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Der Morgen mit Anja Goerz

Im Porträt Rechtsmediziner Claas Buschmann kennt die Geschichten der Toten

Autorin

Claas Buschmann
Die Leichenschau ist für Claas Buschmann unverzichtbar, wenn es darum geht, Verbrechen aufzuklären. Bild: Ullstein Verlag | privat

Claas Buschmann ist Rechtsmediziner und kann an den Toten auf seinen Tischen ablesen, wie es der Bevölkerung geht. Über seine Arbeit, für die er all seine Sinne braucht, hat er nun ein Buch veröffentlicht.

Gesprächszeit "Wir riechen, fühlen und hören während der Obduktion" – Claas Buschmann

Claas Buschmann ist Rechtsmediziner und kann an den Toten auf seinen Tischen ablesen, wie es der Bevölkerung geht. Über seine Arbeit er ein Buch veröffentlicht.

Audio vom 26. März 2021
Claas Buschmann
Claas Buschmann Bild: Ullstein Verlag | privat

Als Rechtsmediziner hat Buschmann einen momentan überaus populären Beruf. Für ihn war das Medizin-Studium bereits die dritte Ausbildung nach dem Rettungssanitäter und Industriekaufmann. Nach dem Studium wollte er eigentlich Anästhesist werden, wurde dann aber von seinem Freund und Mentor Michaels Tsokos gebeten, mit nach Berlin an die Rechtsmedizin der Charité zu kommen: "Am ersten Tag konnte ich gar nichts. Das kann man sich auch nicht anlesen, das muss man trainieren."

Wenn dieser Job mich belasten würde, dann würde ich ihn nicht machen.

Claas Buschmann über menschliche Schicksale, die auf seinem Seziertisch landen

Die Behauptung, dass ein Sektionssaal so riecht wie eine Mischung aus Fisch und WG-Kühlschrank würde Buschmann nicht bestätigen. Und auch das Gerücht, dass er sich nach einem langen Tag mit Musik von AC/DC beschallt, weist er zurück: "Wenn dieser Job mich belasten würde, dann würde ich ihn nicht machen", ist sich Claas Buschmann sicher.

Wir benutzen fast alle unsere Sinne während der Obduktion. Wir riechen, wir fühlen und wir wollen auch hören, wie es klingt, wenn wir in eine verkalkte Hauptschlagader schneiden.

Claas Buschmann über Fernsehklischees über Rechtsmediziner

Mit dem, was wir aus Fernsehkrimis über Rechtsmediziner wissen, hat seine Arbeit kaum etwas gemeinsam, sagt Claas Buschmann. Weder gibt es im Sektionssaal klassische Musik über Lautsprecher, noch schmieren er und die Kolleginnen und Kollegen sich vor einer Obduktion Mentholpaste unter die Nase. "Wir benutzen ja fast alle unsere Sinne während der Obduktion. Wir riechen, wir fühlen und wir wollen auch hören, wie es klingt, wenn wir in eine verkalkte Hauptschlagader schneiden." 

Über die Wichtigkeit der Leichenschau

Claas Buschmann sagt, er sieht auf seinen Tischen sehr genau, wie es der Bevölkerung geht. Und durch das, was er untersucht, will er dazu beitragen, Dinge im Gesundheitswesen zu verbessern. So ist es ihm zum Beispiel ein großes Anliegen, die Überlebenschancen von Schwerverletzten auf dem Weg ins Krankenhaus zu erhöhen. Und auch über die vielen unentdeckten Mordfälle in Deutschland wegen schlecht oder gar nicht durchgeführter Leichenschau möchte Buschmann mehr reden: "Wenn die Toten sprechen – spektakuläre Fälle aus der Rechtsmedizin" heißt sein Buch, das bei Piper erscheint.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 26. März 2021, 18:05 Uhr