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Classical mit Nicole Nelhiebel

Was wir lesen Von Liebe und Wut: 5 Bücher über große Gefühle

Autoren

ein Bücherstapel
Diese fünf Bücher lassen die Leserinnen und Leser nicht kalt. Bild: Radio Bremen

Schwules Leben im Polen der Achtziger, eine Mutter, die das Drama liebt, und eine Kommissarin auf Spurensuche in eigener Sache. Dazu eine groteske Geschichte darüber, wie man der großen Liebe nah bleiben kann, und eine Anleitung, um mit Bewegung die Seele zu heilen: unser Bücher-Special über große Gefühle.

1 Tomasz Jedrowski, "Im Wasser sind wir schwerelos": Schwules Leben im polnischen Sozialismus

Das Cover des Buches "Im Wasser sind wir schwerelos" von Tomasz Jedrowski.
Tomasz Jedrowski: "Im Wasser sind wir schwerelos", Übersetzung: Brigitte Jakobeit, Hoffmann & Campe, 224 Seiten, 23 Euro. Bild: Hoffmann und Campe Verlag | Grafik Sabina Weinrich

Sommer 1980. Die Studenten Ludwik und Janusz lernen sich bei einem Arbeitseinsatz auf dem Land kennen und verlieben sich ineinander, was niemand wissen darf. Am Ende des Sommers müssen sie zurück nach Warschau – und stehen plötzlich auf verschiedenen Seiten: Ludwik ist mit der Unfreiheit im Sozialismus unglücklich; vor allem will er seine Homosexualität nicht länger verstecken und spielt mit dem Gedanken, aus Polen abzuhauen. Janusz steht eine steile Karriere in der Partei bevor; er will daran glauben, dass es eine Möglichkeit für ihn und Ludwik gibt, auch innerhalb des Systems glücklich zu werden.

Warum sich das Lesen lohnt

Auch wenn Janusz aus unserer Sicht auf der "falschen" Seite steht, auf der des Unrechtsregimes, fühlen und leiden wir mit beiden Protagonisten mit. Der betörende Debütroman erzählt eine wechselvolle Liebesgeschichte in schwierigen Zeiten – über schwules Leben im polnischen Sozialismus wurde noch nie so offen geschrieben.  

In Kürze:

#Liebe #Polen #Sozialismus #Homosexualität

2 Alma Mathijsen, "Ich will kein Hund sein": Herzschmerz und schwarzer Humor

Das Cover des Buches "Ich will kein Hund sein" von Alma Mathijsen.
Alma Mathijsen: "Ich will kein Hund sein", Übersetzung: Andreas Ecke, C.H. Beck Verlag, 159 Seiten, 18 Euro. Bild: C.H.BECK | Grafik Sabina Weinrich

Eine Frau wird von ihrer großen Liebe verlassen und leidet unter fürchterlichem Liebeskummer. Sie isst nicht, schläft nicht, weint nur noch und möchte am liebsten sterben. Da stößt sie im Internet auf eine Lösung: Eine ominöse Agentur verwandelt Menschen mit gebrochenem Herzen per Genmanipulation in Hunde. Und diese Hunde werden den ahnungslosen, geliebten Menschen als Haustier vermittelt. Eine Wiedervereinigung, bei der am Ende alle glücklich sein sollen – die aber auch große Risiken birgt ...

Warum sich das Lesen lohnt

Aus ihrem eigenen Liebeskummer heraus hat die Autorin diese eigenwillige, schrullige Novelle geschrieben. Poetische Sprache und abgründige Fantasien gehen hier Hand in Hand. Für Fans von grotesken Geschichten, schwarzem Humor und für alle, die an unheilbarem Liebeskummer leiden.

In Kürze:

#Liebeskummer #Groteske #Verwandlung

3 Carla Haslbauer, "Die Tode meiner Mutter": Große Gefühle für kleine Leute

Das Cover des Buches "Die Tode meiner Mutter" von Carla Haslbauer.
Carla Haslbauer, "Die Tode meiner Mutter", Nord-Süd-Verlag, 48 Seiten, 15 Euro. Für Kinder ab 5 Jahren. Bild: NordSüd Verlag | Grafik Sabina Weinrich

