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Die Nacht

Im Porträt Schauspieler Hardy Krüger stirbt mit 93 Jahren

Autorinnen

Porträt von Hardy Krüger 2018
Wurde 93 Jahre alt: Hardy Krüger. Bild: DPA

Er war der einzige deutsche Nachwuchsstar der internationalen Filmszene nach dem Zweiten Weltkrieg, hat mit John Wayne und Sean Connery gedreht. Wer "Hardy Krüger" sagt, denkt an Filme wie "Hatari", "Der Flug des Phönix" und "Die Brücke von Arnheim". Als 16-Jähriger hat er dramatische Momente an der Front im Zweiten Weltkrieg erlebt, nun ist Hardy Krüger im Alter von 93 Jahren gestorben.

Porträt von Hardy Krüger 2018

"Ich habe nicht schießen können" – Hardy Krüger

Er hat dramatische Momente im Zweiten Weltkrieg erlebt und wurde dann ein gefeierter Star in Hollywood. Nun ist Hardy Krüger im Alter von 93 Jahren gestorben.

Bild: DPA

Hardy Krüger wurde am 12. April 1928 in Berlin geboren. Und weil seine Eltern fest an eine bessere Zukunft unter Adolf Hitler glauben, wächst auch er auf mit der Überzeugung, dass Juden "Untermenschen" seien und Deutschland morgen die ganze Welt gehören werde. Eberhard  – wie er damals noch heisst –  wird auf die Adolf-Hitler-Eliteschule in Sonthofen geschickt und ideologisch gedrillt: "Ich hab' an Hitler geglaubt. Ich war überglücklich, als man mich zur Ordensburg Sonthofen geschickt hat. Das war, wie einen Wettlauf zu gewinnen. Was dann kam, konnte ich nicht ahnen..."

Grausame Erinnerungen an 1945

1943 soll Hardy Krüger im Propagandafilm "Junge Adler" mitspielen. Heimlich sah er Filme von jüdischen Regisseuren, und die Begegnung mit dem Schauspieler Hans Söhnker veränderte das Leben des wohlerzogenen Hitler-Jungen. "Als er dachte, ich bin so weit, dass er mir das sagen kann, hat er gesagt: 'Dein Halb-Gott, dieser Hitler, mein Junge, ist ein Verbrecher!' Es war sehr schwer, damit zurechtzukommen. Er hat mir dann von Bergen-Belsen erzählt und von Dachau. Und von dem Ermächtigungsgesetz. Und ich habe verstanden, was er wollte. Er wollte, dass ich ein junger Mensch bin, der die Wahrheit erfährt."

Ich habe nicht schießen können, ich habe den Finger nicht krumm kriegen können.

Hardy Krüger über seine Teilnahme an einem Erschießungskommando im Zweiten Weltkrieg

Hardy Krüger kam ins Grübeln. Wem soll er glauben? Den Erziehern in Sonthofen, den Eltern oder den Volksschullehrern? Oder dem neuen väterlichen Freund? Noch 1945 – als 16-Jähriger – wurde Hardy Krüger an die Front geschickt. Von der SS wurde er gezwungen, auf die anrückenden Amerikaner zu schießen. Weil er im entscheidenden Moment "versagte", wurde er zum Tode verurteilt. Darüber hat Hardy Krüger geschrieben, doch das Sprechen über diese grausamen Erinnerungen fällt ihm zeitlebens unglaublich schwer: "Ich habe nicht schießen können, ich habe den Finger nicht krumm kriegen können. In den Jahren danach habe ich überlegt, warum das wohl so war. Meine Antwort: Ich glaube sehr an die innere Stimme. Und meine innere Stimme hat mir gesagt: 'Das ist ganz leicht zu erklären. Du bist kein Mörder!'"

Ein Star, der international Aufsehen erregte

Mehrfach ist Hardy Krüger in seinen ersten Lebensjahren dem Tod entronnen. Viele Jahre besuchte der Wahl-Kalifornier während seiner Deutschlandaufenthalte Schulklassen, um zu erzählen, wie er die Zeit des Nationalsozialismus erlebt hat. Diese Zeit darf sich nicht wiederholen – das wollte Hardy Krüger deutlich machen, das war ihm immer sehr wichtig.

Den Regisseuren der Niedersächsischen Landesbühne bin ich mein ganzes Leben lang dankbar gewesen.

Hardy Krüger über seine Anfänge als Schauspieler

Nach dem Krieg legte Hardy Krüger sein altes Leben ab. Aus Eberhard wurde Hardy, und weil das Geld für eine Schauspielschule nicht reichte, guckte sich der junge Hardy am Hamburger Schauspielhaus die Spielkunst ab. Sein erstes Engagement hatte er dann an der Niedersächsischen Landesbühne: "Da waren Regisseure, die es nie zu Berühmtheiten gebracht haben. Aber von denen habe ich das Handwerk gelernt Und denen, den Regisseuren der Niedersächsischen Landesbühne, bin ich mein ganzes Leben lang dankbar gewesen." Als einer der wenigen deutschen Schauspieler gelang ihm dann eine internationale Karriere. An der Seite von John Wayne war er in "Hatari!" zu sehen, außerdem in "Der Flug des Phoenix" oder "Die Brücke von Arnheim".

2016 erschien Hardy Krügers Buch "Was das Leben sich erlaubt – Mein Deutschland und ich" im Hoffmann und Campe Verlag. Darin blickt er auf sein bewegtes Leben zurück. Hardy Krüger starb im Alter von 93 Jahren in Kalifornien.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 20. Januar 2021, 18:05 Uhr