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Der Sonntagmorgen mit Katrin Krämer

Im Porträt Tierschützer Friedrich Mülln kämpft unermüdlich gegen Tierquälerei

Autorin

Friedrich Mülln
Hat sein Leben zu 100 Prozent dem Tierschutz gewidmet: Friedrich Mülln Bild: Friedrich Mülln | Christian Adarn

Seit er als Jugendlicher gesehen hat, wie Puten in einer Mastanlage gehalten werden, lässt ihn das Leid der Tiere in Deutschlands Ställen nicht mehr los. Mit Undercover-Einsätzen und versteckten Kameras macht Friedrich Mülln die Ausbeutung der Tiere auch für die Öffentlichkeit sichtbar.

Gesprächszeit "Der Staat versagt" – Friedrich Mülln

Mit Undercover-Einsätzen und versteckten Kameras macht Friedrich Mülln die Ausbeutung von Tieren in Mastställen und Käfigen für die Öffentlichkeit sichtbar.

Friedrich Mülln
Friedrich Mülln Bild: Friedrich Mülln | Christian Adarn
Bild: Friedrich Mülln | Christian Adarn

Mit Friedrich Mülln kann man bestimmt gut zusammen essen – aber bitte vegan. Denn der 41-Jährige hat zu viel Tierquälerei gesehen in Schlachthöfen, in Massentier-Ställen und im Tierversuchslabor. Damit möchte er nichts zu tun haben und greift deshalb zu rein pflanzlicher Kost. Doch beruflich lassen ihn die Tiere und ihre Schicksale nicht los.

Das Ziel ist immer: Den Menschen die Informationen zu geben, wie ihre Lebensmittel oder Konsumprodukte hergestellt werden.

Friedrich Mülln, über das, was er mit seinen Fotos erreichen will
Friedrich Mülln
Als Jugendlicher war Mülln das erste Mal heimlich in einer Mastanlage. Bild: Friedrich Mülln

Mit versteckten Kameras dokumentiert er seit mehr als 25 Jahren, wie brutal und gewissenlos mit Tieren umgegangen wird, die für die Produktion von Steaks, Milch und Eier gehalten werden. Auch die Bio-Branche habe da keine weiße Weste, sagt Mülln. Auch die Pelz- und Daunen-Produktion hat er sich als Undercover-Agent angeschaut und dort – wie auch in einem Tierversuchslabor – das Leid in den Ställen und Käfigen festgehalten. "Das Ziel ist immer: Den Menschen die Informationen zu geben, wie ihre Lebensmittel oder Konsumprodukte hergestellt werden. Damit sie die Entscheidung treffen können, ob sie das noch mitmachen wollen."

Die Tierquälerei, die ich dort sah, brauste durch meine Jugendwelt wie ein Orkan.

Friedrich Mülln über seinen ersten heimlichen Besuch in einer Putenmast

Angefangen hat alles, als Friedrich Mülln als Teenager der Puten-Mastanlage in seiner bayerischen Nachbarschaft einen heimlichen Besuch abstattet. Was er sieht, schockiert ihn nachhaltig: "Die Tierquälerei, die ich dort sah, brauste durch meine Jugendwelt wie ein Orkan. Alles andere wurde plötzlich nebensächlich." Seitdem kämpft er weltweit unermüdlich gegen jegliche Form der Tierausbeutung.

Der Staat versagt, weil die Tier-Industrie eine mächtige Lobby hat.

Vorwürfe, die Friedrich Mülln erhebt, weil Tierquälerei immer wieder passiert
Friedrich Mülln
Kämpft mit der Kamera und vor Gericht: Friedrich Mülln. Bild: Friedrich Mülln

2012 hat Mülln eine eigene Organisation gegründet, die "Soko Tierschutz". Die hat mit Recherchen bereits dafür gesorgt, dass eine Reihe von Schlachthöfen in Deutschland schließen und Tierhalter sich vor Gericht verantworten mussten. "Mein Ziel ist, dass wir das Leid der Tiere so weit minimieren, dass man auf diesem Planeten halbwegs vernünftig in einer Koexistenz leben kann." Trotz der Erfolge fühlt sich Friedrich Mülln aber oft im Stich gelassen: Zu oft würden Staatsanwälte und Gerichte die Täter schützen und geringe Strafen aussprechen. "Der Fehler liegt im System. Der Staat versagt, weil die Tier-Industrie eine mächtige Lobby hat."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 18:05 Uhr