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Der Samstagvormittag mit Julian Beyer

Im Porträt Alpenkrimi-Autor Jörg Maurer macht die Küche zum Tatort

Autoren

Jörg Maurer
Immer wieder findet man seinen Namen ganz oben in den Bestseller-Listen: Jörg Maurer Bild: Jörg Maurer | Gaby Gerster

Jörg Maurer war Lehrer und Musikkabarettist. Heute konzentriert sich sein Ehrgeiz darauf, beim Schreiben das richtige Maß zwischen Komik und Spannung auszuloten. Für seine Alpenkrimis erhielt er bereits vor Jahren den Radio Bremen-Krimipreis. Jetzt ist der 13. Band erschienen – und damit wird es nun auch kulinarisch interessant.

Gesprächszeit "Ich lege Wert darauf, dass ich ein unruhiger Geist bin" – Jörg Maurer

Jörg Maurer war Lehrer und Musikkabarettist. Heute ist er mit seinen Alpenkrimis so erfolgreich, dass inzwischen der 13. Band erschienen ist.

Jörg Maurer
Jörg Maurer Bild: Jörg Maurer | Gaby Gerster

Als Jörg Maurer 2013 den Radio Bremen Krimipreis bekam, urteilte die Jury: "Maurers kriminalistische Fabulierenergie, sein wunderlicher Wortwitz, sein Sinn für Dialekt und Dialektik und seine detailversessene Beschreibungsgabe bergen großen Lektürespaß."

Man wundert sich eigentlich, warum nicht mehr Morde in einer Küche passieren.

Jörg Maurer über den Tatort seines aktuellen Krimis

Damals ahnte Maurer noch nicht, dass seine Alpenkrimis derart erfolgreich werden würden. Jetzt ist der 13. Band seiner Reihe um Kommissar Jennerwein erschienen: "Den letzten Gang serviert der Tod". Jennerwein ist ein eher unauffälliger Typ, er lebt zurückgezogen und Jörg Maurer lässt eine mögliche Liebesbeziehung im Unklaren, obwohl seine Leserinnen und Leser diesbezüglich immer wieder bei ihm nachfragen.

Im aktuellen Roman muss Jennerwein ein Verbrechen in einem Gourmetrestaurant aufklären. Pilze spielen eine Rolle und ein riesiger Topf mit brodelnder Bouillabaisse, in der ein Opfer ertrinkt. Endlich konnte Jörg Maurer mit diesem Buch seine Liebe zum Kochen und die Liebe zum Schreiben miteinander verbinden. "Wenn man so eine Küche anschaut, da wimmelt es ja so vor Mordwerkzeugen: spitze Messer, Hackebeilchen, brodelnde Brühen und Fett spritzende Fritteusen. Man wundert sich eigentlich, warum nicht mehr Morde in einer Küche passieren. Und das wollte ich mal machen!"

Und auch mit Pilzen hat er selbst Erfahrung: Mit seinem Vater ging er als Kind zum Schwammerl-Suchen. "Da ist man hier in Garmisch zu einem Maler gegangen, der für Pilzbücher die Illustrationen gemacht hat. Dieser Maler hat sich ausgekannt, und dem hat man sie immer vorgelegt."

Ein Essen zur Krönung eines jeden Romans

Der Pilzmaler kommt auch in seinem neuen Buch vor, zu dem es auch ein mit Fotos und Geschichten gestaltetes Kochbuch gibt. Darin sind Rezepte, die seine Figuren gerne essen und die Maurer auch selbst gerne zubereitet. Allerdings ist nur ein einziges urbayrisches Gericht dabei: Kümmelfleisch. In den anderen Rezepten wird bunt kombiniert wie zum Beispiel bei den Spätzle mit koreanischem Kimchi. "Meine Spuren und ich gehen quer durch die ganze Welt, kulinarisch. Da sind auch ziemliche Kultur-Clashs dabei."

Ein alter Brauch im Hause Maurer: Wenn der letzte Satz geschrieben oder die Druckfassung des neuen Buches korrigiert ist, gibt es eine besondere Speise zum Abschluss, ein Gericht, das Zeit braucht und noch einmal die Entstehungszeit des Romans spiegelt. Und wenn das Buch erschienen ist, gibt es bei Jörg Maurer "Risotto Nero nach Art der Schweizer Mafia", das auch bereits in einem Alpenkrimi vorkam.

Darauf lege ich Wert, dass ich ein unruhiger Geist bin.

Jörg Maurer über seine "Rumgeherei" beim Schreiben

Bevor er zum Romanschreiben kam und dort hängenblieb, hat Jörg Mäurer sich anderweitig künstlerisch betätigt. 1953 an der Grenze zu Österreich geboren, wurde der Musikkabarett- und Georg Kreisler-Fan zunächst Lehrer für Deutsch und Englisch – die Eltern verlangten einen Brotberuf. Morgens stand er mit Freude an der Tafel, abends machte Maurer seine ersten kabarettistischen Schritte auf der Bühne, bis das frühe Aufstehen und späte Auftreten zu energiezehrend wurden. "Zum Entsetzen meiner Eltern habe ich mich dann entschieden, den Lehrerberuf aufzugeben und mich ganz auf die Bühne, auf das Blatt Papier und das Klavier zu konzentrieren."

Jörg Maurer
Jörg Maurer ist ein "begeisterter Rumgeher". Bild: Jörg Maurer | Gaby Gerster

In München betrieb er ein Kellertheater und spielte Programme wie "Beethovens kleine Patzer", wofür er gleich doppelt üben musste: "Man muss es einmal richtig können und dann muss man die Patzer können. War eine wilde, aber sehr anstrengende Zeit." Heute konzentriert sich Maurers Ehrgeiz darauf, beim Schreiben das richtige Maß zwischen Komik und Spannung auszuloten. Zum Schreiben sucht er sich immer wieder neue Orte und schnappt in Cafés und beim Zugfahren Gesprächsfetzen seiner Mitmenschen auf. "Ich bin ein begeisterter Rumgeher – und darauf lege ich auch Wert, dass ich ein unruhiger Geist bin."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 14. Dezember, 18:05 Uhr