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Der Nachmittag mit Marius Zekri

Im Porträt Thriller-Autor Frank Schätzing erzählt, wie wir die Welt retten können

Autor

Schriftsteller Frank Schätzing 2019 (Archivbild)
Bild: DPA | Geisler-Fotopress/Christoph Hardt

Frank Schätzing ist vor allem für seinen Thriller "Der Schwarm" bekannt. Nun hat er sein erstes Sachbuch veröffentlicht: "Was, wenn wir einfach die Welt retten?" Es geht darin um Ursachen, Folgen und Handlungsempfehlungen zum Klimawandel.

Gesprächszeit "Auch ein Sachbuch von mir ist ein halber Thriller" – Frank Schätzing

Frank Schätzing ist vor allem für seinen Thriller "Der Schwarm" bekannt. Nun hat er sein erstes Sachbuch veröffentlicht – zum Klimawandel: "Was, wenn wir einfach die Welt retten?"

Schriftsteller Frank Schätzing 2019 (Archivbild)
Bild: DPA | Geisler-Fotopress/Christoph Hardt
Bild: DPA | Geisler-Fotopress/Christoph Hardt

Frank Schätzing gehört zu Deutschlands erfolgreichsten Schriftstellern der jüngeren Zeit. Er gilt als Visionär, dessen Szenarien oft nur einen Herzschlag von unserer Lebensrealität entfernt sind. Sein erfolgreichstes Werk ist der Thriller "Der Schwarm" aus dem Jahr 2004. Darin wird die Menschheit von einer unbekannten, überaus intelligenten Lebensform aus der Tiefsee bedroht, die Rache an den Umweltsünden der Menschen nimmt. Die Idee dazu kam Schätzing in einem Traum:

Ich träumte, dass ich über einen Ozean schwebe, in dem sich Meerestiere zusammenrotten. Immer mehr – so weit das Auge reicht. Da dachte ich: Das Leben in den Meeren hat sich gegen uns verschworen. Die wollen uns loswerden!

Frank Schätzing über seinen Traum, aus dem schließlich "Der Schwarm" entstand

Diesen Traum schreibt sich Schätzing auf einen Zettel, der zunächst im Schreibtisch verschwindet. Erst einige Jahre später – während einer Whale Watching-Tour vor der kanadischen Küste – kommt ihm der Zettel wieder ins Gedächtnis. Als wiederum Jahre später "Der Schwarm" erscheint, wird er ein gigantischer Erfolg – und Schätzing startet mit Mitte 40 eine ebenso späte wie unerwartete Karriere als Schriftsteller. Zuvor ist sein Lebensweg von zahlreichen Kurven und Abzweigungen geprägt.

Schätzing wächst wohlbehütet im Köln der 1960er- und 1970er-Jahre auf. Seine Eltern haben für ihn eine eher klassische Karriere im Sinn – Musik, Malerei und Schriftstellerei seien nicht Teil dieses Plans gewesen, so Schätzing. Er selbst sei aber immer ein Träumer gewesen, der nie richtig dazugehörte.

Schon zur Schulzeit habe ich mehr in Fantasiewelten als in der Realität gelebt. In der Klasse war ich Außenseiter mit ziemlich schrägen Ideen im Kopf.

Frank Schätzing über seine Kindheit

Auf der gerade verlaufenden Hauptstraße des Lebens fühlt sich dieser träumende Junge nie wohl. Schulabschluss, Lehre, Studium, Beruf, Hochzeit, Familie, Eigenheim, Zweitwagen, Beförderung, Ruhestand – diese Geradlinigkeit ist nichts für ihn. Schätzing faszinieren eher die dunklen, unübersichtlichen Seitengassen und Abzweige des Lebens. Alles andere sei für ihn "entsetzlich langweilig und kalkuliert".

Statt Rockstar: Werbetexter, dann Schriftsteller

Lange Zeit will Schätzing Rockstar werden. Der Grund ist Suzi Quatro, die als Poster über seinem Bett hängt: "Mir war schnell klar: Wenn ich bei ihr landen wollte, dann musste ich ihr auf Augenhöhe begegnen. Und das würde nur funktionieren, wenn ich auch ein erfolgreicher Rockstar werden würde." Weil es mit dem ersehnten Plattenvertrag nicht klappt, jobbt Schätzing als Schallplatten-Verkäufer in einem großen Elektronik-Markt. Als er in flagranti dabei erwischt wird, wie er die Wände der Mitarbeitertoiletten "verziert", fliegt er allerdings raus.

Ich hatte schon immer eine klare Vorstellung von guten Texten.

Frank Schätzing

Deutlich erfolgreicher verläuft seine Karriere in der Werbebranche, in der er als Kundenberater beginnt. Schätzing erinnert sich: "Ich war ein ziemlicher Chaot, weil ich unorganisiert war. Ich hatte aber schon immer eine klare Vorstellung von guten Texten. Und die, die ich zugeliefert bekam, fand ich immer scheiße. Deshalb habe ich die einfach umgeschrieben. Irgendwann fragte mich dann mein Chef, warum ich das mache. Und ich sagte: 'Weil ich glaube, dass die nicht gut sind.' Worauf er sagte: 'Weißt du was, das Gefühl habe ich auch.'"

Und so wird Schätzing zunächst Werbetexter, dann Kampagnenleiter und schließlich Mitinhaber einer eigenen, 60-köpfigen Werbeagentur. Parallel beginnt er mit dem Schreiben.

Als die Terroranschläge vom 11. September 2001 die Werbebranche in eine tiefe Krise stürzen, trifft Schätzing die wohl beste Entscheidung seines Lebens: Er macht das Schreiben zu seinem Beruf. Gleich seine erste Veröffentlichung "Der Schwarm" wird zum internationalen Erfolg mit mehr als viereinhalb Millionen verkauften Exemplaren. Auch die Nachfolger "Limit", "Breaking News" und "Die Tyrannei des Schmetterlings" werden zu Bestsellern. Ihre Themen: die Gewinnung eines Heliumisotops auf dem Mond, der Nahost-Konflikt und Künstliche Intelligenz.

Wie eine fiktive Netflix-Serie, in der wir die Drehbücher für die nächsten Staffeln selbst schreiben können.

Frank Schätzing über sein Sachbuch "Was, wenn wir einfach die Welt retten?"

Gerade ist Frank Schätzings erstes Sachbuch erschienen. In "Was, wenn wir einfach die Welt retten?" geht es um Ursachen, Folgen und Handlungsempfehlungen zum Klimawandel.

Schätzing ist überzeugt, dass die Menschheit das Schlimmste noch abwenden und die Erderwärmung in einem erträglichem Rahmen halten kann. Aber die Zeit drängt. Mit Blick auf den Buchtitel sagt er: "Die Welt zu retten, ist natürlich nicht einfach. Aber die bewusste Entscheidung, es tun zu wollen, ist einfach. Zum Beispiel, indem man sich vornimmt, für den Klimaschutz keine faulen Kompromisse mehr einzugehen. Oder wegzukommen von der Ausrede, dass man alleine nichts ausrichten kann. Denn das ist schlicht falsch."

Auch für sein neues Buch hat Schätzing wieder mehrere Jahre recherchiert. Alles sei faktenbasiert, betont er. Es falle zwar in die Kategorie "Sachbuch", sei am Ende aber doch wieder eine Art Thriller geworden. Ein Thriller, in dem wir – die Menschen – die Hauptrolle spielen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 27.05.2021, 18:05 Uhr