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Der Vormittag mit Andree Pfitzner

Was wir lesen Lautstark – 5 Bücher von Frauen, die was zu sagen haben

Autor/Autorin

  • Katharina Mild
Fünf Bücher auf einem Tisch
Diese fünf Autorinnen sprechen in ihren Büchern wichtige Themen unserer Zeit an – unerschrocken und offen. Bild: Radio Bremen | Christof Kette

Dass das Private politisch ist, wusste schon Radikalfeministin Carol Hanisch im Jahr 1970. Auch 50 Jahre später schreiben viele Autorinnen nach dieser Devise: Bremen-Zwei-Reporterin Katharina Mild empfiehlt 5 Bücher von Frauen, die 2021 mit ihren ganz persönlichen Themen in die Öffentlichkeit getreten sind.

Carolin Emcke reflektiert die Pandemie, Jeanne Diesteldorf lässt Frauen von ihren Abtreibungen erzählen, Maren Wurster schreibt über das Sterben ihrer Eltern, Rebekka Endler entlarvt die Welt um sie herum als patriarchal und Emilia Roig berichtet von ihren Diskriminierungserfahrungen. Mit dabei schwingt immer – mal mehr mal weniger explizit – eine politische Botschaft.

1 Maren Wurster, "Papa stirbt. Mama auch": über den Tod der eigenen Eltern

Ein Buchcover
Maren Wurster, "Papa stirbt. Mama auch", Hanser Verlag, 160 Seiten, 20 Euro. Bild: Verlag Hanser Berlin | Collage Sabina Weinrich

Der Titel ist Programm: In "Papa stirbt. Mama auch." verarbeitet Maren Wurster das Sterben ihrer Eltern. Der Vater leidet an Krebs, die Mutter an Demenz. Offen und schonungslos erzählt die Autorin, was es bedeutet, die Eltern gegen ihren Willen in ein Pflegeheim zu geben, sie immer mehr verschwinden zu sehen und über lebensverlängernde Maßnahmen entscheiden zu müssen. Und Wurster seziert das Verhältnis zu ihren Eltern: Was sie mit ihnen verbindet, was sie trennt. Die Autorin verwebt dabei Liebe, Distanz und Verletzungen miteinander. Sehr nah und sehr stark.

Wofür die Autorin laut wird:

Für die Auseinandersetzung mit dem Sterben und Abschiednehmen, der Verantwortung für die Eltern und den Sinn und Zweck lebensverlängernder Maßnahmen.

2 Jeanne Diesteldorf, "(K)eine Mutter": Frauen erzählen von ihren Abtreibungen

Ein Buchcover
Jeanne Diesteldorf, "(K)eine Mutter", KiWi-Taschenbuch, 240 Seiten, 14 Euro. Bild: Kiwi-Verlag | Collage Sabina Weinrich

Als Nadja von ihrer Schwangerschaft erfährt, ist sie sich sofort sicher: Eine Abtreibung ist ihre einzige Option. Die Entscheidung fällt, noch während sie mit ihrem positiven Schwangerschaftstest auf dem Rand der Badewanne sitzt. Zwölf Frauen kommen in Jeanne Diesteldorfs Buch zu Wort, die wie Nadja abgetrieben haben. Weil ein Kind nicht in ihr Leben passte, weil sie selbst noch nicht erwachsen waren oder weil sie unter Druck gesetzt wurden. Das Buch macht klar: Keine Frau, keine Geschichte und keine Entscheidung ist wie die andere. Aber sehr oft machen ungewollt Schwangere die Erfahrung, dass sie nur schwer an gute Beratung kommen und an Kliniken oder Praxen, die Abtreibungen durchführen. Und dass sie oft nur schlecht darüber aufgeklärt werden, was bei einer Abtreibung im Körper passiert.

Wofür die Autorin laut wird:

Für mehr Aufklärung und Offenheit, für eine Abschaffung des Paragraphen 218, der Abtreibungen zwar straffrei, aber illegal macht. Und vor allem: für mehr Selbstbestimmung von Frauen und Schwangeren.

