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Der Samstagvormittag mit Nikolas Golsch

Was wir lesen Magischer Alltag: 5 Bücher zwischen Fantasie und Realität

Autorinnen

Buchcover
Diese Bücher schicken unsere Fantasie auf Reisen, sagen unsere Literaturexpertinnen. Bild: Radio Bremen | Christina Schuchert

Grenzerfahrungen und magische Parallelwelten in Lappland und Niedersachsen. Ein geheimnisvolles Buch, das durch die Zeiten reist. Eine Murmeltierprinzessin in den Bergen. Und ein Comic über das schillernde Leben David Bowies. Die Lesetipps unserer Literaturexpertinnen schicken die Fantasie auf Reisen. 

1 Sven Pfizenmaier, "Draußen feiern die Leute": magischer Realismus in der norddeutschen Tiefebene

 Buchcover Sven Pfizenmaier: Draußen feiern die Leute
Sven Pfizenmaier, "Draußen feiern die Leute", Kein und Aber, 336 Seiten, 24 Euro. Bild: Kein und Aber | Collage Sabina Weinrich

Dorf-Roman trifft Mystery trifft "Der Zauberer von Oz": Aus einem Dorf in Niedersachsen verschwinden junge Menschen. Die Spur führt nach Hannover, zu Rasputin, einem legendären Drogenboss. Eine Handvoll Außenseiter macht sich auf die Suche – und kommt Rasputin gefährlich nah. Ein Mädchen, das monatelang durchschläft; eine Mutter, deren Stimmungen das Wetter beeinflussen; ein Junge, der mehr Pflanze als Mensch zu sein scheint; und ein weiterer, der so langweilig ist, dass er allen um sich herum sämtliche Energie absaugt. Die Figuren könnten kaum skurriler sein – und mit Drogenboss Rasputin schießt der Autor im wahrsten Sinne den Vogel ab.

Warum sich das Lesen lohnt

Sven Pfizenmaier schert sich nicht um unsere Leseerwartungen, geht aber nie so weit, dass man den Faden verliert. Die Dosierung von niedersächsischem Alltagswahnsinn und LSD-artigen Fantasien, von Lässigkeit und Tiefgang ist genau austariert. Die Dialoge zwischen den skurrilen Charakteren treffen ins Schwarze. Magischer Realismus à la Bulgakow oder Tokarczuk, höchst amüsant verpflanzt in die norddeutsche Tiefebene.

In Kürze

#Niedersachsen #Mystery #Humor

2 Anthony Doerr, "Wolkenkuckucksland": Mischung aus Historie und Science Fiction

 Buchcover
Anthony Doerr, "Wolkenkuckucksland", C.H. Beck Verlag, 532 Seiten, 25 Euro. Bild: C.H. Beck | Collage Sabina Weinrich

Ein Buch über alles wollte er schreiben, sagt Anthony Doerr. Herausgekommen ist ein Mix aus Sozialstudie, Science Fiction und historischem Roman – 400 winzige, aber komplexe Kapitel mit 105 namentlich erwähnten Figuren über einen Zeitraum von 700 Jahren. Im Mittelpunkt stehen Kinder an der Schwelle zum Erwachsenwerden, die sich jeweils in einer zerbrechenden Welt zurechtfinden müssen: Anna in Konstantinopel 1453, Seymour im heutigen Idaho und Konstance im Raumschiff "Argos" in der Zukunft. Was sie alle miteinander verbindet, ist ein Buch: die antike Geschichte über ein utopisches Land in den Wolken.

Warum sich das Lesen lohnt

Ein sagenhaftes Mosaik von einem Roman; und eine unendliche Geschichte von den Anfängen der Literatur bis in eine ungewisse Zukunft, in deren Kern es um die alles überdauernde Macht und Magie von Büchern geht. Keine einfache Lektüre, aber eine, die die Fantasie feiert und Trost spendet.

In Kürze

#Utopie #MachtderFantasie #Coming-of-Age

3 Albrecht Selge, "Luyánta. Das Jahr in der Unselben Welt": das Abenteuer des Erwachsenwerdens

 Buchcover Albrecht Selge: Luyánta
Albrecht Selge, "Luyánta, Das Leben in der unselben Welt", Rowohlt, 784 Seiten, 25 Euro. Bild: Rowohlt | Collage Sabina Weinrich

Eigentlich will die zwölfjährige Jolantha nur in Ruhe gelassen werden und in ihrem Zimmer ein glückliches, ungestörtes Leben verbringen. Stattdessen muss sie in den Sommerferien mit ihrer anstrengenden Familie Wandern gehen. Nach einem Streit reißt Jolantha aus und klettert allein auf einen Berg. Unterwegs trifft sie sprechende Murmeltiere, die ihr eröffnen, dass sie eine verschollene Prinzessin ist. Ihr Volk ist in Gefahr, und sie muss unverzüglich in die "Unselbe Welt" zurückkehren. Ein spannendes Abenteuer beginnt für Jolantha, die in der "Unselben Welt" Luyánta heißt und als Kriegerprinzessin ihr Volk von bösen Mächten befreien muss.

