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Die Nacht

Im Porträt Fotografin Esther Horvath über ihre Arbeit in der Arktis

Autorin

Eine Frau steht in einer roten Jacke mit Kopflampe und Kamera im Schnee.
Im arktischen Winter muss Expeditionsfotografin Esther Horvath mit künstlichem Licht auskommen. Bild: Alfred-Wegener-Institut | Jakob Stark

Ein Winter im ewigen Eis, eingefroren im Nordpolarmeer – die Mosaic Expedition des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts war die größte Arktis-Forschungsexpedition aller Zeiten. Esther Horvath hat die Reise als Fotografin begleitet und Monate lang kein Sonnenlicht gesehen. Kopflampen und Scheinwerfer waren ihre einzigen Lichtquellen, um diese einzigartige Forschungsreise festzuhalten.

Gesprächszeit "Es ist sehr schmerzhaft, bei - 40 Grad zu arbeiten" – Esther Horvath

Esther Horvath hat die Arktis-Expedition des Alfred-Wegener-Instituts als Fotografin begleitet. Kopflampen und Scheinwerfer waren ihre einzige Lichtquellen.

Eine Frau steht in einer roten Jacke mit Kopflampe und Kamera im Schnee.
Bild: Alfred-Wegener-Institut | Jakob Stark
Bild: Alfred-Wegener-Institut | Jakob Stark

Eigentlich hatte Esther Horvath Wirtschaftswissenschaften studiert. Doch als sie zu ihrem 25. Geburtstag eine Kamera geschenkt bekam, änderte sich ihr Leben. Heute arbeitet die ungarische Fotografin für das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven und hat die bisher größte Arktis-Expedition fotografisch dokumentiert: "Als ich mit 25 meine erste Kamera bekommen hatte, habe ich gemerkt, dass ich meinen Traum, den ich immer hatte – Buch-Illustratorin zu werden, Geschichten visuell zu zeigen – das kann ich jetzt mit einer Kamera. Ich habe einen sehr starken Ruf in mir gespürt, dass ich diesen Weg jetzt gehen kann, damit ich meine Träume erfüllen kann."

Mit zwei Koffern von Wien nach New York

Die Kamera, die Esther Horvath 2004 zu ihrem Geburtstag erhielt, hat sie heute nicht mehr. Die Liebe zur Fotografie ist allerdings geblieben. Bereits 2005 erhielt sie bei einem internationalen Fotowettbewerb einen Sonderpreis. Weitere Fotowettbewerbe und Auszeichnungen folgten.

Zwei Personen laufen über das Eis auf das Schiff "Polarstern" zu.
Expedtion in der Arktis: Esther Horvath war auf der Polarstern dabei. Bild: Alfred-Wegener-Institut | Esther Horvath

Doch der tatsächliche Karriereumschwung geschah mit ihrem Umzug nach New York. Die Idee hatte Esther Horvath 2010, als sie bei einem New-York-Besuch das International Center of Photography entdeckte. Als sie nach einem langen Bewerbungsprozess dort angenommen wurde, zog sie mit zwei Koffern von Wien nach New York. Am International Center of Photography absolvierte sie ein Studium im Bereich Dokumentation und Fotojournalismus. Nebenbei arbeitete sie weiterhin für ihren alten Arbeitgeber und finanzierte durch weitere Fotoprojekte ihr Studium.

Es ist sehr schmerzhaft, auf dem Meereis bei minus 40 Grad zu arbeiten.

Esther Horvath über das Fotografieren in der Arktis

2015 nahm sie an einer arktischen Expedition für das US-Magazin Audubon teil – und verliebte sich in die karge Polarlandschaft. Durch einen Zufall traf sie kurz darauf Karin Lochte, die damalige Leiterin des Alfred-Wegener-Instituts (AWI), und schlug eine Kooperation vor. Seit 2018 ist Esther Horvath beim AWI angestellt und hat bereits mehrere Male die Polarregionen bereist. Unter den extremen Wetterbedingungen zu arbeiten, sei alles andere als einfach, sagt sie: "Es ist sehr schmerzhaft auf dem Meereis bei minus 40 Grad zu arbeiten. Die Kamera ist aus Metall, leitet die Kälte sehr schnell und mir frieren ständig die Hände ab. Auf den Auslöser-Knopf habe ich noch etwas drauf montiert, dass ich ihn mit meinen Fäustlingen drücken kann."

Rembrandt als Inspirationsquelle

Für ihre Arbeit bei der Mosaic-Expedition, der bisher größten Arktis-Expedtion aller Zeiten, fand Esther Horvarth in der Hamburger Kunsthalle eine Inspirationsquelle: "Ich habe eine Postkarte von Rembrandt mitgenommen, wo das Licht mir gut gefallen hat, und ich wollte dieses Licht auch kreieren."

Dass Eisbären so nah zu uns kommen, werden wir wahrscheinlich nicht so oft sehen.

Esther Horvath über die Eisbären, die sie auf der Mosaic-Expedition fotografiert hat.
Zwei Eisbären stehten im Licht eines Scheinwerfers und begutachten rote Fähnchen.
Für dieses Bild wurde Horvath mit dem World Press Photo Award ausgezeichnet. Bild: Esther Horvath für The New York Times

Zwei Eisbären, die im Licht der Polarstern die Expeditionsausrüstung inspizieren: Für dieses Bild erhielt Esther Horvath den World Press Photo Award in der Kategorie Umwelt. "Wenn wir auf dem Meereis gewesen wären, hätte ich dieses Foto gar nicht geschafft", erinnert sich Horvath. "Ich habe schon gedacht: Dass sie so nah zu uns kommen, werden wir wahrscheinlich nicht so oft sehen." Und mit ihrem Bauchgefühl, dass dies ein ganz besonderer Moment war, lag Esther Horvath genau richtig.

Durch ihre Arbeit kann Esther Horvath heute ihren Traum verwirklichen: Durch ihre Bilder auf die rasante Veränderung des Klimas aufmerksam machen, die besonders in den Polarregionen stark spürbar ist.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 23. November, 18:05 Uhr