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Die Nacht

Im Porträt Helge Schneider: der ungekrönte König der Anti-Pointe

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Helge Schneider im Liegesessel vor seinem dekorierten Klavier
Endlich wieder Tourleben: Helge Schneider übt schon mal die Posen für die Bühne. Bild: Helge Schneider

Helge Schneider ist in seiner Art unverwechselbar: Keiner mischt absurde Geschichten, gekonnte Jazzmusik und albernen Humor mit schrägen Outfits so wie Helge Schneider. "Let’s Lach" heißt sein neues Programm, mit dem er deutschlandweit auf Tour ist.

Gesprächszeit "Wir haben ja eigentlich nie eine Pointe im richtigen Leben" – Helge Schneider

Seit 50 Jahren ist Helge Schneider schon auf Bühnen unterwegs – und noch immer hat er Spaß dabei. Wo genau all seine Einfälle herkommen, ist übrigens auch für ihn selbst ein Rätsel.

Helge Schneider im Liegesessel vor seinem dekorierten Klavier
Helge Schneider Bild: Helge Schneider
Bild: Helge Schneider

Wenn Helge Schneider eine Bühne betritt, weiß eigentlich niemand, was im Verlauf des Auftritts passieren wird. Weder das Publikum, noch seine Band, nicht einmal er selbst. Der Musikclown, Multiinstrumentalist, Jazzliebhaber, Meister der absurden Geschichten und Entertainer beherrscht das Unvorhersehbare und die Improvisation wie kein anderer auf Deutschlands Bühnen.

Ich finde diese Geschichten gut, die im Nichts anfangen und auch im Nichts enden. Dazwischen kann man sich kaputt lachen.

Helge Schneider über Geschichten ohne Anfang und Ende

Vor allem das pointenlose und ewige Erzählen liebt er heute noch wie in seiner Jugend: "Ich finde diese Geschichten gut, die im Nichts anfangen und auch im Nichts enden. Dazwischen kann man sich kaputt lachen. So wie es auch im wirklichen Leben ist. Wir haben ja eigentlich nie eine Pointe im richtigen Leben."

Schon als Kind und Jugendlicher in den 1960er- und 1970er-Jahren wollte Helge Schneider nicht nach den üblichen Regeln spielen. Er entdeckte seine Leidenschaft für Clownerie und endlose Geschichten, begann auffällige Anzüge zu tragen – und ließ sich die Haare wachsen: "Ich war einer von den drei Jungs in der Stadt, die die längsten Haare hatten. Da kam man sich vor wie einer, der Gold bei Olympia geholt hat, im Schlittenrennen oder irgendwie sowas. Wir haben uns wirklich unheimlich gut gefühlt."

Durch mein Talent, Musik zu machen, konnte ich mich immer verdünnisieren.

Helge Schneider über erste Konzerte fern von Zuhause

Helge Schneider wurde zum notorischen Schulschwänzer. Anstatt zu lernen, spazierte er lieber die Ruhr in seiner Heimatstadt Mülheim entlang oder frönte seiner größten Leidenschaft: dem Musikmachen. Mit Talent wurde Helge Schneider regelrecht überschüttet: Egal, ob Klavier, Gitarre, Saxophon, Cello oder Vibraphon – es gibt kaum ein Instrument, das er nicht beherrscht. Ein Talent, durch das er sich viele Freiheiten erlauben konnte. "Ich habe ja auch Glück gehabt. Durch mein Talent Musik zu machen, konnte ich mich immer verdünnisieren. Und ich habe dann schon mit 14, 15 Jahren auf Partys oder im Jugendheim Klavier gespielt."

Helge Schneider
Nie ohne skurrile Outfits unterwegs: Helge Schneider Bild: Future Image | T. Bartilla

Seit 50 Jahren ist Helge Schneider auf Bühnen unterwegs. Seit seinem noch immer ziemlich skurrilen Überraschungserfolg mit "Katzeklo" 1994 hat er sich vom absurd-anarchistischen Außenseiter zu einem der beliebtesten Bühnenkünstler entwickelt. Und das, ohne dafür seinen liebevoll blödelnden Unsinn einschränken zu müssen.

Seine Begleitband auf der aktuellen Tour "Let’s Lach" hat Helge Schneider "Die Rübenschweine" getauft – und am Schlagzeug sitzt jemand ganz Besonderes: Helge Schneiders elfjähriger Sohn Charly.

Der fühlt die Musik. Wir verlassen uns voll auf Charly – und wir können einfach super zusammenspielen

Helge Schneider über seinen erst elfjährigen Sohn

Schneider freut sich, mit seinem Sohn im Wohnmobil unterwegs zu sein, Karten zu spielen, Städte zu entdecken und gemeinsam auf der Bühne zu stehen: "Charly ist das Rückgrat der Band, was den Rhythmus angeht. Der fühlt die Musik. Wir verlassen uns voll auf Charly – und wir können einfach super zusammenspielen. Ich habe mir da niemanden herangezogen, sondern ihm nur die Möglichkeit gegeben, auf meinen Schlagzeugen zu spielen. Das hat er schon mit sechs Monaten gemacht."

Mittlerweile ist Helge Schneider 65 Jahre alt und hat in vielen kulturellen Medien seine Spuren hinterlassen: Er hat Krimis geschrieben, Filme gedreht, Hörspiele aufgenommen, am Theater inszeniert – und auch seine kleinen, hingehuschten Zeichnungen haben einen besonderen Strich.

Am liebsten geht Helge Schneider aber immer noch auf die Bühne und überrascht sich und sein Publikum. Wo genau all die Einfälle für seine witzigen Songtexte und unsinnigen Geschichten herkommen, ist auch für ihn selbst bis heute ein Rätsel: "Das ist eine ganz merkwürdige Geschichte, die mich immer mehr davon überzeugt, dass das nicht mit rechten Dingen zugeht."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 13. Juli 2021, 18:05 Uhr