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Sounds in concert mit Arne Schumacher

Im Porträt Wie diese Bremerin einen Chor gründete, um Gutes zu tun

Autorin

Porträt Huberta Muhle
"Singen ist das Allergrößte", sagt Huberta Muhle. Sie hat in Bremen den Frauenchor "Good Weibs" gegründet. Bild: Huberta Muhle

Lieblingsmenschen, das sind für uns Alltagshelden, die Besonderes leisten oder einfach ihr Umfeld verzaubern. Solche Lieblingsmenschen stellen wir Ihnen regelmäßig vor – wie Huberta Muhle. Sie ist die Gründerin des Bremer Frauenchors "Good Weibs". Bremen-Zwei-Reporterin Claudia Scholz hat sie getroffen.

Huberta Muhle erzählt, wie ihr Chor "Good Weibs" damals auf die Welt kam. 2011 war sie mit ihrem Mann bei einer Charity-Veranstaltung im Hamburger St. Pauli-Theater. "Dann trat eine Gruppe aus 40 Frauen auf. Alle in Rot angezogen – große, kleine, dicke, dünne, alle Nationen. Fröhlich und völlig losgelassen standen sie auf der Bühne. Und die haben eine Stimmung gemacht! Die Leute standen auf den Stühlen und haben gejohlt. Das war so eine ganz piekfeine Gesellschaft in Hamburg, es war großartig."

Diese wunderbare Janine hat uns erstmal erzählt, wie man sich bewegt: Nicht stocksteif, deutsch, Chor – sondern: "move your ass, darling". Sie war göttlich.

Huberta Muhle über die Chorleiterin Janine Smith

Auf dem Heimweg sagte sie zu ihrem Mann, sie wolle am liebsten nach Hamburg ziehen, um bei diesem Chor mitzumachen. Er antwortete: "Stell doch selbst so einen Chor auf die Beine", erinnert sich Huberta Muhle. Das war im Mai. "Und im November habe ich auf lila Papier geschrieben: 'Wo gesungen wird, da lass dich nieder. Böse Menschen kennen keine Lieder.' Mit diesem Satz habe ich dann 70 Frauen eingeladen, alle, die ich kannte. Und die kamen auch alle."

Als erste Chorleiterin engagierte Huberta Muhle eine Musicaldarstellerin aus New York – Janine Smith. "Diese wunderbare Janine hat uns erstmal erzählt, wie man sich bewegt: Nicht stocksteif, deutsch, Chor – sondern: "move your ass, darling". Sie war göttlich. Sie hat uns eigentlich die Basis des Singens beigebracht."

Singen für den guten Zweck

Einige Frauen gingen, andere kamen hinzu. Aus dem bunten Haufen wurde ein Chor mit Schwung in der Hüfte und Rhythmus im Blut. Der erste große Auftritt war 2012 in der Bremer Lloyd-Passage, weiter ging es mit Shows im Kloster Lüne, im Bremer Schlachthof oder auch im Bremer Dom.

Für ihre Auftritte nehmen die Frauen keine Gage. Die Erlöse werden immer für einen guten Zweck gespendet – für die Hospizarbeit zum Beispiel, für die Kindergeldstiftung oder für den Verein Trauerland, der trauernde Kinder unterstützt. Die Auftritte waren immer ausverkauft, sagt Muhle. "Ich müsste das mal ausrechnen, aber das sind bestimmt schon 100.000 Euro, die wir ersungen haben."

Frauen unterstützen sich gegenseitig

Anderen helfen – das wollen alle Frauen, die bei "Good Weibs" mitmachen. Das sei auch der Kitt, der den Chor zusammenhält, sagt Huberta Muhle. Aber da gebe es noch viel mehr: "Ich muss sagen, wir sind auch ein bisschen egoistisch, wir tun auch etwas für uns untereinander. Bei so vielen Frauen, wir sind jetzt 67, gibt es Schicksale, die uns alle bewegen. Wir stehen einfach zueinander. Ich durfte das am eigenen Leibe erfahren: Als vor sieben Jahren mein Mann starb, stand dieser Chor neben mir. Das war meine Stütze, mein Korsett."

Huberta Muhle, die schnackt nicht lange, die macht einfach. (...) Manchmal glaube ich ja, da gibt es noch mehr Hubertas, weil ich nicht weiß, wie sie das alles schafft.

Tanja Scheil über Huberta Muhles Tatendrang

Eine Stütze, die sie auch für alle anderen Frauen sein will. Und die fühlen sich wohl bei "Good Weibs". Wie Tanja Scheil, die Huberta Muhle als ihren Lieblingsmenschen vorgeschlagen hat: "Huberta Muhle, die schnackt nicht lange, die macht einfach. Dass nach zehn Jahren der Chor immer noch da ist und begeistert zusammen singt – sei es auch nur über Zoom-Proben, wie in den letzten Monaten – dann dennoch die Gemeinschaft zu sehen und jede einzelne, das ist einfach eine Gabe. Manchmal glaube ich, da gibt es noch mehr Hubertas, weil ich nicht weiß, wie sie das alles schafft."

Musik ist für mich Unterstützung meiner Seele, ist für mich heilsam, ist für mich gute Laune verbreiten.

Huberta Muhle über die Freude an der Musik

Das letzte Jahr war hart für die "Good Weibs": Keine Auftritte, Proben nur im Netz. Immerhin: Ihre neue Chorleiterin Joana Toader und ihren Pianisten Benny Grenz konnten sie weiter finanzieren. Aber das Zusammensein, den Klang aller Stimmen – das vermisst Huberta Muhle schon sehr. Bis sie wieder gemeinsam auftreten können, bleibt ihr zumindest die Musik vom CD-Player. "Musik ist für mich Unterstützung meiner Seele, ist für mich heilsam, ist für mich gute Laune verbreiten." Eigentlich höre sie immer Musik, im Auto auch gerne mal laut. Die Freude am Singen liegt in der Familie: "Wir singen alle. Singen ist für uns das Allergrößte!"

 

Mehr Lieblingsmenschen

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Tag, 14. August 2021, 13:40 Uhr.