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Der Nachmittag mit Marius Zekri

Im Porträt Doreen Gaumann ist mit Herzblut Braumeisterin

Autoren

  • Felix Gerhardt
Doreen Gaumann
Doreen Gaumann hat vor ihrer Ausbildung lieber Bier-Mischgetränke getrunken. Heute unvorstellbar für die Braumeisterin. Bild: Doreen Gaumann

Als junge Frau wurde ihr beim Bierbrauen oft wenig zugetraut: Doch Doreen Gaumann hat sich durchgesetzt und ist Braumeisterin der Bremer Union-Brauerei geworden.

Gesprächszeit "Man hat mir viele Dinge nicht zugetraut" – Doreen Gaumann

Als junge Frau wurde ihr beim Bierbrauen oft wenig zugetraut: Doch Doreen Gaumann hat sich durchgesetzt und ist Braumeisterin der Bremer Union-Brauerei.

Audio vom 11. Dezember 2020
Doreen Gaumann
Doreen Gaumann Bild: Doreen Gaumann

Bierdurst? Kennt sie nicht. Biertrinkerin? Ist sie erst durch ihren Job geworden. Auch deshalb ist Doreen Gaumann außergewöhnlich. Die 29-Jährige ist Braumeisterin. Normalerweise ein Beruf, den Männer dominieren. Gaumann übt ihn mit so viel Herzblut aus, dass sie auch in Urlaub und Freizeit nicht genug davon bekommen kann.

"Ich hatte Interesse an Naturwisschenschaften, wollte in den Lebensmittelbereich, war aber nie auf der Suche nach einer Brauer-Ausbildung", sagt die gebürtige Sulingerin. Vielmehr sei sie da "reingerutscht".

Es war immer so: 'Na ja, das kannst du nicht, lass' mich das lieber machen.'

Doreen Gaumann
Doreen Gaumann über ihre beruflichen Anfänge in der Brau-Branche

Schon im Vorstellungsgespräch bei einer Bremer Großbrauerei habe man ihr gesagt, dass es ein männlich dominierter Beruf sei – und noch während der Meisterschule wurde ihr qua Geschlecht Inkompetenz zugesprochen: "Es war immer so: 'Na ja, das kannst du nicht, lass' mich das lieber machen.' Es war eher so, dass mir Inkompetenz zugesprochen wurde und man mir viele Dinge schlichtweg nicht zugetraut hat", erinnert sich Doreen Gaumann. In Bremen wurde daraus aber schnell ein: "Hier, wir brauchen Hilfe, komm' mal bitte schnell vorbei!"

Bier als Leidenschaft

Ihre Liebe zum Bier hat Gaumann erst während der Ausbildung entdeckt. Sie sei vorher eher Bier-Mischgetränke-Trinkerin gewesen. "Mittlerweile gehe ich meinen Freunden auf den Sack mit Bier", lacht die 29-Jährige. "Ich wollte mir neulich ein Bier-Menü bestellen für 60 Euro, da kostet eine Flasche 20 Euro. Das ist einfach meine Leidenschaft." Und das merkt man auch, wenn Doreen Gaumann über Bier spricht. Die Augen strahlen, das Dauerlächeln wird nur von häufigem herzhaften Lachen unterbrochen.

Das klassische Feierabend-Bier gibt es bei Gaumann allerdings nicht: "Wir reden immer noch von Alkohol und wenn ich immer dieses Gewohnheitsbier hätte, wäre ich irgendwann wie ein Raucher und könnte nicht mehr davon weg. In diese Situation will ich nie kommen, denn dann werde ich diesen Job nicht mehr machen können."

Es sah schon echt dekadent aus.

Doreen Gaumann
Doreen Gaumann über sich selbst und ihr eigens gebrautes Festival-Bier

Ein Job. Das ist es letztlich auch für Doreen Gaumann. Sie will davon leben können, aber das ist fast ein positiver Nebeneffekt. "Ich stehe montagmorgens auf und habe Bock! Und ich habe nicht die Situation, dass ich sage; 'Ich brauche drei Wochen Urlaub, weil ich das sonst nicht mehr packe'." Im Gegenteil: Ihren Urlaub nutzt sie gerne für Bier-Reisen. So ging ihre letzte Reise zu einem belgischen Kollegen, den sie aus der Meisterschule kennt, um neue Biere auszuprobieren. 

In ihrem Job ist sie außergewöhnlich, im echten Leben ist Doreen Gaumann dann aber auch eine ganz normale 29-Jährige – nur eben mit Bier-Spleen. Im vergangenen Jahr besuchte sie ein Festival. Doch während die klassische Verköstigung hier eher Dosenbier ist, brachte sie sich ihr selbst-gebrautes Craft-Beer mit. "Es sah schon echt dekadent aus, aber es war cool", sagt sie. Und während die Augen strahlen, setzt sie wieder an zu einem lauten Lachen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 10. Dezember 2020, 18:05 Uhr