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Tanzpremiere Choreografin Faye Driscoll über ihre Arbeit am Theater Bremen

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Porträt von Faye Driscoll auf einem Boot
Die New Yorker Choreografin Faye Driscoll inszenierte zum ersten Mal in Europa – und zwar in Bremen. Bild: Constance Hockaday

Zum ersten Mal inszeniert die New Yorker Choreografin Faye Driscoll in Europa – und zwar am Bremer Theater. "Calving" heißt das Stück, das sie mit dem Ensemble "Unusual Symptoms" entwickelt hat. Bremen-Zwei-Theaterexperte Marcus Behrens hat sie vor der Premiere getroffen.

Wie wichtig ist es für Sie immer wieder etwas Neues auszuprobieren? Was gefällt Ihnen besonders gut an Ihrer Aufgabe?

Faye Driscoll: Es ist tatsächlich dieses Gefühl des Abenteuers oder auch das Gefühl der Angst, wenn man etwas wagt und ausprobiert und nicht weiß, ob es ankommt. Ich schätze es sehr, immer wieder etwas Neues ausprobieren zu dürfen. Die Frage, ob es funktioniert, ob es scheitert – und die Gewissheit, dass alles auch jeden Moment in sich zusammenfallen könnte – all' das schafft eine gewisse Energie in mir. Am besten arbeite ich zwischen Spontaneität und Chaos.

Szene des Tanztheaterstückes "Calving" am Theater Bremen
"Calving"– "Kalben" heißt das Tanzstück, das Faye Driscoll mit dem Bremer Ensemble "Unusual Symptoms" entwickelt hat. Bild: Jörg Landsberg

In Bremen haben Sie zum ersten Mal in Europa etwas Neues geschaffen. Werden Sie die Arbeit in guter Erinnerung behalten?

Faye Driscoll: Die Tänzerinnen und Tänzer am Theater Bremen sind sehr starke Charaktere. So arbeite ich gerne. Das Theatersystem in Deutschland unterscheidet sich aber gewaltig von dem in den USA. Einige Dinge sind sehr aufregend – der Kostümfundus zum Beispiel und die Tatsache, dass es Werkstätten gibt, die das Bühnenbild bauen, das man sich vorstellt. In New York muss man immer erst Geld für alles auftreiben. Hier am Theater hat man die volle Unterstützung direkt im Haus! Nur die Bürokratie ist eine andere Sache hier. Auf jeden Fall habe ich mich mit dem Ensemble sofort gut verstanden. Und das war perfekt, denn auch das ist nicht immer automatisch der Fall.

Szene des Tanztheaterstückes "Calving" am Theater Bremen
Szene aus "Calving". Bild: Jörg Landsberg

Pandemie-bedingt sind Sie später als geplant nach Bremen gekommen. Wäre das Stück, das Sie ursprünglich machen wollten, ein ganz anderes gewesen?

Faye Driscoll: Ich bin mir sicher, dass etwas völlig anderes entstanden wäre, wenn wir uns bereits vor ein paar Jahren hier getroffen hätten. Nicht so sehr wegen der Pandemie, sondern wegen der Zeit, die seither verstrichen ist. Und auch jetzt hat sich unsere Arbeit weit von dem entfernt, wo wir am Anfang standen. Zu Beginn wollte ich Sex und Gewalt thematisieren. Wir hatten sogar einen Intimitätskoordinator und einen Kampftrainer. Und dann ist doch etwas ganz anderes aus der Idee geworden. Wir haben viel experimentiert, sind sehr tief in uns vorgedrungen. Es ist alles gemeinschaftlich entstanden.

Wie ist der Kontakt zu dem Bremer Ensemble "Unusual Symptoms" entstanden?

Faye Driscoll: Aaron kannte mich, er ist ein Tänzer im Bremer Ensemble, und dann hat Gregor, der Künstlerische Leiter des Ensembles, mich kontaktiert – und wir hatten über einige Jahre hinweg immer mal wieder Kontakt, um einen passenden Zeitraum zu finden. Ich hatte ein Video des Ensembles gesehen und war sicher, dass ich gut mit denen arbeiten könnte. Sie wirkten stark und technisch sehr versiert, aber auch etwas seltsam, also offen für Experimente, und sie hatten keine Angst.

Porträt von Faye Driscoll auf einem Boot

"Calving": Choreografie von Faye Driscoll am Theater Bremen

Die New Yorker Choregrafin Faye Driscoll hat zum ersten Mal in Europa gearbeitet. Zusammen mit dem Tanzensemble "Unusual Symptoms" des Theaters Bremen ist das Stück "Calving" entstanden.

Bild: Constance Hockaday

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 5. Juni 2022, 15:10h