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Die Nacht

Im Porträt Dieser Teenager schafft Lebensräume für Bienen

Autorinnen und Autoren

  • Lieselotte Scheewe
ein Junge lehnt an einem umfunktinierten Kaugummiautomaten
Jonte Mai engagiert sich für den Schutz der Bienen. Bild: Radio Bremen | Lieselotte Scheewe

In unserer Reihe "Lieblingsmenschen" stellen wir Ihnen ganz besondere Menschen vor – wie Jonte Mai aus Bremen. Er ist 14 Jahre alt und engagiert sich mit seinem Projekt "Naturschutz2go" für den Umweltschutz.

Jonte Mai engagiert sich für die Bienen

Der Bremer Jonte Mai baut alte Kaugummiautomaten um und bestückt sie mit Samenkapseln. Wer sie kauft und aussät, verbessert so die Lebensräume der Bienen.

ein Junge lehnt an einem umfunktionierten Kaugummiautomaten
Unser Lieblingsmensch Jonte Mai. Bild: Radio Bremen | Lieselotte SCheewe
Bild: Radio Bremen | Lieselotte SCheewe

Naturschutz und der Kampf gegen den Klimawandel sind Jonte Mai wichtig. Die Bienen liegen ihm dabei besonders am Herzen. "Das sind so kleine unschuldige Insekten; und wir nehmen denen Platz weg und zerstören deren Leben. Es sind mehr als die Hälfte der Arten in Deutschland bedroht. Das liegt auch daran, dass zu wenig Lebensraum für die Insekten da ist. Das möchte ich ändern."

Saatgut aus dem Automaten

Der 14-Jährige Bremer hatte eine Idee: Er baut alte Kaugummiautomaten um und verkauft darin Saatgut. Er will damit Bienen und anderen Insekten ihren Lebensraum zurückgeben. Denn jeder einzelne begrünte Quadratmeter zählt, sagt er. "Mein Ziel ist es, möglichst viele Menschen zu sensibilisieren, etwas für die Bienen, die Wildbienen und andere Insekten zu tun."

Blumenzwiebeln und Saatgut-Konfetti

Dafür bastelt der 14-Jährige immer weiter an seinen umgebauten Automaten und tüftelt an der Füllung. Die bekommt er von einem Bio-Saatguthändler aus Holland sehr günstig, weil er den Erlös aus den Automaten spendet. Mit den Münzen, die im Automaten landen, finanziert er seine Kosten. Den Rest spendet Jonte Mai an andere Umweltprojekte in Bremen – wie die Klimazone Findorff oder die Klimawerkstatt Neustadt.

Das Saatgut füllt Jonte Mai in kleine Kapseln; am Esstisch in der großen Wohnküche zu Hause breitet er seine Materialien aus: Blumensamen, Erde, Blumenzwiebeln. Eben alles, was er für seine Automaten braucht. Im Herbst befüllt er die Kapseln für die Automaten mit Blumenzwiebeln. "Ich habe Krokusse, Sternglanz, Schachbrettblumen, Winterlinge... Mittlerweile sind die Automaten ganzjährig befüllt. Im Herbst mit Blumenzwiebeln, im Winter mit Saatgut-Konfetti und im Frühling und Sommer mit normalem Saatgut."

Es ist mehr als ein Hobby mittlerweile. Das ist schon so, dass ich da ziemlich viel Zeit investiere, aber es macht auch Spaß.

Jonte Mai über sein Engagement

Wenn er nicht zu Hause an seiner Saatgutfüllung bastelt, fährt Jonte Mai mit dem Fahrrad durch Bremen und befüllt seine Automaten, steht mit seinem Holzbollerwagen auf dem Biomarkt, ist für den Bienenschutz auf den sozialen Netzwerken unterwegs oder geht auf Veranstaltungen zum Klimaschutz. "Es ist mehr als ein Hobby mittlerweile," sagt er, "das ist schon so, dass ich da ziemlich viel Zeit investiere, aber es macht auch Spaß."

Am Anfang war ein Bienenstich

Die umgebauten Kaugummiautomaten sind sein Projekt. Beim Umbau der Automaten hilft ihm sein Vater. Seine Eltern und seine beiden Brüder unterstützen ihn ab und zu bei den Saatgut-Füllungen. Und auch, wenn es manchmal nicht so einfach ist, sich neben der Schule auch noch um die Automaten zu kümmern, will Jonte Mai sein Projekt weitermachen.

Angefangen hat alles vor sieben Jahren mit einem Bienenstich, erzählt er: "Mich hat eine Biene gestochen und dann hab ich mich über die Bienen erstmal informiert. Und rausgefunden, dass von den 540 Wildbienenarten in Deutschland über die Hälfte bedroht sind."

Ein Flohmarktfund brachte die Idee

Auf einem Flohmarkt in Berlin entstand dann seine Idee mit den Kaugummiautomaten. Dort gab es einen ausrangierten Automaten zu kaufen. Genau der wurde es zwar nicht, aber die Idee war geboren. Und sie hat sich noch erweitert. Seit 2019 baut Jonte Mai nicht nur Kaugummiautomaten zu Saatgutautomaten um. Auch alte Kondomautomaten: "Der heißt Samenspender und der steht jetzt vor der Gemüsewerft."

Für seine Idee hat Jonte Mai schon mehrere Preise gewonnen: den Deutschen Nachbarschaftspreis, den Bee-Better-Award und den Bundes-Umwelt-Wettbewerb.

Ich wünsch mir, dass ganz viele Menschen motiviert werden, was zu tun für die Bienen. Das ist mein Anliegen.

Jonte Mai

Schon als Kind habe er sich für die Natur interessiert und auch die Liebe zu den BIenen entdeckt, erzählt seine Mutter Armelle Mai-Thesing. "Damit hat er uns das Thema Bienen hier in unser Haus geholt, sodass mein Mann dann angefangen hat, mit den Kindern zu imkern."

Ein paar Quadratmeter haben Jonte Mai und seine Familie auf einem Flachdach für die Bienen gesichert. Dort stehen die bunten BIenenkästen aus Holz. Im Garten finden sie im Frühjahr und Sommer genug Blüten und Nektar, im Winter ziehen sie sich in die Kästen zurück. Wenn es nach Jonte Mai geht, sollen es noch viele Kästen mehr werden: "Ich wünsch mir, dass ganz viele Quadratmeter entstehen, dass ganz, ganz viele Menschen motiviert werden, was zu tun für die Bienen, für die Wildbienen. Das ist mein Anliegen."

Mehr Lieblingsmenschen

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 16. Oktober 2021, 13:40 Uhr.