Jetzt läuft:

John Prine Hello In There
  • Jetzt läuft:

    John Prine Hello In There
  • Davor lief:

  • Um> 01:37 Uhr lief: Janita I Only Want You
  • Um> 01:32 Uhr lief: Hawa Gone Away
  • Um> 01:30 Uhr lief: Gordon Haskell Freeway To Her Dreams
  • Um> 01:25 Uhr lief: Lena Mentschel Closing Time
  • Um> 01:21 Uhr lief: Jeff Bridges Nothing Yet
  • Um> 01:17 Uhr lief: Julien Doré On Attendra L'Hiver
  • Um> 01:13 Uhr lief: Kem Why Would You Stay
  • Um> 01:11 Uhr lief: Laura Marling Tap At My Window
  • Um> 01:07 Uhr lief: Nils feat. Lauren Flynn Wülker Homeless Diamond

Die Nacht

Im Porträt Wie Carolina Magel Bremer Mädchen mit Sport stark macht

Autoren

  • Lieselotte Scheewe
ein junge Frau mit langen brauenen Haaren lacht in die Kamera
Carolina Magel ist für die Mädchen in ihren Sportkursen mehr als eine Trainerin – sie ist auch eine wichtige Bezugsperson. Bild: Radio Bremen | Lieselotte Scheewe

Lieblingsmenschen, das sind für uns Alltagshelden, die Besonderes leisten oder einfach ihr Umfeld verzaubern. Solche Lieblingsmenschen stellen wir Ihnen regelmäßig vor – wie Carolina Magel. Sie ist Sport-Trainerin im Bremer Stadtteil Tenever und bietet mit "Hood-Girls" ein Training nur für Mädchen an.

Lieblingsmensch: Wie Carolina Magel durch Sport Mädchen stärkt

Training nur für Mädchen: Das steckt hinter "Hood Girls" im Bremer Stadtteil Tenever. Damit stärkt Carolina Magel das Selbstbewusstsein der Mädchen. Und sie ist eine wichtige Bezugsperson.

ein junge Frau mit langen brauenen Haaren lacht in die Kamera
Bild: Radio Bremen | Lieselotte Scheewe
Bild: Radio Bremen | Lieselotte Scheewe

Bei ihrem Training geht es Carolina Magel nicht nur um Bewegung, Kraft und Ausdauer, sondern auch darum, das Selbstbewusstsein der Mädchen zu stärken. Es geht darum, einen Ort zu schaffen, an den sie gern kommen und an dem sie sich aufgehoben fühlen. Für die Mädchen ist ihre Trainerin eine wichtige Bezugsperson. Sie fordert, lobt und fördert sie. Nur einen Satz will sie in ihrem Training nicht hören: "Ich kann das nicht". 

Carolina Magel lacht viel und sprüht vor Energie. In einer kleinen Sporthalle in einem der Hochhäuser in Bremen-Tenever trainiert die 26-Jährige mit einer Gruppe Mädchen Liegestütze, Planken und Sit-Ups. Sie feuern sich gegenseitig an, sie motiviert sie, die Übungen noch ein wenig länger zu halten.

"Hood-Training" zwischen den Hochhäusern

Der Begriff "Hood Training" leitet sich vom englischen Wort für Nachbarschaft, "neighbourhood" ab. Wenn das Wetter gut ist, trainiert die Gruppe draußen auf den Plätzen zwischen den Hochhäusern. Es ist ein offenes Angebot. Die Kinder und Jugendlichen aus dem Viertel sind alle eingeladen, mitzumachen.

Hood Training ist ein Projekt für Mädchen und Jungen. Seit 2010 gibt es das Angebot, gestartet in Tenever, heute in verschiedenen Bremer Stadtteilen und als Franchise-Konzept sogar in Berlin und München. Hood Training ist nicht nur Sport – es ist auch Soziale Arbeit direkt in den Stadtteilen.

Carolina Magel hat das Programm Hood-Girls, ein Training speziell für Mädchen, entwickelt. Sie findet es wichtig, dass die Mädchen sich etwas zutrauen. Sie merkt, dass sie durch den gemeinsamen Sport selbstbewusster werden. "Fast überall in jeder Sportart sieht man nur Jungs. Die Mädels gehen da irgendwie unter oder sagen: 'Mädels, die können nichts, sind doch schwach'. Da wollen wir zeigen, dass es eben nicht so ist."

Mehr als nur eine Sportlehrerin

Magel ist für die Mädchen mehr als nur eine Sportlehrerin. Auch außerhalb des Trainings hat sie ein offenes Ohr für sie. Sie kennt die meisten Mädchen gut, bekommt mit, wenn es zu Hause Streit oder Probleme in der Schule gibt.

Sie meint es richtig ernst mit dem Training. Ich glaub, die Kinder hängen ihr am Herz, fast so wie die eigenen Kinder.

Daniel Magel über das Engagement seiner Frau Carolina Magel

Unterstützt wird sie von ihrem Mann. Daniel Magel hat das Hood-Training ins Leben gerufen, die Konzepte entwickelt. Weil es sich in immer mehr Stadtteilen etabliert hat, ist Daniel Magel heute mehr im Hintergrund aktiv und organisiert die Trainings und Events. An seiner Frau bewundert er, wie sehr sie sich für die Kinder und Jugendlichen einsetzt: "Sie meint es richtig ernst mit dem Training. Und ich glaub, die Kinder hängen ihr voll am Herz, fast so wie die eigenen Kinder."

Auch in der Lockdown-Zeit hat Carolina Magel den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen gehalten und Online-Training angeboten. Obwohl sie hochschwanger war, hat sie bis kurz vor der Geburt ihres Sohnes das Training gegeben und auch nach der Geburt nicht lange pausiert.

"Corona macht die Jugendlichen faul"

Daniel und Carolina Magel wünschen sich, noch mehr Kinder und Jugendliche mit ihrem Sport zu begeistern. Sie erreichen sie über Instagram oder andere Social-Media-Kanäle. Oder sie sprechen sie einfach auf der Straße an. Das hat vor der Pandemie gut funktioniert. Die Trainings waren gut besucht. Jetzt ist aber kaum mehr jemand draußen.

Wenn Carolina Magel auf den Plätzen zwischen den Hochhäusern trainiert, sieht sie nur sehr wenige Kinder und Jugendliche, erzählt sie. Auch jetzt, wo es längst wieder erlaubt ist, draußen zu spielen und sich zu treffen. "Die Kids sind nicht mehr da. Viele waren in Quarantäne oder haben schlichtweg kein Bock mehr. Die sind viel zu faul geworden. Es ist richtig schwer, sie da wieder rauszuholen, sie zu motivieren." Das sei ein Problem, sagt sie, und hofft, dass es bald wieder anders wird. Aber die, die zum Training kommen, die kommen gern. Das liegt nicht nur daran, dass ihnen der Sport guttut, sondern auch an ihrer Trainerin.

Mehr Lieblingsmenschen

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 24. Juli 2021, 15:50 Uhr