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Sounds mit Till Lorenzen

In der Ausstellung Perspektivenwechsel: Diese Gruppenausstellung hinterfragt Klischees

Autorin

Eglė Budvytytė in Zusammenarbeit mit Marija Olšauskaitė und Ona Julija Lukas Steponaitytė: Songs from the compost: Mutating bodies, Imploding stars, 2020. Filmstill. Courtesy the artist
Eine Szene aus dem Film "Songs from the compost" von Eglė Budvytytė. Bild: Mutating bodies, Imploding stars, 2020. Filmstill

Gewaltvoll, ambivalent, verunsichernd: So wirkt unsere Realität. Wie können unsere Haltungen dazu aussehen? Diese Frage hat sich die Gesellschaft für Aktuelle Kunst in Bremen gestellt. Die Gruppenausstellung "Den leeren Strand überqueren, um den Ozean zu sehen" sucht nach Antworten.

Helles Licht, sattes Grün und eine sphärische Hintergrundakustik: Die Filmaufnahmen der litauischen Künstlerin Eglė Budvytytė wirken wie Szenen aus einem Märchenwald. Passend dazu tauchen im Bild vier Menschen auf, ihre Kleider sind zerrissen oder an einigen Stellen zusammengeknotet. Sie bewegen sich langsam und vorsichtig, umfassen einander, lehnen sich aneinander an, lassen die Arme und Beine über den Waldboden schleifen. Sie wirken wie die Fabelwesen, die in jeden Märchenwald gehören. Dieses Video ist eines von sieben Werken der Gruppenausstellung in der Gesellschaft für Aktuelle Kunst (GAK).

Es geht um einen dezidiert anderen Freundschaftsbegriff, der das Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt anders behandeln möchte.

Annette Hans
Annette Hans, Kuratorin

Im Kern soll es um das Thema "Freundschaft" gehen – allerdings um einen politischen Begriff von Freundschaft. "Nicht ein 'Ich gehe mit meinen Kumpels in die Kneipe und trinke ein Bier', sondern es geht um einen dezidiert anderen Freundschaftsbegriff, der das Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt anders behandeln möchte", erklärt Annette Hans, die Kuratorin der Ausstellung. Es gehe darum, Unterschiede und Konflikte anzuerkennen, damit umzugehen und auch die Perspektive des Gegenübers nachzuvollziehen: "Man muss sich selbst verändern, man wird verändert durch anderes, man leiht sich Stimmen, Gedanken, man erfährt Unterstützung. All diese Dinge sind in einem Prozess."

Klischees werden deutlich

Die Kolumbianerin Catalina González González fragt danach, wie sie als Frau mit lateinamerikanischen Wurzeln in Europa wahrgenommen wird. Diese Diskrepanz in der Wahrnehmung thematisiert sie in ihren Filmaufnahmen. Dafür hat sie im Hamburger Miniatur-Wunderland die stilisierte Nachbildung Lateinamerikas aufgenommen und Videoeindrücken von ihrem lateinamerikanischen Freundeskreis gegenübergestellt: ein fiktionalisiertes, fremdbestimmtes Klischee ihrer Heimat mit der Realität.

Genau bei diesen Klischees und den daraus entstehenden Konflikten setzt die Ausstellung an, sagt die Kuratorin: "Was die Arbeiten am meisten verbindet und ausmacht: Dass sie sich hineinbegeben in das, womit sie sich auseinandersetzen, statt eine objektive Distanz zu halten."

Besonders deutlich wird das in dem Werk von Ida Lennartsson: Mitten in den Ausstellungsraum hat sie große Metallbügel aus Kuhställen gestellt, mit denen die Tiere voneinander getrennt werden. Das Metall ist abgenutzt und dreckig. Im Hohlraum der Bügel sind kleine Lautsprecher angebracht. Wer das Ohr dicht dranhält, kann den Kuhstall hören.

Anregende Gruppenschau

Installation RA Walden: feladŷifâ, 2022
Installation von RA Walden: "Feladŷifâ" von 2022. Bild: Franziska von den Driesch

"Die GAK wagt den Blick hinter große Debatten – wie die im Rassismus, Umweltpolitik und Geschlechterrollen. Das wird mal mehr, mal weniger plakativ und damit auch mal mehr, mal weniger erfolgreich ausgehandelt. Zum Nachdenken regt die Gruppenschau aber allemal an", sagt Bremen-Zwei-Reporterin Lisa-Maria Röhling.

Die Ausstellung "Den leeren Strand überqueren, um den Ozean zu sehen" läuft vom 4. Juni bis 28. August in der GAK, Gesellschaft für Aktuelle Kunst in Bremen. Gezeigt werden Arbeiten von Eglė Budvytytė, Catalina González González, Ida Lennartsson, Atsushi Mannami, Martha Rosler und RA Walden.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 4. Juni 2022, 17:14 Uhr