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Die Nacht

Interview Bestsellerautor Ken Follett: "Ich bin ein Geschichtenerzähler"

Autor

Ken Follett
Bestsellerautor Ken Follett zeigt in seinem neuen Roman, wie sich die Welt immer weiter Richtung Abgrund bewegt. Bild: DPA | PHOTOPQR/LE PARISIEN/Olivier Corsan

Der neue Roman von Bestsellerautor Ken Follett heißt "Never". In dem Thriller geht es um eine weltweite Krise, die sich immer weiter zuspitzt und kaum aufzuhalten scheint. Bremen-Zwei-Moderator Julian Beyer hat mit Ken Follett gesprochen – über den neuen Roman, über das Schreiben während der Pandemie und über eine Kindheit mit Bibliotheksausweis statt Fernseher.

Das Interview zum Anhören

Bestsellerautor Ken Follett über seinen neuen Roman "Never"

"Never" heißt ein neuer Thriller von Ken Follett – kein Historienroman, sondern eine Geschichte, die in Gegenwart und Zukunft spielt. Julian Beyer hat mit dem Autor gesprochen.

Schriftsteller Ken Follett
Bild: DPA | Abaca/Fondation du Patrimoine
Bild: DPA | Abaca/Fondation du Patrimoine

Über das Schreiben während der Pandemie

"'Never' habe ich viel schneller geschrieben, als ich normalerweise schreibe. Das hat zum Teil auch mit der Pandemie zu tun –  während des Lockdowns gab es nicht viel zu tun. Kein Theater, kein Essen im Restaurant. Ich hatte mehr Zeit – und die habe ich mit Schreiben verbracht und habe 'Never' sehr schnell fertiggemacht.

Der zweite Grund: 'Never' war so eine gute Idee! Ich konnte die Geschichte so schnell entwickeln und schreiben, weil sie selbst immer weiter vorwärts drang und mich angetrieben hat."

Über den neuen Roman "Never"

Buchcover von Ken Follett "Never-Die letzte Entscheidung"
Ken Follett: "Never", Lübbe, 880 Seiten, 32 Euro. Bild: Lübbe

"Die Geschichte zeigt, wie eine Reihe kleiner, einzeln eigentlich sinnvoller Entscheidungen zu einem schrecklichen Krieg führen können. Die Grundlage meiner Idee ist der Ausbruch des Ersten Weltkrieges: Keine Nation, kein Herrscher in Europa wollte damals einen Krieg – aber Schritt für Schritt trafen die Herrscher und Präsidenten Entscheidungen, die letztlich zu einem großen Krieg führten. Und das ist es auch, was in 'Never' passiert.

Wir sind in Gefahr: In den Neunzigern begannen wir, Nuklearwaffen zu reduzieren. Das ist jetzt vorbei. Die Atomwaffenarsenale werden größer und es gibt mehr aggressive Staatschefs. Die Geschichte in 'Never' zeigt nur einen möglichen Weg, wie ein Nuklearkrieg entstehen kann. Und: Ja – ich meine, die Gefahr ist größer geworden."

Über seinen Weg zum Schriftsteller

"Ich las Bücher. In den Fünfzigern waren Bücher teuer. Mit sieben Jahren bekam ich einen Bibliotheksausweis. Das war für mich wie jeden Tag Weihnachten! Ich konnte alle Bücher lesen, die ich wollte. Klar war ich wütend auf meine Eltern, weil ich nicht mit den anderen Kindern am Samstag ins Kino gehen durfte. Stattdessen habe ich gelesen. Und im Rückblick war das gut!"

Über sein Selbstverständnis als Künstler

"Ich schreibe seit etwa 50 Jahren, und ich wollte eine neue Herausforderung. Ein Künstler muss sich verändern. Er muss sich immer wieder neu erfinden, denn es ist nicht gut, immer dasselbe zu machen.

Ich bin ein Geschichtenerzähler – ganz traditionell. Wir lieben eine Geschichte, wenn wir die Gefühle der Personen mitempfinden können. Das ist das Wunder der Literatur. Ich will Geschichten erzählen, die das Herz der Menschen erobern. Und so wird ein Buch ein Bestseller. 'Never' ist eine gute Geschichte – das ist das Wichtigste. Wer zuerst das Ende lesen will, soll das tun. Aber man genießt die Geschichte mehr, wenn man sie liest, ohne das Ende zu kennen. Das verspreche ich."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 6. November 2021, 15:15 Uhr.