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Der Vormittag mit Hendrik Plaß

Im Porträt Meister der Improvisation: Regisseur Jan Georg Schütte

Autorin

Jan Georg Schütte
Setzt auf die Spielfreude aller am Set: Regisseur Jan Georg Schütte. Bild: Jan Georg Schütte | Wolfgang Ennenbach

Eine Serie oder ein Film ohne Drehbuch? Dass das gut gehen kann, beweist Regisseur und Schauspieler Jan Georg Schütte nun schon seit vielen Jahren. Jetzt ist seine neue Impro-Serie "Das Begräbnis" in der ARD zu sehen.

Jan Georg Schütte
Jan Georg Schütte

Gesprächszeit "Ich würde meine Arbeitsweise gerne nach Hollywood bringen" – Jan Georg Schütte

Eine Serie ohne Drehbuch? Dass das gut gehen kann, hat Jan Georg Schütte schon oft bewiesen. Nun ist seine Impro-Serie "Das Begräbnis" in der ARD zu sehen.

Bild: Jan Georg Schütte | Wolfgang Ennenbach

Jan Georg Schüttes neue Fernsehserie "Das Begräbnis" ist bis Ende Februar im Ersten und danach sechs Monate lang in der ARD Mediathek zu sehen: gedreht mit 54 Kameras und 19 Schauspielerinnen und Schaupielern – aber ohne Drehbuch. Die Vorstellung, dass es keine festgeschriebene Handlung gibt, treibt den meisten Regisseuren sicher den Angstschweiß auf die Stirn.

Wer sich nicht auf so ein Wagnis einlässt, hat den Spaß an der Schauspielerei verloren.

Jan Georg Schütte über die Spielfreude an seinem Set

Doch Jan Georg Schütte nimmt die Herausforderung immer wieder gern an, genauso wie seine Schauspielerinnen und Schauspieler. "Wer sich nicht auf so ein Wagnis einlässt, hat den Spaß an der Schauspielerei verloren", ist er überzeugt. Aber etwas nervös war der 59-Jährige, als er seine neue Improvisations-Serie gedreht hat. Denn so eine Produktion ist natürlich ein großes Risiko. Der Nervenkitzel hat ihn aber auch ein bisschen süchtig gemacht: "Ich bin immer direkt in der Planung von den nächsten Projekten, weil ich schon wieder diese Droge haben will. Gleichzeitig kommt dann aber auch in meinem Körper so ein Ding wie: 'Alter, gönn‘ dir mal ein bisschen Ruhe!'"

Kopf und Seele ankern am Zwischenahner Meer

Ruhe findet Schütte am und auf einem großen See im Nordwesten. Ein Ferienhaus am Zwischenahner Meer ist Ankerplatz, Denk-, Schreib- und Auftankort. Hier rudert und segelt sich der gebürtige Oldenburger den Kopf frei. Das Haus ist schon seit Generationen im Familienbesitz und als Kind hat Schütte immer die Ferien dort verbracht: "Ich habe als Kind nie verstanden, dass man vom Haus zum Wasser geht. Man muss doch rennen, weil man sich ja ganz schnell da reinstürzen will. Also bin ich immer alles gerannt."

Diese Phase war dafür da, dass ich aus reiner Verzweiflung meinen ersten Film gemacht habe.

Jan Georg Schütte über ausbleibende Angebote als Schauspieler

Seine Karriere als Schauspieler ist dagegen nur sehr langsam in Gang gekommen. Schütte hatte sich erfolglos an vielen Schauspielschulen beworben. Erst die Schauspiel-Coach-Ikone Susan Batson hat etwas in ihm entdeckt, das er bisher nicht hatte zeigen können. Ersten Engagements in Castrop-Rauxel und Rostock folgten Jahre in Köln, Hannover und am Hamburger Thalia Theater. Hier hat Jan Georg Schütte irgendwann gemerkt, dass er sich unterfordert fühlte. Er verließ den Theaterbetrieb, aber wartete dann vergeblich auf Angebote für Film und Fernsehrollen: "Das war hart! Und diese Phase war dafür da, dass ich aus reiner Verzweiflung meinen ersten Film gemacht habe."

"Der Paartherapeut" fürs Radio

2006 ist "Swinger Club" entstanden. Mit drei Kameras, fünf Schauspielern, und ohne Drehbuch. Es folgten die Filme und Serien "Altersglühen – Speeddating für Senioren", "Klassentreffen" oder "Für immer Sommer 90". Für Radio Bremen inszenierte er "Klaus Kranitz – Bei Trennung Geld zurück" fürs Radio. Improvisation ist längst zu Schüttes Markenzeichen geworden. Aktuell ist seine Inszenierungskunst wieder in "Das Begräbnis" zu sehen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 3. Februar 2022, 18:05 Uhr