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Der Vormittag mit Britta Lumma

Im Porträt Friedrich Mücke liebt die Kamera mehr als die Bühne

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Schauspieler Friedrich Mücke
Friedrich Mücke ist dieses Jahr in Karoline Herfurths Film "Wunderschön" zu sehen. Bild: Schauspieleragentur Lambsdorff | Christian Hartmann

Seit gut einem Jahrzehnt schlüpft Friedrich Mücke im Fernsehen und Kino in die unterschiedlichsten Rollen. Angefangen hat er – wie viele Schauspielende – am Theater. Doch bevor es den gebürtigen Berliner auf die Bühne verschlug, absolvierte er eine ganz andere Ausbildung: Friedrich Mücke ist gelernter Erzieher.

Gesprächszeit "Die Ausbildung hat mir ganz viel Unsicherheit genommen" – Friedrich Mücke

Friedrich Mücke schlüpft im Fernsehen und Kino in die unterschiedlichsten Rollen. Der Theaterbühne hat der Schauspieler und gelernte Erzieher den Rücken gekehrt.

Audio vom 16. Februar 2021
Schauspieler Friedrich Mücke
Bild: Schauspieleragentur Lambsdorff | Christian Hartmann

Es dürfte nicht viele Schauspieler in Deutschland geben, die im Tatort sowohl einen Kommissar als auch einen Mörder gespielt haben, aber Friedrich Mücke ist einer von ihnen. Als Ermittler Henry Funck ging er nur zwei Folgen lang in Erfurt auf Verbrecherjagd, im Tatort "Das Team" war er zugleich Kommissar und Serienmörder. Er habe das im Schnelldurchlauf innerhalb von fünf Jahren erledigt, lacht Mücke.

Ich habe gemerkt, dass die Rolle des Kommissars Männern oder Frauen in einem höheren Alter besser steht.

Friedrich Mücke über sein Aus als Tatort-Kommissar

Dass es mit seiner Karriere als TV-Kriminalist so schnell wieder vorbei war, habe an mehreren Faktoren gelegen. So habe er vieles am Erfurter Tatort verbesserungswürdig gefunden, sei aber nicht in der Lage gewesen, das zu artikulieren. Seine Vision für seine Rolle als Kommissar habe sich nicht erfüllt, sagt Friedrich Mücke: "Ich habe gemerkt, dass die Rolle des Kommissars Männern oder Frauen in einem höheren Alter besser steht."

Erzieher und Schauspieler

Doch auch ohne den Tatort ist Friedrich Mücke gut beschäftigt. Im vergangenen Jahr erregte er im ARD-Science Fiction-Drama "Exit" viel Aufsehen, 2021 wird er unter anderem im neuen Film von Karoline Herfurth zu sehen sein. In "Wunderschön" spielt er einen Familienvater. Vieles aus dieser Rolle hat Mücke schon erlebt, denn er ist selbst dreifacher Papa. Und obendrein auch noch Experte, denn bevor er sich für eine Karriere als Schauspieler entschied, absolvierte Mücke zunächst eine Ausbildung als Erzieher. Er ist stolz auf diesen Abschluss, der ihm auch als kleiner Rettungsanker dient – für den Fall, dass es mit der Schauspielerei mal nicht mehr so gut laufen sollte: "Diese Ausbildung hat mir ganz viel Unsicherheit vor der Vergänglichkeit des Applauses von morgen genommen. Denn wenn der Applaus aufhört ist es zwar schade, aber ich geh nicht unter."

Wir haben nicht die geilsten Sachen gemacht am Volkstheater, aber ich hab immer gedacht, wir fahren zum Theatertreffen damit.

Friedrich Mücke über seine Zeit am Münchner Volkstheater

Seine Schauspiel-Ausbildung machte der gebürtige Berliner an der Ernst-Busch-Schule, einer Kaderschmiede, die unter anderem auch Lars Eidinger, Julia Jentsch und August Diehl durchlaufen haben. Nach dem Abschluss hatte Mücke hohe Ansprüche an das, was er machen wollte. "Wenn man auf dem Rolls Royce der Schauspielschulen ausgebildet wurde, dann möchte man danach auch am Ferrari unter den Theatern spielen", so Mücke. Doch es kam amders: Das Münchner Volkstheater wurde seine künstlerische Heimat. Eine pragmatische Entscheidung. Statt an einem der großen Häuser in der zweiten oder dritten Reihe zu versauern, konnte er hier große Rollen spielen: "Wir haben nicht die geilsten Sachen gemacht am Volkstheater, aber ich hab immer gedacht, wir fahren zum Theatertreffen damit."

Von der Bühne zum Film

Friedrich Mücke sagt offen, dass die Bühne nicht mehr seine ganz große Liebe ist. Das große Spiel, das auch beim Zuschauer in der zehnten Reihe ankommen soll, ist einfach nicht seine Sache, gibt Mücke zu. Vor und mit der Kamera kann er sich besser ausdrücken und die wechselnden Teams beim Film liegen ihm mehr als die "Zwangsbeziehungen" in einem Theaterensemble. Und der Erfolg, den er als Schauspieler in Film und Fernsehen hat, gibt ihm Recht.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 18.02.2021, 18:05 Uhr