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Die Nacht

Im Porträt CDU-Politiker und Afropäer: Joe Chialo baut kulturelle Brücken

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Joe Chialo blickt in die Kamera
Joe Chialo engagiert sich als Musikmanager und CDU-Mitglied für Afrika. Bild: Imago | Political-Moments

Joe Chialo ist Musikmanager, Ex-Sänger einer Crossover Metal-Band, engagierter Afropäer und Mitglied des CDU-Bundesvorstands mit Sitz im Deutschen Bundestag. Im Musikbusiness bietet er südafrikanischen Talenten eine internationale Plattform. Politisch engagiert er sich für die hiesige Kreativwirtschaft und eine Entwicklungspolitik, die das Potenzial Afrikas anerkennt und Brücken baut.

Joe Chialo blickt in die Kamera

Gesprächszeit "Ich bin Afropäer!" – Joe Chialo

Joe Chialo ist Musikmanager, Mitglied des CDU-Bundestages und Afropäer. Er engagiert sich für die Kreativwirtschaft und eine neue Entwicklungspolitik.

Bild: Imago | Political-Moments

"Ich habe ein Verständnis für zwei verschiedene Kulturen, fühle mich auch in beiden gleichermaßen zuhause", sagt Joe Chialo. Der bekennende Afropäer ist in Deutschland und Tansania daheim. Chialo ist überzeugt, dass die europäische Zukunft in Afrika liegt. Der Unternehmer kennt diesen jungen, dynamischen und selbstbewussten Kontinent sehr gut. Mit seinem Musiklabel "Afroforce1" fördert er afrikanische Talente, macht sie international bekannt. Als Politiker plädiert er dafür, die afrikanischen Länder als Partner zu begreifen. Gerade Deutschland könne davon enorm profitieren, schon allein aufgrund des Fachkräftemangels. Doch dafür brauche es eine neue, partnerschaftliche Entwicklungspolitik.

Der Kampf geht weiter!

Der Wahlspruch von Joe Chialos Familie und der Titel seines Buches

Joe Chialo weiß, dass sich nichts von allein bewegt. Für sein Buch "Der Kampf geht weiter. Mein Leben zwischen zwei Welten" hat er deshalb das Motto der mosambikanischen Befreiungsbewegung aus den siebziger Jahren gewählt. Die portugiesische Übersetzung "A luta continua!" wird zum Wahlspruch seiner Familie: "Das war so eine Aufbruchsstimmung, die auch meinen Vater sehr begeistert hat. Er hat auch diesen Ausspruch für sich übernommen. Das war bei uns ein stehender Begriff in der Familie, wenn es darum ging, schwierige Zeiten zu überwinden. Wenn es darum ging, Anstrengungen an den Tag zu legen, um nach vorne zu kommen."

Resilienz als prägende Kraft

Anstrengungen zu überwinden, das hat Joe Chialo früh gelernt: Er wird 1970 in Bonn geboren, seine Eltern sind Diplomaten aus Tansania, wo er Teile seiner Kindheit verbringt. Chialo lernt dort Armut und Entbehrung kennen. Umso bunter sind seine frühen Kindheitserinnerungen an ein Deutschland: volle Ladenregale und Süßigkeiten, aber auch Schattenseiten: "Das neue Land klang blechern. Das ist auch immer so ein krasser Bruch gewesen von einer Mentalität, die völlig anders war."

Als die Eltern 1979 nach Schweden müssen, lassen sie ihre Kinder in einem katholischen Ordensinternat nahe Köln zurück. Ein Schock für den neunjährigen Joe und seinen älteren Bruder Jerome. Nach dem Abitur folgt eine Lehre als Zerspanungstechniker, eine wichtige Zeit: "Ich habe ein soziales Umfeld kennengelernt von Menschen, die nicht rumlabern, sondern schaffen." In der Lehre habe er die Fähigkeit entwickelt, etwas durchziehen zu können und so seine Resilienz entwickelt. Das Handwerk sollte viel mehr geachtet werden, sagt der CDU-Politiker. Er setzt sich aktiv dafür ein.

Ich habe das Gefühl, dass die CDU immer vom Menschen ausgeht.

Joe Chailo über seine CDU-Mitgliedschaft

Als junger Mann ist Joe Chialo fasziniert von Joschka Fischer und tritt deshalb den "Grünen" bei: "Ich fand sein Auftreten so rebellisch (...). Trotzdem hatte er so eine Ernsthaftigkeit und so eine Leidenschaft in die Politik gebracht, wie ich sie vorher in der Form überhaupt nicht kannte." Als die Partei jedoch mit ihrer pazifistischen Grundhaltung bricht und dem Militäreinsatz der Bundeswehr im Bosnienkrieg 1999 zustimmt, ist das zu viel für ihn.  

Für mehr Vielfalt in der CDU

Zwanzig Jahre später ist Joe Chialo Bundestagskandidat für die CDU in Berlin-Mitte. Angela Merkels konsequente Haltung in der Flüchtlingskrise 2015 ist ein wesentlicher Grund, sagt er, aber nicht nur: "Ich habe das Gefühl, dass die CDU immer vom Menschen ausgeht." Mittlerweile ist er im CDU-Bundesvorstand.

Er kennt aber auch die andere Seite: "Heute noch bist du oben, aber morgen fährst du in den Keller und dann wird es sehr einsam." Das schreckt Chialo nicht, denn seine zweite Leidenschaft ist das Musikbusiness. Als junger Mann hat er die "Heavy-Metaller" bewundert und wird durch Zufall als Sänger entdeckt. Mit der Crossover-Band "Blue Manner Haze" nimmt er zwei Alben auf und tourt durch Europa. Heute betreut Joe Chialo Alvaro Soler, Ben Zucker und die Kelly Familie. Die Pandemie, sagt er, habe der Branche schwer geschadet. "Ja, wir haben Geld bekommen, aber wir wurden nicht gesehen. Öffnungsszenarien wurden nicht mit uns besprochen", kritisiert er die damaligen politischen Entscheidungen. Der Bundestag brauche daher mehr Vielfalt, sagt er. Nur so können Probleme auch aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtetet werden. Genau deshalb ist er da, aber nicht nur. 2018 wurde Joe Chialos Tochter geboren. Ihr will er eine lebenswerte Welt hinterlassen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 24. Oktober 2022, 18:05 Uhr