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Zeiglers wunderbare Welt des Pop mit Arnd Zeigler

Im Porträt "Wie ein Opa" – dieser Bremer setzt sich für Geflüchtete ein

Autorin

Zwei Männer stehen nebeneinander in einem Garten
Detlev Busche und Mohammad Khawari verbindet mehr als Freundschaft. Für Mohammad gehört Busche zur Familie. Bild: Radio Bremen | Claudia Scholz

Lieblingsmenschen, das sind für uns Alltagshelden, die Besonderes leisten oder einfach ihr Umfeld verzaubern. Solche Lieblingsmenschen stellen wir Ihnen regelmäßig vor. Dieses Mal ist es Detlev Busche vom Bremer Verein "Fluchtraum". Er engagiert sich seit sechs Jahren für junge Geflüchtete – und ist für viele von ihnen längst mehr geworden als ein Helfer.

Detlev Busche ist zum Familienersatz für junge Geflüchtete geworden

Detlev Busche vom Bremer Verein "Fluchtraum" engagiert sich seit sechs Jahren für junge Geflüchtete – und ist für viele von ihnen mehr geworden als ein Helfer.

Zwei Männer stehen nebeneinander in einem Garten
Detlev Busche und Mohammad Khawari verbindet mehr als Freundschaft. Für Mohammad gehört zur Familie. Bild: Radio Bremen | Claudia Scholz
Bild: Radio Bremen | Claudia Scholz

Detlev Busche ist ein Mann, der gern lächelt. Und wenn er an den Sommer 2015 denkt, dann kräuseln sich die kleinen Fältchen um seine Augen wieder. Denn in diesem Sommer ist seine Welt größer geworden. Alles fing mit Oury an – einem jungen Mann aus Nigeria, mit dem Detlev Busche Deutsch übte.

Mitarbeiterinnen der Flüchtlingsunterkunft Borgfelder Warft hatten Detlev Busche kontaktiert, denn er engagierte sich damals schon beim "Borgfelder Runden Tisch" für Geflüchtete. "In dem Zusammenhang habe ich mich dann für eine ehrenamtliche Vormundschaft beworben. Wenn man das machen will, muss man eine Qualifikation machen, die habe ich bei Fluchtraum gemacht und bin dann als Vormund von Oury eingestiegen", erzählt Busche.

Sprung ins kalte Wasser

Als wenige Monate später dann das Telefon klingelte und sein ehemaliger Chef fragte, ob Busche die Notunterkunft in der Borgfelder Turnhalle leiten könne, da hat er nicht lange überlegt. Und dass, obwohl diese Arbeit absolutes Neuland für Busche war, denn er kannte weder das Team, noch hatte er bisher mit Migranten gearbeitet.

Einer der neuen Bewohner der Borgfelder Turnhalle war Mohammad Khawari. Er war damals 17 Jahre alt und gerade erst mit seinem Bruder aus dem Iran geflohen. Es war seine zweite Flucht, denn seine Familie kommt ursprünglich aus Afghanistan. "Mein Bruder wollte nach Europa, deswegen bin ich mit ihm geflüchtet. Wir waren fast zwei Monate unterwegs, dann wir sind am 3. September 2015 in München angekommen", erzählt Mohammad Khawari.

Von München kamen die Brüder nach Bremen. Und er, als Minderjähriger, in die Borgfelder Turnhalle. Alles sei schwierig gewesen am Anfang, erinnert sich Mohammad. Er kannte niemanden und hatte Angst, dass sein Bruder in eine andere Stadt kommen könnte. In der Turnhalle lernte er Detlev Busche kennen – und bekam dadurch eine neue Familie.

Er ist wie ein Opa. Wir waren eine Familie – und bleiben eine Familie.

Mohammad Khawari über Detlev Busche

Detlev Busche war für Mohammad besonders wichtig, denn er musste alles zurücklassen. Nur seinen Bruder hatte er noch. In Borgfeld traf auf Menschen, die ihm das Ankommen erleichtert haben, erzählt er. Sie haben mit ihm Deutsch gelernt, es gab Kreativkurse, aber genauso Hilfe bei Formularen.

Genau das sei für die jungen Geflüchteten enorm wichtig gewesen, sagt Detlev Busche. Die Jungs aus der Turnhalle wurden zu seinen Jungs. Mit Mohammad verbindet ihn besonders viel. "Wir waren zusammen vor zwei Jahren in Paris. Wir waren vor kurzem im Saarland und haben dort eine Woche gearbeitet. Wenn irgendwas ist, dann bin ich für ihn da. Ich kriege so viel zurück, von Mohammad und den anderen, dass mir das überhaupt nicht schwer fällt."

Wenn er so über Mohammad spricht, steckt viel Stolz in seiner Stimme. Er ist stolz auf den jungen Mann, der so viel geschafft hat seit 2015. Corona hat viele der jungen Leute ausgebremst, auch Mohammad Khawari. Trotzdem bleibt er optimistisch. Eine Ausbildung in der städtischen Verwaltung ist jetzt sein Ziel. Wenn das nicht klappt, will er sein Fachabi machen und studieren. Auf eines kann er sich dabei verlassen – dass Detlev Busche für ihn da ist.

Mehr Lieblingsmenschen

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 26. Juni 2021, 15:20 Uhr