Dass Mütter sich verwandeln können, diese Erfahrung machen alle Kinder: Eben noch freundlich und lieb, können sie im nächsten Moment fürchterlich schimpfen. Carlas Mutter aber verwandelt sich jeden Abend in eine komplett andere Person, denn sie ist Opernsängerin. Halb erschrocken, halb belustigt sieht Carla zu, wie ihre Mutter auf der Bühne in andere Rollen schlüpft, Sehnsucht, Liebe und Verzweiflung spielt. In ihrem Bilderbuch-Debüt greift die Illustratorin Carla Haslbauer auf eigene Kindheitserlebnisse zurück. Mit zart gestrichelten Buntstift- und Aquarellszenen skizziert sie ihre Mutter zu Hause, fröhlich singend in der Badewanne. Dramatisch in rot und schwarz gehaltene Tableaus zeigen sie am Abend bei ihrer Lieblingsbeschäftigung: "Meine Mutter liebt es, vor Publikum zu stehen. Aber am liebsten stirbt sie auf der Bühne." 

Warum sich das Lesen lohnt

Carla Haslbauer fängt das Abgründige, aber auch das Liebenswerte ihrer Mutterfigur ein. Ohne viele Worte zeigt sie, dass große Gefühle das Leben bereichern – auch wenn sie einem manchmal unheimlich sind.

In Kürze:

#GroßeOper #KinderPerspektive #TabuthemaTod

4 Simone Buchholz, "River Clyde": Geister der Vergangenheit

Das Cover des Buches "River Clyde" von Simone Buchholz.
Simone Buchholz, "River Clyde", Suhrkamp, 230 Seiten, 15,95 Euro. Bild: Suhrkamp Verlag | Grafik Sabina Weinrich

Simone Buchholz hat sich um die Grenzen des Krimi-Genres nie geschert, und das tut sie auch hier nicht. Ihre ebenso freiheitsliebende Heldin, die Staatsanwältin Chastity Riley, ermittelt diesmal in eigener Sache. Sie reist nach Glasgow, in die Geburtsstadt ihres Ur-Urgroßvaters. Haben ihre inneren Gespenster vielleicht dort ihre Wurzeln, ihre Ruhelosigkeit, ihre Bindungsangst? Derweil versuchen ihre Kollegen und Freunde zu Hause in Hamburg, ein gemeinsames Trauma in den Griff zu bekommen – im Vorgängerband waren sie in eine blutige Geiselnahme verstrickt. Es geht um Freundschaft und Zusammenhalt, um Heilung, um Liebe.

Warum sich das Lesen lohnt

Der Autorin gelingt das eigentlich Unmögliche, Kitsch mit Tiefgang und Ironie zugleich zu schaffen. Das bringt Simone Buchholz durch ihre ironische und zugleich liebevolle Haltung ihren Figuren gegenüber und durch ihre Sprachgewandtheit fertig. Lakonisch, einfühlsam oder hart: Sie kann Situationen und Stimmungen auf den Punkt bringen und zugleich eine Art schwebende Stimmung erzeugen.

In Kürze:

#Familiengeheimnis #Trauma #Schottland

5 Katrin Biber, "SeelenSport": Wie Bewegung die Seele heilt

Das Cover des Buches "SeelenSport" von Katrin Biber.
Katrin Biber, "SeelenSport. Bewege deinen Körper und stärke deine Seele", Piper Verlag, 240 Seiten, 18 Euro.   Bild: Piper | Grafik Sabina Weinrich

Katrin Biber hat in ihrem Leben bereits einige Schicksalsschläge erlitten. Nach dem Mord an ihrer Schwester Larissa versank sie in tiefe Trauer. Zumal sie die letzte Person war, die Larissa gesprochen hatte, bevor sie mit ihrem Bekannten nach Hause ging und verschwand. Lange versuchte Katrin Biber, diese Gefühle zu verdrängen; sie arbeitete und funktionierte weiter und litt doch sehr darunter. Bewegung und Sport halfen ihr, mit diesen erdrückenden Gefühlen umzugehen. Und so entwarf sie eine neue Sportart, die Bewegung mit Trauer- und Gefühlsarbeit verbindet – Seelen-Sport.

Warum sich das Lesen lohnt

Eine praktische Anleitung für den Umgang mit starken, teilweise lähmenden Gefühlen wie Trauer, Schuldgefühlen oder unterdrückter Wut. Katrin Biber zeigt, dass wir auch diesen Gefühlen Platz in unserem Leben einräumen sollten und können.

In Kürze:

#Trauerarbeit #Bewegung #SeelenSport

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 20. April 2021, 9:40 Uhr.