Jetzt läuft:

Maria Mena Miss You Love
  • Jetzt läuft:

    Maria Mena Miss You Love
  • Davor lief:

  • Um> 04:35 Uhr lief: José James Make It Right
  • Um> 04:33 Uhr lief: Roberta Flack & Donny Hathaway Where Is The Love
  • Um> 04:29 Uhr lief: David Mead Touch Of Mascara
  • Um> 04:26 Uhr lief: Chelsea Cutler Jeremy Zucker This Is How You Fall In Love
  • Um> 04:22 Uhr lief: Molly Johnson Melody
  • Um> 04:19 Uhr lief: Ray Wilson Backseat Driving
  • Um> 04:15 Uhr lief: Malia Two Fugitives
  • Um> 04:11 Uhr lief: Sharon Van Etten Tarifa
  • Um> 04:06 Uhr lief: Nils Landgren I Will Survive

Die Nacht

Im Porträt Christian Schrettenbrunner will anderen Transmenschen Mut machen

Autorin

Ein Mann mit Brille sitzt in der Natur auf einer Holzbank
Als "Trans" bezeichnen sich Personen, die zwar mit eindeutigen Geschlechts-Merkmalen geboren sind, sich damit aber nicht identifizieren können – wie Christian Schrettenbrunner. Bild: Radio Bremen | Jana Wagner

Christian Schrettenbrunner wusste schon früh, dass er ein Junge ist. Geboren wurde er aber mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen. Nachdem er im Beruf Hass und Hetze erleben musste, hat er eine Selbsthilfegruppe für Transmenschen und deren Familien gegründet.

Der Nachmittag "Das schwierigste Trauma für mich: Nicht respektiert worden zu sein"

Christian Schrettenbrunner ist ein Transmann. In seinem Leben musste er schon viel Hass und Ausgrenzung erfahren. Heute will er anderen Transpersonen Mut machen – und ihren Angehörigen.

Audio vom 17. Mai 2021
Ein Mann mit Brille sitzt in der Natur auf einer Holzbank
Bild: Radio Bremen | Jana Wagner

Im Alter von vier Jahren wurde Christian Schrettenbrunner bewusst, dass er nicht das Mädchen war, als das er geboren wurde. Seine Kindheit beschreibt der gebürtige Münchner trotzdem als eine tolle Zeit: "Ich bin bei meiner Mutter, die alleinerziehend war, zusammen mit meiner Großmutter aufgewachsen. Die haben mich so gelassen, wie ich war. Die wollten nicht, dass ich ein Kleid anziehen muss."

Verzweiflung in der Pubertät

Die Probleme kamen erst später: Christian Schrettenbrunner spielte im Verein Fußball. So gut, dass Talentscouts von großen Münchner Vereinen Interesse hatten. Als der Trainer ihn zu sich rief, um die Scouts vorzustellen, habe Schrettenbrunner gesagt: "Ich muss euch enttäuschen, aber ich bin ein Mädchen."

Da war der erste Schlag ins Gesicht, wo ich gemerkt habe: 'Scheiße, du bist das nicht, was du wirklich fühlst'.

Christian Schrettenbrunner

Mit der Pubertät und der ersten Periode wurde die Verzweiflung größer. Während die Brüste wuchsen, hoffte Christian Schrettenbrunner auf Bartwuchs. Und er fühlte sich fremd: "Bei den Mädchen habe ich nie dazugehört. Und bei den Jungs auch nicht mehr."

Einige Jahre später ging Schrettenbrunner zu einem Therapeuten. Dieser hatte zwar mit dem Thema "Transgender" bisher keine Erfahrung, aber er schaffte es, dass Christian Schrettenbrunner wieder anfing, sich selbst zu mögen.

Verkleidet zur Arbeit

Mit Mitte Zwanzig zog er mit seiner damaligen Freundin nach Lilienthal in Niedersachsen und bekam eine Praktikumsstelle im Service eines Restaurants. Dafür musste Schrettenbrunner aber Frauenkleidung tragen. Er kam und ging als Mann, arbeitete aber als Frau: "Das ist so wie Fasching zweimal am Tag. Das war für mich Verkleiden." Den Job im Service verlor der Münchner, begann anschließend aber eine Ausbildung zum Koch in Hessen.

Dann las er in einer Zeitung von der Möglichkeit, sich operativ das Geschlecht anpassen zu lassen. Für Christian Schrettenbrunner der Startschuss.

Ich habe alles dafür getan, dass ich die Operation bekomme. Habe meine Namensänderung vorangetrieben. Das war natürlich eine ganz, ganz aufregende Zeit.

Christian Schrettenbrunner

1991 war es dann endlich soweit. Erst mit der Operation kann er auch seinen Namen ändern lassen. Christian Schrettenbrunner ist ab jetzt auch offiziell ein Mann. Mit Anfang 40 lernt er seine jetzige Frau kennen. Ihr erzählt er gleich beim ersten Date von der Operation. Sie zögert, aber entscheidet sich für die Beziehung. 2012 kommt der Schock. Christian Schrettenbrunner findet heraus, dass Arbeitskollegen und -kolleginnen Hass-Nachrichten verbreiten, hinter seinem Rücken lästern.

Die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren

Seine Frau las 2017 von einer Transgender-Selbsthilfegruppe in Cuxhaven und schickte ihren Mann dorthin. Als die damalige Leiterin die Gruppe verließ, übernahm Christian Schrettenbrunner die Aufgabe. Später gründete er eine weitere Gruppe für Menschen, die mit Transmenschen zusammenleben: Eltern, Großeltern, Freunde und Freundinnen.

Um zu sagen: 'Hey, ihr dürft auch mal traurig sein. Dürft auch mal weinen. Ihr dürft einfach mal wirklich um euer Kind trauern. Ihr verliert eines und bekommt eines.'

Christian Schrettenbrunner

Es sei wichtig, dass das Thema "Transgender" öffentlich besprochen wird und viele Menschen erreicht, so Schrettenbrunner. "Für mich ist es ganz wichtig, die Menschen auf der Straße zu erreichen. Zu sagen: 'Hey, uns gibt es, schaut uns einfach an. Wir sind genauso Mensch wie du.'"

Hier können Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video…) von Youtube anzeigen lassen

Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.
Mehr Infos zum Thema Datenschutz.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 17. Mai 2021, 17:20 Uhr