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Die Nacht

Was wir lesen Ganz schön wild – unsere 5 Lieblingsbücher über Natur und Wildnis

Autoren

Ein Stapel bunter Bücher liegt auf einer Mauer
In diesen fünf Büchern stecken wunderbare Geschichten über Elefanten, Vögel – und den Menschen an sich. Bild: Radio Bremen | Lasse Cegiolka

Was ist Natur, was bedeutet sie uns – und wie verändert sie sich? Wir empfehlen Ihnen diese kraftvollen Bücher, die sich mit elementaren Fragen des Menschseins beschäftigen.

1 Kathrin Meyer/Stiftung Kunst und Natur, "Was ist Natur?": Nachdenken übers Menschsein

Ein illustriertes Blatt einer grünen Pflanze auf einem blauen Buchcover
Kathrin Meyer/Stiftung Kunst und Natur (Hg.): Was ist Natur? Annäherungen aus Kunst, Literatur und Wissenschaft (Sachbuch), Mairisch Verlag, 224 Seiten, 25 Euro Bild: Mairisch Verlag | Grafik Sabina Weinrich

Was ist Natur? Der Versuch, diese Frage zu beantworten, wirft unendlich viele weitere Fragen auf. Schon der Begriff beruht auf der irrigen Annahme, dass Natur etwas ist, wovon wir Menschen uns abgrenzen können. Eine Ausstellung im Museum Sinclair-Haus in Bad Homburg hat es dennoch gewagt und unterschiedlichste Perspektiven zusammengetragen, die sich in diesem Buch wiederfinden: von Andy Goldsworthys künstlerischen Landschaftsinterventionen über ein Gedicht aus der Perspektive eines Löwenzahns von Silke Scheuermann – bis hin zu einem Interview mit der 16-jährigen Sioux Tokata Iron Eyes. Berit Glanz macht sich Gedanken über den Verlust sinnlicher Erfahrungen in der Klimakatastrophe, und Bruno Latour denkt über unser Leben nach der Coronakrise nach. Wer fragt: "Was ist Natur?" fragt zugleich auch: "Was ist der Mensch?"

Warum sich das Lesen lohnt

Man muss die Ausstellung nicht gesehen haben – das Buch ist auch für sich allein genommen ein Gedankenbeschleuniger für alle, die sich für Natur interessieren und dafür, wie eins mit dem anderen zusammenhängt. Viele spannende, individuelle und inspirierende Annäherungen an eine Frage, auf die es keine Antwort gibt.

In Kürze

Sammelband | Natur | Kunst | Wissenschaft | Klima

2 Marion Poschmann, "Nimbus": Ausgezeichnete Naturgedichte

Ein Bochcover auf dem Wolken in schwarz-weiß zu sehen sind
Marion Poschmann: Nimbus (Gedichte); Suhrkamp Insel; 115 Seiten; 22 Euro Bild: Suhrkamp Verlag | Grafik Sabina Weinrich

Ein schmales Buch voll hochkonzentrierter Prosa-Gedichte, die nur so strotzen von kraftvollen Bildern, originellen Beobachtungen und gedankenvollen Bezügen. Moderne Naturgedichte im Zeitalter von Erderwärmung und Artensterben. Der Gedichtband führt nach China, Sibirien und in die Mongolei, zum Eislochtauchen, Schlittschuhlaufen, in die transsibirische Eisenbahn, aber vor allem auch in die Tier- und Pflanzenwelt. Ob Naturzerstörung, Eisschmelze, Plastikmüll – wohl niemand zeigt uns mit so viel sprachlicher Akrobatik und kraftvollen Bildern den Zustand unserer Welt.

Warum sich das Lesen lohnt

Mit ihren Gedichten möchte Marion Poschmann poetisch sensibilisieren. Für abstrakte Themen wie Globalisierung, Klimawandel, Artensterben bietet sich Poesie besonders an. Ihre Gedichte sind voller historischer, philosophischer und literarischer Bezüge, voller Rhythmus und Schwung. Für ihren Gedichtband "Nimbus" wurde Marion Poschmann mit dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet.

In Kürze

Nature Writing | Gedichte | Bremer Literaturpreis 2021

3 Jana Volkmann, "Auwald": Allein in der Wildnis

Ein hellblaues Buchcover
Jana Volkmann: Auwald (Roman); Verbrecherverlag; 124 Seiten; 20 Euro Bild: Verbrecherverlag | Grafik Sabina Weinrich

Wer träumt nicht ab und zu davon, auszubrechen? Und wer macht sich klar, was das eigentlich bedeutet? Jana Volkmann tut es, bis ins Detail. Ihre Hauptfigur Judith ist mit Leib und Seele Tischlerin. Holzarten erkennt sie am Geruch, Menschen dagegen sind ihr ein Rätsel. Nie ist sie so einsam wie in Gesellschaft anderer. Sie reist mit dem Schiff von Wien nach Bratislava – und plötzlich scheint alles schief zu gehen. Judith landet ganz allein in der Wildnis und findet heraus, was ihr im Leben wichtig ist. 

