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Der Morgen mit Tom Grote

In der Ausstellung Jugendstilmaler und Kommunist: Worpswede würdigt Heinrich Vogeler

Der Neue Mensch

Selbstbildnis von Heinrich Vogeler
Heinrich Vogeler, Selbstbildnis (Ausschnitt), 1914, Öl auf Leinwand, 36 x 31,5 cm, Waldemar Koch Stiftung/Dauerleihgabe an die Kulturstiftung Landkreis Osterholz Bild: Worpswede Museen | Rüdiger Lubricht/Worpsweder Museumsverbund

Heinrich Vogeler war ein Künstler mit vielen Facetten: Er hatte Erfolg mit seinen lieblich-verträumten Jugendstil-Werken, baute eine kommunistische Kommune in seinem Barkenhoff auf – und wanderte schließlich in die Sowjetunion aus. Zu seinem 150. Geburtstag ehrt der Künstlerort Worpswede diese vielschichtige Persönlichkeit mit der Ausstellung "Heinrich Vogeler. Der neue Mensch", die in vier Museen gezeigt wird.

Sehr nachdenklich, fast traurig blickt Heinrich Vogeler die Besucherinnen und Besucher auf dem Selbstporträt an, das das Titelbild aller vier Ausstellungen ist. Gezeigt wird es im Barkenhoff, dem ehemaligen Wohnhaus Vogelers. Vogeler malte es 1914, es ist eines seiner wenigen Selbstporträts, ein fast expressionistisches Bild in dunklen Petrol-Tönen. Es passe gut in die Zeit des Umbruchs für Vogeler, sagt Beate Arnold, die Kuratorin der Ausstellungen: "Es zeigt einen Mann, der sich selbst in eine Enge 'eingemalt' hat. (...) Es ist ein Zeichen dafür, dass Vogeler an einem Wendepunkt in seinem Leben stand."

Vom Jugendstil zum kommunistischen Künstler

Hinter Vogeler liegen zu diesem Zeitpunkt äußerst erfolgreiche Jahre als Jugendstil-Künstler, der liebliche Bilder von Worpswede und seiner Frau malt. Vor ihm liegt die weniger erfolgreiche Zeit als kommunistischer Künstler, der sich für die gleichen Lebensumstände aller Menschen einsetzt.

Heinrich Vogeler, Die Geburt des Neuen Menschen, 1923, Öl auf Holz, 120 x 98 cm, Privatbesitz / Dauerleihgabe an die Barkenhoff-Stiftung Worpswede
Das Gemälde "Die Geburt des Neuen Menschen" von Heinrich Vogeler. Bild: Barkenhoff-Stiftung Worpswede | Jörg Sarbach

In dieser Zeit malt er sogenannte Komplex-Bilder, von denen jetzt auch einige im Barkenhoff zu sehen sind – zum Beispiel "Die Geburt des Neuen Menschen", ein Bild, das Vogeler 1923 in Moskau gemalt hat. Zu sehen ist eine nackte junge Frau, die ein Kind auf der Hand hält. Es symbolisiert die Geburt des Menschen in einer neuen Gesellschaft, der Vogeler zukünftig angehören wollte.

Gezeigt werden auch zarte Jugendstil-Bilder des Barkenhoffs, Märchenmotive und Bilder von Vogelers erster Frau Martha. Der legendäre "Sommerabend" der Worpsweder Malerfreunde ist in der Großen Kunstschau zu sehen.

Heinrich Vogeler, Sommerabend (Das Konzert), 1905, Öl auf Leinwand, 175 x 310 cm, Bundesrepublik Deutschland / Land Niedersachsen / Landkreis Osterholz
Das Bild "Sommerabend" (Das Konzert) malte Heinrich Vogeler 1905. Bild: Barkenhoff-Stiftung Worpswede

In der Großen Kunstschau werden auch zeitgenössische Arbeiten zu Vogelers Thema "Utopie" gezeigt. Zum Beispiel ein raumfüllendes bewegliches Mobilé mit dem Titel "Level – the fragile balance of Utopia", das die Zerbrechlichkeit von Zukunftsvorstellungen symbolisieren soll.

Wir zeigen aktuelle Kunst, die genau die gleichen Fragen stellt, die Vogeler auch bewegt haben.

Matthias Jäger, Leiter des Worpsweder Museumsverbundes, über das Konzept der Vogeler-Retrospektive

Die Museen Barkenhoff, Große Kunstschau, Haus im Schluh und Worpsweder Kunsthalle beleuchten jeweils unterschiedliche Facetten aus dem Leben Vogelers und schlagen dabei auch die Brücke zur Gegenwart. So verschieden alle Vogeler-Ausstellungen sind, etwas verbindet sie, erklärt Matthias Jäger, der Leiter des Worpsweder Museumsverbundes: "Wir zeigen aktuelle Kunst, die genau die gleichen Fragen stellt, die Vogeler auch bewegt haben." Fragen wie: "Wie wollen wir eigentlich leben?", und: "Wie wollen wir zusammenleben?".

Der Ausstellungs-Tipp zum Anhören

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 25. März 2022, 11:38 Uhr