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Die Nacht

Im Porträt Bond-Bösewicht mit stahlblauen Augen: Schauspieler Clemens Schick

Autorin

Clemens Schick
Clemens Schick und Moderatorin Katrin Krämer. Bild: Radio Bremen | Bernd Scholz

Clemens Schicks Mutter empfahl ihm früher Bademeister zu werden, weil er so ein schlechter Schüler war. Mittlerweile ist er ein erfolgreicher Schauspieler – und hat sogar schon den Bösewicht bei James Bond gespielt. Am 26. April 2022 war Clemens Schick unser erster Frühlingsgast im Theater Laboratorium in Oldenburg.

Clemens Schick
Clemens Schick

"Ich war ein wahnsinnig schlechter Schüler" – Clemens Schick

Als Kind wollte Clemens Schick nicht Schauspieler, sondern Zirkusartist werden. Die großen Artistenschulen waren damals in Ostberlin, Budapest und Paris. Seine Eltern wollten ihn jedoch nicht ins Ausland schicken.

Bild: PR Schumacher | Christian Hartmann

Weißes T-Shirt, dunkelblaue, aufgekrempelte Jeans, hochglanzpolierte braune Lederschuhe. Und dann diese stahlblauen Augen. Clemens Schick sieht cool aus, wirkt aber, im Aufwärmgespräch mit Moderatorin Katrin Krämer kurz vor Beginn der Aufzeichnung, fast ein bisschen schüchtern. Angesprochen auf seine vielen Actionrollen sagt er humorvoll: Ja, er sei gerne in Bewegung.

Irgendwann saß ich im Flugzeug, hab' auf die Welt runtergeschaut, musste wieder rausspringen und dachte: 'Hoffentlich wird dieser Film gut.'

Clemens Schick über besondere Dreharbeiten

Clemens Schick geht Risiken ein. Er besitzt eine Lizenz für Autorennen und fährt gern mit dem Motorrad. Zu seinen Sportarten zählen außerdem Turnen, Turmspringen und Reiten. Als er bei einem Casting gefragt wurde, ob er Fallschirmspringen könne, sagte er sofort: "Ja, klar." Er bekam die Rolle und drehte einen Monat lang Kampfszenen in der Luft. Immer und immer wieder musste er springen, aus bis zu 5.000 Metern Höhe.

Clemens Schick
Viele Gäste im Café des Theater Laboratiums in Oldenburg. Bild: Radio Bremen | Bernd Scholz

Mit der Vorstellung, das müsse ein aufregendes Leben sein, mit Drehs an schönen und interessanten Orten, räumt Clemens Schick jedoch auf: "Man steht oft sehr, sehr früh auf und kommt abends spät nach Hause. Man hat vielleicht herausfordernde Dinge getan, war den ganzen Tag umgeben von 100, 150 Menschen und dann ist man einfach völlig leer." Auch deswegen hat er es noch nicht einmal geschafft, in Barcelona ins Theater zu gehen, obwohl er doch vom Theater kommt und das Theater liebt. Aber eins lässt er sich nicht nehmen: das Laufen. Gerne am frühen Morgen. Egal wo er ist.

Ich war ein wahnsinnig schlechter Schüler.

Clemens Schick über seine Schulzeit

Aufgewachsen ist Clemens Schick in Stuttgart. Der Vater war dort Staatsanwalt im Baader-Meinhof-Prozess. Deshalb stand auch immer ein Polizeiwagen bei Familie Schick vor der Tür. Als Kind wollte er nicht Schauspieler, sondern Zirkusartist werden. Die Mutter schlug, angesichts der fehlenden Leistung in der Schule, den Beruf des Bademeisters vor. Völlig ohne Ironie. Aus seiner Kindheit erinnert er sich gern an die Schaukel im Flur der großen Wohnung.

"Wir durften nicht ins Wohnzimmer, wenn unsere Eltern nicht zu Hause waren. Wenn ich gehört habe, dass sie die Wohnung verließen, bin ich ins Wohnzimmer und hab' mir meine Lieblingsplatte aufgelegt, bin in den Flur gegangen und hab geschaukelt zu der Musik, die ich nicht hören durfte."

Mir ist jemand, der vor dem Bundestag gegen die Vereidigung einer Soldatin und eines Soldaten demonstriert, lieber als jemand, der's ignoriert.

Clemens Schick
Clemens Schick
Clemens Schick erzählt mit feinem Humor, aber auch mit einer großen Ernsthaftigkeit. Bild: Radio Bremen | Bernd Scholz

Vor einigen Jahren ist er in Afghanistan mit einem Solostück vor deutschen Soldaten aufgetreten. Mit einigen hat er bis heute Kontakt. Und er hat eine klare Meinung: "Ich hab' eigentlich Zeit meines Lebens rot-grün gewählt. Wenn wir davon ausgehen, dass unser Parlament entscheidet, wo unsere Soldatinnen und Soldaten hingehen, hatte ich eine Regierung gewählt, die diesen Einsatz mitentschieden hatte. Wenn wir das ernst nehmen, können wir nicht ignorieren, was die für ein Risiko eingehen. Mir ist jemand, der vor dem Bundestag gegen eine Soldatenvereidigung demonstriert lieber, als jemand, der's ignoriert."

Zu sehen ist Clemens Schick, als Kommissar Xavi Bonet, in den kommenden beiden Barcelona-Krimis am 5. Mai und 12. Mai, jeweils um 20:15 Uhr im Ersten oder in der ARD Mediathek.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 28. April 2022, 18:05 Uhr