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Die Nacht

Im Porträt Ina Müllers Alben entstehen am Küchentisch

Autorin

Ina Müller
Bild: DPA | Swen Pförtner

Ihr neues Album "55" ist gerade rausgekommen und normalerweise hätte Ina Müller wieder die Konzerthallen mit 20.000 Besucher*innen füllen können. Nun hofft sie, dass sie ihr Publikum im übernächsten Jahr, 2022, wieder in dieser Größenordnung erleben wird.

Gesprächszeit "Bei einem Album geht es für mich um was!" – Ina Müller

Bis Ina Müller mit ihrem neuen Album "55" wieder die großen die Konzerthallen füllen kann, dauert es noch. Ihre Tour ist für 2022 geplant.

Ina Müller
Bild: DPA | Swen Pförtner
Bild: DPA | Swen Pförtner

Ina Müller wünscht sich, dass sie überhaupt bald wieder auftreten kann. Ihre geplante Tour musste sie erst einmal verschieben. Fans müssen sich solange mit dem Album trösten. Aber über das können sie sich auch wirklich freuen: Die zwölf neuen Songs heißen "Laufen", "Wohnung gucken" oder "Eichhörnchentag" und sind wie immer pointiert und poetisch, Hamburg-verliebt und selbstironisch.

Das Haar wird dünner, die Ohren werden größer, die Nasen werden größer.

Ina Müller über 55 Jahre Leben

Vor allem natürlich, weil sie in "55" die kleinen Wehwehchen besingt, die sich in ihrem Alter – mit 55 eben – so eingestellt haben: "Das Haar wird dünner, die Ohren werden größer, die Nasen werden größer", schmunzelt Ina Müller. Die Musik, die auch mal melancholisch daher kommt, hat wieder ihr Freund Johannes Oerding geschrieben. Die Zusammenarbeit an ihrem Küchentisch lief allerdings nicht nur harmonisch, sagt die Sängerin. Wenn ihr eine Zeile sehr am Herzen lag und der Akkord für sie einfach nicht stimmte, weil sie da Gefühl hatte, den schon hundert Mal verwendet zu haben, dann gab es auch mal Streit: "Es wird auch gestritten. Es wäre total bescheuert zu behaupten, dass das nicht so ist. Da sitzen ja zwei Menschen, die eine kreative Vorstellung haben. Und so ein Album – da geht es ja für mich um was!"

Futterneid dank Kinderstube auf dem Bauernhof

Die beiden Musiker sind seit vielen Jahren ein Paar, leben beide in Hamburg, aber sie wohnen getrennt. Freiraum, der ist Ina Müller immer sehr wichtig gewesen. Aufgewachsen ist sie mit ihren vier Schwestern und den Großeltern auf einem Bauernhof in Köhlen, einem Dorf zwischen Bremervörde und Cuxhaven. Platz im Haus war Mangelware, es gab nicht mal für jedes Mädchen ein eigenes Zimmer. Sie schliefen zu fünft in einem Raum mit nur drei Betten. Für Ina war das einfach genug Großfamilie fürs Leben. Inzwischen denkt sie, könnte das auch der Grund dafür sein, dass bei ihr der Futterneid und die Sehnsucht nach Ruhe so ausgeprägt sind.

"Inas Nacht" wurde Corona-konform

Die abgesagte Tournee war nicht der einzige Rückschlag in diesem Jahr. Auch ihre NDR-Show "Inas Nacht" – die aus den drei Komponenten "singen, sabbeln, saufen" besteht, musste sie von Grund auf völlig umkonzipieren: "Die Sendung besteht ja aus allem, was man nicht darf: Singen, Gläser weiterreichen, man durfte ja nichts...." So erleben wir die herrlich schrille Show aus der kleinen Kneipe "Schellfischposten" im Hamburger Hafen ohne den Shanty-Chor, ohne gemeinsames Singen im Lokal und mit viel Abstand zwischen ihr und ihren Gästen. Die Alternative wäre gewesen, "Inas Nacht" ganz abzusagen, aber das hätte die Vollblutunterhalterin nicht übers Herz gebracht.

Jederzeit könnte ich nach Bremen zurückkommen!

Ina Müller über ihre Bremen-Liebe

Die gelernte Pharmazeutisch-Technische Assistentin hat einige Jahre auf Sylt verbracht, wo ihre Musikkarriere begann. Aber ihr Gesangstalent entdeckt hat sie Anfang der neunziger Jahre in Bremen. Hier hat sie damals in der Flora-Apotheke in Blumenthal gearbeitet und nebenher in einer Rockband gesungen. Und Bremen, sagt Ina Müller, ist neben Hamburg und München noch heute eine ihrer Lieblingsstädte: "Jederzeit könnte ich nach Bremen zurückkommen. Es gibt nicht so viele Städte, in denen ich mich sehr wohl gefühlt habe. Bremen, Hamburg, München – das sind meine drei Städte, da wüsste ich, da könnte ich wohnen!"

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 22. Dezember 2020, 18:05 Uhr