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Die Nacht

In der Ausstellung Zeichnen als Kulturtechnik: "Jeder kann zeichnen!"

Zeichnung einer ungewöhnlichen Mausefalle.
Patent des Wilhelm Müller aus Stuttgart auf eine Mausefalle, 1868. Bild: Horst-Janssen-Museum | Landesarchiv Baden-Württemberg. Abt. Staatsarchiv, Ludwigsburg

Das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg zeigt weit mehr als nur die Werke des Namensgebers. In den vergangenen 20 Jahren waren dort Ausstellungen mit Werken von Picasso oder Chagall zu sehen. Zum 20. Geburtstag präsentiert sich das Museum als modernes Haus für Zeichnung und Grafik mit der Ausstellung "Das kann nur Zeichnung! Von Beethoven bis Pinterest".

Eine Partitur von Beethoven, surrealistische Bilder, ein Schnittmuster für Damenkostüme, Storyboards, gezeichnete Filme oder die anatomische Studie eines Auges – das alles und noch mehr hängt in der Ausstellung: "Das kann nur Zeichnung!".

Das Besondere: Es gibt keine Hierarchie zwischen Kinderzeichnung, Piktogramm oder Grafic Novel – denn die Besucher sollen nicht vor Ehrfurcht erstarren vor einem Meisterwerk, sondern das Zeichnen selbst als Kulturtechnik entdecken, sagt die Museumsdirektorin Jutta Moster-Hoos: "Der Mensch kann zeichnen – und zwar jeder (...). Das ist vielleicht auch der Unterschied zu der Ölmalerei, wo ich richtige Skills brauche. Mit einem Griffel in der Hand legt ein kleines Kind schon los. Es macht eine Zeichnung noch bevor es sprechen kann. Und diesem Phänomen wollten wir nachgehen. Wir haben alles zugelassen, was uns als Zeichnung wichtig erschien."

Mit Papier und Stift

Etwa 180 Werke sind in sieben Abteilungen geordnet. Das Älteste ist ein Stammbaum von 1600. Die Neuesten sind die gezeichneten Reportagen von Viktoria Lomasko. Die russische Künstlerin war in Moskau bei den jüngsten Solidaritätsbekundungen mit Belarus. Viktoria Lomasko hat für die Ausstellung Fragmente aus ihren Zeichnungen zu großen Wandbildern zusammengesetzt.

Victoria Lomasko, Ausschnitte aus der Serie Permalockdown ("Closed in Time" und "Viva Belarus"), 2020, Victoria Lomasko
Victoria Lomasko, Ausschnitte aus der Serie Permalockdown ("Closed in Time" und "Viva Belarus"), 2020, Victoria Lomasko Bild: Horst-Janssen-Museum Oldenburg | Victoria Lomasko

Sie zeichnete Menschen, die mit ihren Transparenten Polizisten gegenüberstehen und beobachtete deren Körpersprache. Während die Polizei Kameras und Handys von Journalisten beschlagnahmte, blieben ihr Papier und Stift, sagt die Kuratorin Sabine Siebel. "Die Zeichnung, da ist sie mitten im Geschehen. Ihr Anliegen ist es eben auch, dieses 'mittendrin zu sein', zeichnerisch einzufangen. Man kann das sehr schön an den einzelnen Blättern sehen. Man hat als Betrachter von den Zeichnungen das Gefühl, dass man unmittelbar davor steht."

Imagination im Kopf

Andere Werke der Schau entspringen komplett der Fantasie der Zeichner, wie die von Alin A. Cowan. Mit feinen Bleistiftstrichen entsteht bei ihr eine Art Wesen mit einem breiten Schnabel. Hat es offen liegende Muskeln oder sind das eher Holzsplitter von einem Ast? Für das Abgebildete findet auch die Museumsdirektorin keine Worte: "Da kann man nicht so richtig erklären, was sich da auf dem Bild abspielt (...). Aber es ist zeichnerisch etwas festgehalten, eine Imagination in ihrem Kopf (...)."

Spätestens hier wird deutlich: "Das kann nur Zeichnung!" Die Schau lohnt sich auf jeden Fall für alle, die gern zeichnen. Wer meint, er könne das nicht, erfährt hier vielleicht, dass das nicht stimmt. Denn an einem Zeichentisch am Schluss der Ausstellung kann jeder selbst verschiedene Dinge abzeichnen oder seiner Fantasie mit dem Stift auf dem Papier freien Lauf lassen.

Kinderzeichnung mit Drachen.
Eine Kinderzeichnung aus der Ausstellung "Das kann nur Zeichnung". Bild: Horst-Janssen-Museum | Paul

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 5. Oktober 2020, 12:38 Uhr