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Der Tag mit Kristin Hunfeld

Im Porträt Hannah Emde hat als Artenschutz-Tierärztin ein Herz für Wildtiere

Autorin

Hannah Emde
Hannah Emde: "Wir teilen auf jeden Fall alle die Leidenschaft für die Tiere und geben sehr viel dafür auf, uns für den Schutz dieser Tiere einzusetzen." Bild: Piper Verlag | Maximilian Probst

Hannah Emde hat als Artenschutz-Tierärztin ein Herz für Wildtiere. Außerdem sorgt sie sich um deren Lebensräume. Dabei macht sie allerdings auch unliebsame Begegnungen: mit Fröschen in Kloschüsseln, Riesenspinnen im Bett – und Blutegeln an den Beinen.

Gesprächszeit "Ich nehme die Welt viel tiefer wahr" – Tierärztin und Artenschützerin Hannah Emde

Hannah Emde kümmert sich als Artenschutz-Tierärztin im Dschungel um Orang-Utans, Zwergelefanten und Schuppentiere.

Audio vom 16. Oktober 2020
Hannah Emde
Hannah Emde Bild: Piper Verlag | Maximilian Probst

Ihr Studium der Tiermedizin in Hannover konnte Hannah Emde nur bedingt auf die Herausforderungen im Dschungel vorbereiten: "Ich habe nie gelernt, wie ich einen Hai operiere oder eine Raubkatze in Narkose lege, sondern ich leite mir das ab von den Nutztieren, den Haustieren, über die ich im Studium gelernt habe und muss dann eben spontan sein in der Situation im Dschungel", erzählte sie uns im Interview.

Eine Plastikplane als OP-Tisch im Dschungel

Untersuchung einer Zibetkatze im Dschungel
Hannah Emde bei der Untersuchung einer Zibetkatze. Bild: Nepada Wildlife | Beth Dolmage

Die 28-Jährige hat an unterschiedlichen Artenschutzprojekten in der ganzen Welt mitgewirkt und dabei Fledermausforscher, Ornithologen und Affenschützer als Tierärztin unterstützt. Als Operationstisch dient im Dschungel eine Plastikplane.

Auch das Leben in den Forschungsstationen ist immer wieder eine Herausforderung. Zwei Stunden Bootsfahrt bis zur nächsten Siedlung, keine Privatsphäre im kleinen Camp, dafür jede Menge Spinnen und Skorpione. Die Forscherinnen und Forscher selbst sind auch eine ganz eigene Spezies:  "Klar ist jeder von uns auf seinem Gebiet ein kleiner Nerd. Weil wir es lieben, nachts mit Stirnlampe in diesem fremden Wald unterwegs zu sein und Affenaugen zu suchen oder weil uns die Moskitoschwärme irgendwann nichts mehr ausmachen, wenn wir Orang-Utans im Baum entdecken. Also, wir teilen auf jeden Fall alle die Leidenschaft für die Tiere und geben sehr viel dafür auf, uns für den Schutz dieser Tiere einzusetzen."

Wir wollen lokale Organisationen unterstützen, die genau wissen, was ihre Tiere und deren Lebensräume brauchen.

Hannah Emde über die Arbeit ihres Vereins für Artenschutz und Umweltbildung

Schon als Kind führte Hannah Emde eigene Forschungsprojekte durch, holte Schnecken ins Haus oder züchtete Salzkrebse. Sie ist Tochter einer Biologin und eines Forstwissenschaftlers. Außerdem lernte sie bei den Pfadfindern früh Respekt vor der Natur. Bei ihren Einsätzen als Tierärztin in verschiedenen Ländern sieht sie jetzt mit eigenen Augen, wie die Rodung des Regenwaldes den Lebensraum von Wildtieren dramatisch gefährdet.

Auch ihr persönliches Lieblingstier, der Sunda-Nebelparder auf Borneo, ist vom Aussterben bedroht. Nach der Wildkatze hat Hannah Emde ihren Verein für Artenschutz und Umweltbildung benannt: "Nepada Wildlife e.V": "Uns geht es nicht darum, eigene Projekte zu schaffen. Wir wollen lokale Organisationen unterstützen, die genau wissen, was ihre Tiere und deren Lebensräume brauchen – und denen es an Ressourcen fehlt. Da wollen wir ansetzen."

Immer da: die Sehnsucht nach dem Dschungel

Ein Nebelparder (Neofelis diardi) in Kalimantan (Borneo)
Die Sunda-Nebelparder haben es Hannah Emde besonders angetan. Deshalb hat sie auch ihren Verein für Artenschutz und Umweltbildung nach ihnen benannt. Bild: DPA | Report

Eigentlich wäre Hannah Emde zurzeit in Borneo auf den Spuren des Sunda-Nebelparders unterwegs. Wegen Corona sitzt sie seit dem Frühjahr in Hamburg fest. Aber auch hier geht der Artenschutz weiter: Sie nutzt die Zeit, um ihr Wissen zu teilen und ihr Anliegen zu verbreiten. Sie besucht Schulklassen und Kindergärten, hält Vorträge und hat ein Buch über ihre Erlebnisse geschrieben. Doch die Sehnsucht nach dem Dschungel bleibt.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 15. Oktober 2020, 18:05 Uhr