Warum sich das Lesen lohnt

Der Roman entführt die Leserinnen und Leser in eine fremde Welt, die unserer doch ähnlich ist. Jolantha, die als Mittelkind in ihrer Familie immer zwischen den Stühlen sitzt, muss in der "Unselben Welt" als Luyánta Verantwortung übernehmen, nicht nur für ihr Volk, sondern auch für sich. Ein Roman über das Erwachsenwerden, Freundschaft und Loyalität und die Frage der Zugehörigkeit, egal in welcher Welt man sich gerade befindet.

In Kürze

#Coming-of-Age #Abenteuer #Heldin

4 Juhani Karila, "Der Fluch des Hechts": Liebeserklärung an Lappland

 Buchcover Juhani Karila: Der Fluch des Hechts
Juhani Karila, "Der Fluch des Hechts", Homunculus Verlag, 304 Seiten, 24 Euro. Bild: Homunculus Verlag | Collage Sabina Weinrich

Seine Heimat Ost-Lappland ist für Juhani Karila der ideale Spielplatz für seinen Debütroman. Eine  Landschaft, die viel Raum für Phantasie bietet. Neben Erwartbarem wie Wäldern, Sümpfen, Insekten und verschrobenen Finnen entwirft er eine Parallelwelt aus magisch-mythischen Wesen. Und die machen Elina ordentlich zu schaffen. Sie ist verflucht und muss jedes Jahr in ihre Heimat zurückkehren, um einen Hecht aus einem Tümpel zu angeln. Doch dieses Mal ist nicht nur der Hecht unwillig, auch hat eines der Wesen sich zum Wächter des Hechts erklärt und bedroht Elinas Leben. Da macht es Elina kaum noch etwas aus, dass Polizistin Janatuinen gegen sie in einem Mordfall ermittelt. Zumal diese bald selbst einen magischen Begleiter an ihrer Backe hat – ob sie will oder nicht.

Warum sich das Lesen lohnt

Karilas Roman ist witzig, fein ironisch, mit irrwitzigen Dialogen gespickt und befreit sich an vielen Stellen von gängigen Erzählkonventionen. Es ist auch ein liebevolles Porträt seiner Heimat Lappland und der Menschen dort.

In Kürze

#Finnland #phantastischeLiteratur #Parallelwelten

5 Reinhard Kleist, "Starman – David Bowies Ziggy Stardust Years": ein schillerndes Leben mit Schattenseiten

Der Comic schildert den schillerndsten Abschnitt im Leben David Bowies: Seine Zeit als außerirdischer Rock-Messias Ziggy Stardust, der die Musikwelt veränderte. Angelehnt an Bowies Konzept-Album "The Rise and Fall of Ziggy Stardust" von 1972 zeichnet Reinhard Kleist, wie Bowie mithilfe von extravaganten Anzügen und sehr viel Schminke den geheimnisvollen Ziggy zum Leben erweckt.

 Buchcover Reinhard Kleist, Starman
Reinhard Kleist, "Starman – David Bowie’s Ziggy Stardust Years", Carlsen, 160 Seiten, 25 Euro. Bild: Carlsen Comics | Collage Sabina Weinrich

Doch auch die Schattenseiten dieses Rausches zeichnet Kleist und erzählt in Rückblenden von Bowies Kindheit in einem Londoner Vorort, der Sehnsucht auszubrechen und einem schwierigen Start als Rockstar. Und er zeigt einen Menschen, der sich um seinen psychisch erkrankten Bruder sorgt, während er sich zwischen seiner Familie und dem Dasein als Pop-Idol aufreibt. So wird am Ende Ziggy selbst, dieser "Verführer aus Glitter, Exzess und Gosse", für David Bowie zur Bedrohung, der er Einhalt gebieten muss.

Warum sich das Lesen und Anschauen lohnt

Reinhardt Kleist findet einen beeindruckenden, sinnlichen Zugang zum Popstar David Bowie: Mit expressionistischen Zeichnungen und poppigen, fast schrillen Farben holt er die Lesenden in dessen Welt. Die Musik, die krassen Bühnenshows und die magische Aura des Ziggy Stardust – man kann sie fast spüren, während man gleichzeitig auch den Menschen David Bowie kennenlernt.

In Kürze

#GraphicNovel #Popmusik #Biografie  

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 29. April 2022, 00:05 Uhr