19. Jahrhunderts fand im Bremer Bürgerpark die "Nordwestdeutsche Gewerbe- und Industrieausstellung" statt. Hier konnte sich Bremen als bedeutende Handelsstadt mit vielfältigen Geschäftsbeziehungen nach Übersee präsentieren. Das gab den Anstoß für die Gründung des Museums.

Man hatte damals noch die Idee, man könnte die ganze Welt unter einem Dach zeigen.

Prof. Dr. Wiebke Ahrndt
Wiebke Ahrndt, Direktorin des Übersee-Museums.

Wandern durch die Kontinente

Der größte Teil des Museums ist auch heute noch in Kontinente aufgeteilt: In Afrika sehen wir neben ausgestopften Giraffen zeitgenössische afrikanische Kunst, in Amerika spricht der Urenkel des Widerstandskämpfers Sitting Bull über den Kolonialismus und in Asien können wir ein echtes japanisches Teehaus besuchen. Die Kombination aus Naturkunde, Ethnographie und Handels- und Wirtschaftsgeschichte des Museums war einzigartig. "Man hatte damals noch die Idee, man könnte die ganze Welt unter einem Dach zeigen", erzählt die Museumsdirektorin Wiebke Ahrndt.

Eine historische Aufnahme vom Übersee-Museum in Bremen.
Historische Hausansicht des Museums 1896. Bild: Übersee-Museum Bremen | Historisches Bildarchiv

Auseinandersetzung mit Kolonialismus

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich im Übersee-Museum aber auch viel verändert. Verschwunden sind zum Beispiel die sogenannten "Schaugruppen", für die das Museum früher bekannt war – lebensgroße menschliche Figuren vor Hausmodellen, die vermeintlich typischen Tätigkeiten nachgingen, jagten oder Essen zubereiteten.

In der 2019 neu hinzugekommenen Dauerausstellung "Spurensuche" setzt sich das Übersee-Museum kritisch mit der eigenen Vergangenheit auseinander. Das Museum gibt sich Mühe, mit der Zeit zu gehen. Manche Objekte werden nicht mehr gezeigt, andere sind zurückgegeben worden.

Digitaler Fortschritt

Prof. Dr. Wiebke Ahrndt
Wiebke Ahrndt, Direktorin des Übersee-Museums. Bild: Übersee-Museum Bremen | Volker Beinhorn

Auch das digitale Angebot wird weiterentwickelt. Auf der Webseite kann man sich per Media-Guide durch die Kontinente des Museums bewegen. Im Frühjahr beginnt das Team mit der Kuratierung der ersten komplett virtuellen Ausstellung. Sich immer wieder in der Gegenwart zu verorten, ist der Direktorin wichtig. Für die nächsten 125 Jahre wünscht sie sich, dass das so bleibt. "Ich hoffe sehr, dass wir nicht zu einem Museum im Museum werden, sondern tatsächlich immer am Puls der Zeit sind und uns mitentwickeln, wie wir uns als Gesellschaft fortentwickeln, das wäre mein großer Traum und Wunsch."

 

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 15. Januar 2021, 07:35 Uhr