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Gesprächszeit mit Hendrik Plaß

Im Porträt Claudine Nierth engagiert sich für mehr Demokratie

Autorin

Claudine Nierth sitzt auf einem Sessel und lächelt in die Kamera
Claudine Nierth möchte politische Prozesse mitgestalten. Bild: Claudine Nierth | Burgis Wehry

Claudine Nierth möchte nicht "von oben herab" regiert werden. Wie das in Deutschland umsetzbar wäre, dazu hat sie eine Menge Vorschläge. Wichtig ist ihr dabei immer, dass jeder einzelne Mensch sich beteiligen kann. Sie sagt: "Wer anfängt, sich politisch zu engagieren, der bleibt meistens auch dabei."

Gesprächszeit "Es geht mir um Gestaltungsfragen" – Claudine Nierth

Claudine Nierth möchte nicht "von oben herab" regiert werden. Wichtig ist ihr, dass jeder einzelne Mensch sich beteiligen kann. Sie sagt: "Wer anfängt, sich politisch zu engagieren, der bleibt meistens auch dabei."

Claudine Nierth sitzt auf einem Sessel und lächelt in die Kamera
Bild: Claudine Nierth | Burgis Wehry
Bild: Claudine Nierth | Burgis Wehry

Selten ist so viel über das Thema Demokratie gesprochen worden, wie in Zeiten der Pandemie. Soll doch eigentlich alle Macht vom Volke ausgehen, haben wir alle erlebt, dass plötzlich der Wunsch nach Führung und Ansagen "von oben" bei vielen Menschen stark ausgeprägt war. Andererseits gab es Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen, auf denen die politischen Entscheidungen kritisiert wurden. Claudine Nierth möchte mehr Demokratie von und für alle. 

Politische Initialzündung

Schon ihr Vater war politisch aktiv und hat sich in der Studentenbewegung engagiert. Obwohl sie nie wirklich darüber gesprochen und über politische Themen diskutiert haben, ist Claudine Nierth, Jahrgang 1967, überzeugt, diese "politische Ader" von ihrem Vater geerbt zu haben. Als ihr persönliches "politisches Erweckungserlebnis" bezeichnet sie die Teilnahme an einer Demonstration. Als 16jährige war sie Teil einer 108 Kilometer langen Menschenkette gegen atomare Sprengköpfe aus den USA auf der schwäbischen Alb. Der Hubschrauber kreiste über den Menschen und Claudine dachte: "Wenn ich jetzt loslasse, dann hat die Kette eine Lücke." Sie engagierte sich für Greenpeace und erlebte auf der Insel Sylt im Sommer 1988 das mysteriöse Robbensterben, was zu mehr Initiativen im Bereich Natur-und Umweltschutz führte. 

Wer anfängt, sich politisch zu engagieren, der bleibt meistens auch dabei.

Politaktivistin Claudine Nierth

Claudine Nierth möchte nicht "von oben herab" regiert werden, sondern aktiv an Prozessen beteiligt werden. Wie das in Deutschland umsetzbar wäre, dazu hat sie eine Menge Vorschläge. Angefangen von Änderungen bei Landeslisten, über die Einführung bundesweiter Volksentscheide bis hin zu anderen Arbeitsprozessen im Bundestag. Wichtig ist ihr dabei immer, dass jeder einzelne Mensch sich beteiligen kann. "Wer anfängt, sich politisch zu engagieren, der bleibt meistens auch dabei." Claudine Nierth sagt: "Demokratie kann Andersdenkende zusammenbringen, Extreme integrieren, ohne jemanden auszuschließen."

Kreative Gestaltungsfragen

Eigentlich wollte die 54-Jährige Künstlerin werden. Obwohl es dann nur beim gemeinsamen Musizieren mit ihren Töchtern und dem gelegentlichen Griff zu Ton und Pinsel geblieben ist, sagt Claudine Nierth heute, dass sie mehr Künstlerin ist, als sie je gedacht hätte. Sie sagt, Kunst und Demokratie seien sich nicht unähnlich: "Es geht mir um Gestaltungsfragen. Wenn ich auf der Bühne Gestaltungen ausdrücke oder in der Gesellschaft mich frage, was ist eigentlich schön, wahrhaftig und gut, dann haben diese beiden Verhältnisse miteinander etwas zu tun."

In ihrem Buch "Die Demokratie braucht uns" geht es aber auch um Vergleiche zu anderen Ländern, wie zum Beispiel Irland. Von hier kommt die Idee des Bürgerrats, den Claudine Nierth inzwischen auch schon von Deutschland unter der Schirmherrschaft von Bundestagspräsident Schäuble initiiert hat.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 24. Septemeber 2021, 18:05 Uhr