Warum sich das Lesen lohnt

Ohne klar zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen Märchen und Apokalypse zu unterscheiden, erforscht Jana Volkmann, was Einsamkeit bedeutet und wie Zivilisation und Natur in Bezug zueinander stehen. Mit der spröden Hauptfigur warm zu werden, braucht Geduld – aber mit dem Bruch in ihrem Leben wandelt sich auch die Erzählung, wird rätselhaft, bizarr, faszinierend. Ausgezeichnet mit dem Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2021. 

In Kürze

Wildnis | Aussteigerin | Neuanfang 

4 Tom Krausz, "Aves | Vögel": Tierische Porträtaufnahmen

Ein großer Voge in schwarz weiß auf einem Buchcover
Aves | Vögel. Charakterköpfe (Bildband); Fotos von Tom Krausz, Texte von Elke Heidenreich und Urs Heinz Aeni; Dölling und Galitz Verlag; 176 Seiten; 32 Euro Bild: Dölling und Galitz Verlag | Grafik Sabina Weinrich

Der Fotograf Tom Krausz porträtiert in diesem Band 45 Vögel, wie man es sonst mit Menschen macht: nur Kopf, Brust und Schultern. Majestätische Schwingen oder bunte Schwanzfedern spielen in seinen Fotos keine Rolle. So sieht der Papuahornvogel aus wie ein alternder Filmstar mit weißem Rollkragen und die Schleiereule guckt etwas betreten zu Boden. Charakterköpfe eben, die mal arrogant, mal freundlich in die Kamera schauen – oder auch ein bisschen schielend, wie der Basstölpel. Dass der tatsächlich ziemlich doof ist, erfahren wir in einem der hinreißend persönlichen Begleittexte von Elke Heidenreich und Urs Heinz Aeni. Dahinter steckt nicht nur die innige Naturverbundenheit aller Beteiligten, sondern auch ein ernstes Anliegen: Viele der vorgestellten Vögel sind vom Aussterben bedroht.

Warum sich das Lesen lohnt 

Jeder Vogel in diesem Band ist eine echte Persönlichkeit, die wir über biologische Eckdaten und literarische oder essayistische Begleittexte besser kennenlernen. Die kontrastreichen Schwarz-Weiß-Porträts heben jedes einzelne Detail hervor. Auge in Auge mit scheuen Vögeln: ein Buch zum Immerwiederanschauen.

In Kürze

Vögel | Naturfotografie | Schwarz-Weiß | Elke Heidenreich

5 Rüdiger Schaper, "Elefanten": Ein Elefantenfreund berichtet

Ein gemalter Elefant auf einem grauen CD-Cover
"Elefanten. Ein Portrait" von Rüdiger Schaper. Aus der Reihe: "Naturkunden". DAV. 3h18min. 3CDs. 20 Euro. Bild: Der Audio Verlag | Grafik Sabina Weinrich

Tagesspiegel-Journalist Rüdiger Schaper ist nach Thailand gereist, um die Elefanten kennenzulernen. Dort freundet er sich mit Mowa an, einer Elefantenkuh, die Touristen durch die Gegend trägt. Sie ist es, die Schaper fragen lässt: "Wann sind die Herren der Natur zu Dienern des Menschen geworden?" Und während er auf Mowas Rücken sitzt, erzählt er. Vom Dschungelbuch, von den ersten Elfenbein-Fossilienfunden, von Hannibals Alpenzug, von Klaviertasten, von David Lynchs "Elefantenmensch" oder von den zahlreichen Porzellanfigürchen in den Regalen der Welt. Der Elefant als Tier, als Symbol und als Botschafter der freien Natur – selbst in Gefangenschaft. Ein Sachbuch, aber kein strikt sachliches, denn Rüdiger Schaper schlägt eine Brücke zwischen Zoologie und abenteuerlicher Prosa, die dieses Hörbuch zu etwas Besonderem macht. Es liest: Frank Arnold. 

Warum sich das Hören lohnt 

Schaper porträtiert dieses Tier mit Staunen, mit Ehrfurcht und mit federleichtem Humor. Irgendwann stellt der Autor fest, dass für ihn das Adjektiv "humanoid" die beste Beschreibung für den eigenbrötlerischen, kriegführenden, spielenden und trauernden Elefanten ist. Schaper, sonst so wortgewandt, benutzt diesen Begriff fast widerwillig. Doch einen besseren findet er nicht. Einer von vielen starken Momenten in diesem Hörbuch. 

In Kürze

Elefant | Reisen | Geschichten | Naturschutz 

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Samstagnachmittag, 22. Mai 2021, 14:10 Uhr