3 Rebekka Endler, "Das Patriarchat der Dinge": warum die Welt Frauen nicht passt

Ein Buchcover
Rebekka Endler, "Das Patriarchat der Dinge", Dumont, 336 Seiten, 22 Euro. Bild: Dumont-Verlag | Collage Sabina Weinrich

Die Temperatur in öffentlichen Gebäuden, die Höhe des Schreibtisches oder auch die Bohrmaschine – alles geeicht auf den Durchschnittsmann. Das ist das Ergebnis von Rebekka Endlers Recherchereise, die sie für "Das Patriarchat der Dinge" unternommen hat. Diese Orientierung am männlichen Ideal ist unpraktisch, kann aber unter Umständen auch lebensgefährlich werden, wenn man in den Bereich Medizin und Sicherheit schaut: Denn auch Crash-Test-Dummies, Anschnallgurte und Airbags sind für den männlichen Körper konstruiert. Auch bei der Diagnose und Behandlung von Krankheiten ist der Mann das Maß aller Dinge. In ihrem Buch geht Endler der Frage auf den Grund, warum das so ist – und fordert ein Umdenken hin zu einer Welt, die allen passt.

Wofür die Autorin laut wird:

Für eine Welt, die nicht nur dem Durchschnittsmann gerecht wird, sondern allen Menschen die gleichen Chancen, das gleiche Maß an Sicherheit und medizinischer Versorgung bietet. Und natürlich für das Ende des Patriarchats.

4 Carolin Emcke, "Journal": Tagebuch in Zeiten von Corona

Ein Buchcover
Carolin Emcke, "Journal", S. Fischer, 272 Seiten, 21 Euro. Bild: Verlag S. Fischer | Collage Sabina Weinrich

Am Sonntag, den 22. März 2020, beschließt die deutsche Bundesregierung die ersten Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Einen Tag später beginnt die preisgekrönte Autorin, Publizistin und Krisenreporterin Carolin Emcke mit ihrem "Journal". Sie notiert Gedanken über Freundschaft, nächtliche Albträume, analysiert politische Reaktionen und philosophiert über Solidarität und Zusammenhalt. In diesem Tagebuch begegnen wir Carolin Emcke ganz persönlich – sie weitet ihren Fokus aber auch immer wieder über ihren eigenen Tellerrand hinaus und reflektiert die Pandemie als globales Ereignis. Entstanden ist eine Textsammlung, die die psychische, politische und soziale Verfassung unserer Gesellschaft zu Beginn der Pandemie dokumentiert.

Wofür die Autorin laut wird:

Für Solidarität und Zusammenhalt in Krisen, für den Blick über den Tellerrand, für Freundschaft und für Hoffnung.

5 Emilia Roig, "Why We Matter": das Ende der Unterdrückung

Ein Buchcover
Emilia Roig, "Why We Matter", Aufbau, 397 Seiten, 22 Euro. Bild: Aufbau-Verlag | Collage Sabina Weinrich

Unterdrückung gibt es überall dort, wo es Hierarchien gibt, sagt Emilia Roig. Und Hierarchien gibt es in unserer Welt fast überall: auf dem Arbeitsmarkt, im Bildungssystem, in den Medien, im Gerichtssaal. Dass es sie gibt, ist für uns nicht nur Realität, sondern Normalität. Eine Normalität, die wir selbst konstruieren und aufrechterhalten. In ihrem Buch "Why We Matter" hinterfragt die Politologin dieses Konstrukt. Sie versucht, für die Entwertungen zu sensibilisieren, die Minderheiten tagtäglich erfahren. Und sie macht Vorschläge, wie ein Umdenken gelingen kann: indem wir Machtstrukturen rigoros abschaffen. Roig fordert: Weg mit dem Patriarchat, mit dem Kapitalismus, mit Diskriminierung. Das brauche Übung, sagt Roig und den Versuch, sich Hierarchien zu entziehen anstatt sie zu ersetzen.

Wofür die Autorin laut wird:

Dafür, dass alle Menschen gesehen, gehört und geachtet werden – nicht nur einige wenige. Für eine Abschaffung von Hierarchien. Und für Gleichberechtigung.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Mitschnitte, 12. Oktober 2021, 21:05 Uhr