Jetzt läuft:

Plain White T's Hey There Delilah
  • Jetzt läuft:

    Plain White T's Hey There Delilah
  • Davor lief:

  • Um> 15:50 Uhr lief: Joel Sarakula I'm Still Winning
  • Um> 15:46 Uhr lief: Pearl Charles What I Need
  • Um> 15:42 Uhr lief: Ben Taylor Not Alone
  • Um> 15:35 Uhr lief: Ben Howard Keep Your Head Up
  • Um> 15:32 Uhr lief: Randy Newman It's A Jungle Out There
  • Um> 15:26 Uhr lief: Turin Brakes Wait
  • Um> 15:18 Uhr lief: Alin Coen Band As I Am
  • Um> 15:09 Uhr lief: Bonnie "Prince" Billy Quail And Dumplings
  • Um> 15:06 Uhr lief: Robbie Williams Something Beautiful

Der Nachmittag mit Marius Zekri

Im Porträt Bill Kaulitz: Nach dem Blitzlichtgewitter kam der Hass

Autor

Der Musiker und Designer Bill Kaulitz (2021)
Hat mit Anfang 30 schon so viel erlebt wie nur wenige: Bill Kaulitz Bild: DPA | Jörg Carstensen

Seit seinem 15. Lebensjahr erhält Bill Kaulitz Morddrohungen – bis heute. Jetzt hat der Sänger der Band Tokio Hotel eine Biografie geschrieben.

Gesprächszeit "Ich hab' früh gemerkt, dass ich irgendwie anders war" – Bill Kaulitz

Bill Kaulitz hat mit gerade mal 31 eine Biographie veröffentlicht. Am Diversity-Tag spricht er über sein Anderssein, Ruhm und Morddrohungen, die er regelmäßig erhält.

Der Musiker und Designer Bill Kaulitz (2021)
Bild: DPA | Jörg Carstensen
Bild: DPA | Jörg Carstensen

Mit Anfang 30 eine Biographie zu schreiben, hat etwas Übermütiges. Wenn das eigene Leben in wenigen Jahren aber so turbulent und auch beängstigend wird wie bei Bill Kaulitz, lassen sich damit problemlos über 300 Seiten füllen – wie in seinem jetzt erschienenen Buch "Career Suicide". Er habe sich nie etwas selbst antun wollen, erzählt Bill Kaulitz. "Aber ich hatte immer mal Momente, in denen ich total am Abgrund stand und gedacht habe, ich hätte jetzt nichts dagegen, wenn das Flugzeug abstürzt."

Morddrohungen gab es eigentlich immer, also, die hören nie auf.

Bill Kaulitz über die Schattenseiten des Ruhms

Als 15-Jähriger wurde der Sänger der Band Tokio Hotel in Deutschland und kurz darauf auch weltweit berühmt. Kaulitz war der junge Teenie-Schwarm aus einer ostdeutschen Kleinstadt, der mit emotionalen Texten, auffälligen Frisuren und schwarzer Kleidung plötzlich die Aufmerksamkeit von Jugendlichen und Medien auf sich zog. Kreischende Fans vor der Bühne, in teuren Hotels schlafen statt zur Schule zu gehen – die ersten Jahre seien "ein einziger Rausch" gewesen, sagt Kaulitz heute. Allerdings hatten sie auch einen Preis: Mit der Aufmerksamkeit kam auch der Hass, weil er mit seinem Aussehen offenbar polarisierte. Die ersten Morddrohungen erhielt Kaulitz mit 15: "Morddrohungen gab es eigentlich immer, also, die hören nie auf. Wenn ich jetzt in meinen Eingang gehe, bei Instagram, und gucke da durch die Nachrichten, dann sind bestimmt zwei, drei dabei, würde ich sagen. Ich habe ein total dickes Fell, was das angeht. Natürlich nur, weil ich das ja nicht anders kenne. Ich bin damit aufgewachsen."

Flucht vor den Fans nach Amerika

In seiner Biographie schreibt Kaulitz, dass der Hass und die Attacken aus ihm ein "misshandeltes Zirkustier" gemacht hätten. "Ich habe auch einen Dachschaden davon und trage das mit mir rum", sagt er. Als der Fanatismus um ihn und seinen Zwillingsbruder Tom kriminell wurde, unter anderem durch Stalking, flüchteten beide in die USA – nach Los Angeles. Seitdem macht Bill Kaulitz weiter Musik mit der Band Tokio Hotel, ist Model, Designer und außerdem Jurymitglied in Fernsehsendungen: "Die Karriere ist schon immer der wichtigste und größte Part in meinem Leben."

Wir können uns ein Leben ohne Tokio Hotel nicht vorstellen.

Bill Kaulitz über das, was sein Leben ausmacht

Auch wenn seine Bandkollegen älter werden, heiraten und eine eigene Familie gründen, Tokio Hotel werde es immer geben, glaubt der 31-Jährige: "Das ist unsere Verbindung, unser Innerstes, und wir können uns ein Leben ohne Tokio Hotel nicht vorstellen". Gleichzeitig hätten ihn die vielen Erlebnisse und Demütigungen, komprimiert auf wenige Jahre, auch schneller altern lassen: "Es ist oft so, dass ich denke, 'so innerlich fühle ich mich wie 90' und habe das Gefühl, ich könnte mich jetzt morgen zur Ruhe setzen und irgendwo aufs Land ziehen, nach Italien, und für den Rest meines Lebens nichts mehr machen."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 18. Mai 2021, 18:05 Uhr