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Im Porträt Warum Constantin Schreiber eine politische Dystopie geschrieben hat

Autorin

Moderator und Autor Constantin Schreiber (Archivbild)
Ist gespannt auf die Debatten um seinen ersten Roman: Constantin Schreiber Bild: DPA | Geisler-Fotopress/Christoph Hardt

Er ist das neue Gesicht bei der Tagesschau. Seit Anfang Januar präsentiert Constantin Schreiber regelmäßig die 20-Uhr-Hauptausgabe im Ersten. Nach vielen Sachbüchern ist nun auch sein erster Roman "Die Kandidatin" erschienen: eine dystopische Geschichte im Deutschland 2050, in dem sich radikale linke und rechte Lager unversöhnlich gegenüber stehen.

Gesprächszeit "Massive Ausschreitungen halte ich für denkbar" – Constantin Schreiber

Constantin Schreiber ist das neue Gesicht der Tagesschau und er hat seinen ersten Roman geschrieben: "Die Kandidatin", eine politische Dystopie.

Audio vom 19. Mai 2021
Moderator und Autor Constantin Schreiber (Archivbild)
Bild: DPA | Geisler-Fotopress/Christoph Hardt

Vor der Kamera steht Constantin Schreiber seit vielen Jahren. Er hat als Korrespondent für die Deutsche Welle in Dubai gearbeitet und für den privaten Sender N-TV die Reihe "Marhaba, Flüchtling. Ankommen in Deutschland" erfunden. 2016 wurde er dafür mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.

Die dachten, das ist synchronisiert, ich beweg' nur die Lippen.

Constantin Schreiber über arabische Reaktionen auf seine Wissenschaftssendung im ägyptischen Fernsehen

Constantin Schreiber war schreibender Reporter für eine libanesische Tageszeitung und war mit der Kamera unterwegs im Sudan, in Somalia und im Tschad. In Ägypten ist er übrigens ein richtiger TV-Star! Wenn er das Wissenschafts-Magazin "SciTech – Unsere Welt von morgen" moderiert, schauen Millionen zu. Die Sendung läuft seit 2011 nämlich auch erfolgreich in Quatar und im Oman: "Das gibt es in arabischen Ländern eigentlich gar nicht: Dass da so ein Europäer steht, dunkelblond, jedenfalls erkennbar nicht-arabischer Herkunft, und dann so ein Programm macht. Am Anfang habe ich viele Zuschriften bekommen. Die dachten, das ist synchronisiert, ich beweg' nur die Lippen. Aber es macht großen Spaß und ich häng' da sehr dran."

Es war erstaunlich zu sehen, wie schnell man eine Sprache lernen kann, wenn man wirklich muss.

Constantin Schreiber über die Zeit, als er als Junge in Damaskus Arabisch lernte

Der studierte Jurist spricht perfekt arabisch und er kam schon früh mit der arabischen Welt in Kontakt. Als Jugendlicher verbrachte er seine Ferien bei einer befreundeten syrischen Familie in Damaskus. Fremd habe er sich gefühlt, sagt Schreiber, auch, weil es damals – Ende der 1990er Jahre – kaum andere Touristen in Syrien gab: "Da konnten die meisten keine Fremdsprache, und es war erstaunlich zu sehen, wie schnell man eine Sprache lernen kann, wenn man wirklich muss." Schreiber wurde beäugt wie ein bunter Hund: "So wie in Syrien habe ich das nirgendwo sonst erlebt, dass man wirklich ein Ereignis ist, wenn man auf die Straße geht", erinnert sich der heute 41-Jährige. Das sozialistische Land war ein Spitzelstaat und schottete sich ab. Aber Schreiber war auch fasziniert von der Kultur und entschloss sich, weitere Länder kennen zu lernen.

Dass es zu massiven Zusammenstößen kommt, wenn sich das politische Klima nicht irgendwie bessert – das halte ich für absolut real.

Constantin Schreiber auf die Frage, wie realitätsnah sein neuer Roman ist

Geboren wurde Constantin Schreiber 1979 in Cuxhaven, zur Schule gegangen ist er in Wilhelmshaven, wo sein Vater Oberstadtdirektor war. Nach dem Abitur – Leistungsfächer Latein und Chemie – arbeitete er im ägyptischen Port Said und ging zum Studium nach Passau und Oxford. Er arbeitete für eine Bank und schrieb 2010 sein erstes Sachbuch: "Ausverkauf Deutschland. Wie ausländische Investoren unser Land übernehmen". Es folgten "Inside Islam. Was in Deutschlands Moscheen gepredigt wird" und "Kinder des Koran. Was muslimische Kinder lernen".

Nun ist sein erster Roman erschienen: "Die Kandidatin". Eine dystopische Geschichte, in der er von Deutschland um das Jahr 2050 erzählt, in dem die Radikalisierung des rechten und linken Lagers von heute zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen geführt hat. "Dass es zu massiven Zusammenstößen kommt, wenn sich das politische Klima nicht irgendwie bessert – das halte ich für absolut reell", sagt Schreiber über seinen literarischen Blick in die Zukunft. Ein Sachbuch fand er für sein Gedankenexperiment, mit Protagonistin Sabah Hussein das erste Mal eine Muslimin um das Amt der Bundeskanzlerin kandidieren zu lassen, nicht passend. Auf die Gespräche und Debatten, die sein Buch nun womöglich auslösen wird, ist Constantin Schreiber schon gespannt.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 19. Mai 2021, 18:05 Uhr