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Im Porträt Sexarbeiterin Johanna Weber engagiert sich für ihren Berufsstand

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Sexarbeiterin Johanna Weber
Johanna Weber, Sexarbeiterin und Politische Sprecherin des Berufsverbands für erotische und sexuelle Dienstleistungen. Bild: Johanna Weber

Während ihres Studiums war Sexarbeit für Johanna Weber ein spannender und gut bezahlter Nebenjob. Doch mit 40 mochte sie ihren Bürojob bei einem Marketingunternehmen nicht mehr – und arbeitet heute hauptberuflich als Sexarbeiterin und Domina.

Gesprächszeit Johanna Weber: "Ich habe Spaß an Sex als Dienstleistung"

Weber ist Sprecherin des "Berufsverbandes für erotische Dienstleistungen". Sie wünscht sich weniger Tabus beim Thema Sexualität und mehr Lust am Experimentieren.

Sexarbeiterin Johanna Weber
Johanna Weber, Sexarbeiterin und Politische Sprecherin des Berufsverbands für erotische und sexuelle Dienstleistungen Bild: Johanna Weber
Bild: Johanna Weber

Schaukeln, Ösen, Seile und Holzböcke – der Arbeitsplatz von Johanna Weber gleicht einem Spielplatz. Allerdings ist der für Erwachsene. Die 53-Jährige beschreibt sich selbst als "Bizarre-Lady". In Bordellen und Studios empfängt sie ihre Kunden für sexuelle Dienstleistungen, "berührbare Dominanz" nennt Johanna Weber das.

Zu mir kommen Menschen mit ungewöhnlichen Fantasien – und genau das macht meinen Job so unglaublich reizvoll.

Johanna Weber über ihren Job als Sexarbeiterin

Bis sie 40 war, saß Johanna Weber am Schreibtisch und bot Verkaufsschulungen im Bereich Sportmarketing an. Dann wollte sie nicht mehr – und erinnerte sich an die "gute alte Zeit". Damit meint Weber ihre Studienzeit in Hamburg.

Zum Pädagogikstudium zog sie mit Mitte 20 aus dem Landkreis Rotenburg (Wümme) in die Hansestadt. Was sie dort so begeisterte, war aber nicht die Zeit an der Universität, sondern das Rotlichtviertel: "Ich war total fasziniert von den Frauen, die auf der Reeperbahn arbeiten." Kurz darauf fing sie selbst als Sexarbeiterin an – und finanzierte sich damit das Studium.

Damals konnte sich Johanna Weber aber noch nicht vorstellen, das auch hauptberuflich zu tun. "Für mich war das Thema nach dem Studium eigentlich abgeschlossen – dachte ich", sagt Weber heute. Doch die Abenteuerlust von damals habe ihr irgendwann gefehlt.

Sexarbeit ist weiterhin ein Tabu-Thema

Ihr Freundeskreis sei durchaus kritisch gewesen, erzählt Weber: "Wenn man mit seinen Freunden darüber spricht, die halten einen alle natürlich für bekloppt. Niemand sagt: 'Super, häng' deinen Bombenjob und deine Karriere an den Nagel und werde Prostituierte. Das ist eine tolle Idee.'"

Ihre Mutter war die letzte, der sie von dem Berufswechsel erzählt habe, sagt Johanna Weber – und zwar drei Jahre nach ihrer Entscheidung. Weber wollte vermeiden, dass ihre Mutter sie irgendwann im Fernsehen sieht und so davon erfährt. Die Sexarbeiterin ist nämlich politische Sprecherin des Berufsverbandes für erotische und sexuelle Dienstleistungen, der sich für Sexarbeitende und Bordellbesitzerinnen und Bordellbesitzer einsetzt.

Wer nicht mehr als Sexarbeiterin arbeiten will, der braucht einen anderen Job, der auch zu der Person passt. Deshalb brauchen wir alternative Beschäftigungsmöglichkeiten – und keine Verbote.

Johanna Weber

Für den Berufsverband kämpft Johanna Weber gegen aus ihrer Sicht fehlende Hilfszahlungen in der Corona-Pandemie und ein mögliches Sexkauf-Verbot. Das Verbot würde nichts verbessern, sondern die Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter lediglich in die Illegalität zwingen, so Weber.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 22. April 2021, 18:05 Uhr