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Sounds in concert mit Arne Schumacher

Die regionale Reportage Wie eine Blühwiese helfen soll, CO2 zu reduzieren

Autoren

  • Catharina Spethmann
Eine spätsommerliche Wiese
Auf dieser Wiese macht Jelle Bijma vom AWI Tests für den Klimaschutz. Bild: Radio Bremen | Catharina Spethmann

Am Ortsrand von Bramstedt im südlichen Landkreis Cuxhaven liegt ein besonderes Maisfeld. Und auch die Blühwiese, die dahinterliegt, ist keine herkömmliche Wiese. Sie ist Teil eines Versuchs, die Folgen des Klimawandels mit Hilfe der Landwirtschaft auszugleichen.

Eine Blühwiese im Bramstedt hilft beim Klimaschutz

Am Ortsrand von Bramstedt im südlichen Landkreis Cuxhaven liegt ein besonderes Maisfeld. Und auch die Blühwiese, die dahinterliegt, ist keine ganz herkömmliche Wiese.

Ein großer, hölzerner Wegweiser, der in viele verschiedene Richtungen zeigt
Bild: Radio Bremen | Catharina Spethmann
Bild: Radio Bremen | Catharina Spethmann

"Labyrinth" steht auf dem kleinen Wegweiser aus Holz vorne an der Straße, und das ist nicht zu viel versprochen: Der Weg zu Jelle Bijmas Blühwiese führt durch ein Maislabyrinth. Von oben, das zeigen Luftbilder, bilden dessen Gänge die Form eines Fahrrads. Hier unten bewegt man sich besser leicht gebückt vorwärts, um nicht zu viele Blätter der hohen Maispflanzen ins Gesicht zu bekommen.

Hoffnung auf bessere Bodenqualität

Am Rand des Labyrinths öffnet sich nun eine große Fläche. Viele hohe Sonnenblumen blühen hier, prächtige Brennnesseln, Klee und Wildblumen mit violetten Blüten. Gemähte Wege unterteilen das Gelände. "Das sind 20 Plots, drei Meter mal zwölf Meter," sagt Jelle Bijma. Er wohnt in Bramstedt und ist Professor für marine Biogeochemie am Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut. "Die haben wir auf verschiedene Weise manipuliert. Einmal mit Basalt, einmal mit Olivin, einmal mit Basalt und bio char – das ist Holzkohle, einmal mit Olivin und Holzkohle und eine Kontrolle, wo wir nix gemacht haben."

Seine Nachbarn, eine Landwirtschaftsfamilie, haben die Blühwiese zur Verfügung gestellt. Mit Sensoren wird ermittelt, wie sich die CO2-Konzentration in unterschiedlichen Bodentiefen entwickelt. Außerdem wird regelmäßig Grundwasser entnommen und im Labor im Alfred-Wegener-Instituts analysiert. 

Jelle Bijma steht mit einem langen Stock in der HAnd vor einem Wegweiser auf einer Wiese
Jelle Bijmas Projekt: Auf einer Blühwiese testet er, inwieweit unterschiedliche Gesteinsmehle CO2 aus der Luft binden können. Bild: Radio Bremen | Catharina Spethmann

Im Kern, erklärt Jelle Bijma, gehe es um beschleunigte Verwitterung. Wenn Gestein verwittert, reagiert es mit dem CO2 in der Luft, daraus entstehen harmlose Karbonate. Um diesen Prozess zu beschleunigen und mehr CO2 aus der Luft zu binden, wird das Gestein – zum Beispiel Basalt oder Olivin – gemahlen und in den Boden eingebracht. Das entstehende Karbonat könne sogar helfen, die Bodenqualität zu verbessern, so die Hoffnung. Wenn es aus dem Boden ausgewaschen und durch Grundwasser und Flüsse ins Meer getragen wird, könne es außerdem die Ozean-Versauerung mildern.

Jelle Bijma will auch untersuchen, ob sich das Verfahren für Landwirte lohnt. Erste Versuche finden auf dem Maisfeld neben der Blühwiese statt: Teile der Fläche wurden mit Basalt und Holzkohle gedüngt. "Und jetzt wollen wir im Oktober gucken, ob der Ertrag höher ist als der normale Ertrag."

Beitrag zur CO2-Reduzierung

Bei allen Hoffnungen, die er in sein Projekt setzt – der CO2-Ausstoß müsse dringend reduziert werden, sagt Jelle Bijma. Der Kampf gegen den Klimawandel gehe viel zu langsam voran. Dabei habe die Corona-Pandemie gezeigt, dass schnelle und einschneidende Maßnahmen durchaus möglich seien: "Was machen wir hier überhaupt? Wie kann ich helfen, damit mein Enkel, wenn der später sagt, 'Opa, das wusstet du doch alles. Warum hast du nichts gemacht?' Da gibt es schon eine wichtige Motivation, das hier zu machen."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 20. September 2021, 12:40 Uhr