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Die Nacht

Im Porträt Axel Hacke genießt das freie Schriftsteller-Leben

Autoren

  • Anja Robert
Schriftsteller Axel Hacke
Bild: Thomas Dashuber

Axel Hacke gehört zu den bekanntesten Autoren Deutschlands, seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Viele Fans warten jede Woche auf seine vergnügliche Kolumne "Das Beste aus aller Welt", die immer freitags im Magazin der Süddeutschen Zeitung zu lesen ist. Im Bremen-Zwei-"Hausbesuch" erzählt Axel Hacke, wie er zusammen mit Helmut Kohl den Mauerfall erlebt hat, und warum in seinem Arbeitszimmer ein Kühlschrank aus Marzipan steht.

Frühlingsgäste – Hausbesuche "Frei sein – darauf kommt's an!" – Axel Hacke

Axel Hacke genießt das freie Schriftstellerleben. Katrin Krämer stattet dem Autor einen virtuellen Hausbesuch ab und erfährt dabei, warum in seinem Arbeitszimmer ein Kühlschrank aus Marzipan steht.

Schriftsteller Axel Hacke
Bild: Thomas Dashuber
Bild: Thomas Dashuber

Ein Krokodil, ein Holz-Zebra, ein kleines Nashorn: Axel Hackes Büro mitten in München beherbergt viele Tiere – und viele Erinnerungen. Darunter das alte Holzlineal seines Vaters und einen kleinen Kühlschrank aus Marzipan, den ihm eine Leserin vor fast 30 Jahren geschenkt hat. Der erinnert ihn an einen seiner großen Erfolge: die Geschichten über seinen besten Freund und Kühlschrank Bosch, mit dem er lange nächtliche Gespräche über das Leben führt.

Es sieht sehr aufgeräumt bei mir aus, aber das ist es nicht. Ich wahre noch gerade so einen bürgerlichen Schein.

Axel Hacke über die Ordnung in seinem Büro.

Axel Hacke wirft ungerne Dinge weg. Wenn schon, dann packt er sie in Schubladen, um einen ordentlichen Eindruck zu machen. Aber das täuscht, gibt er gerne zu. "Ich hab total den Überblick verloren. Es sieht sehr aufgeräumt aus, aber das ist es nicht. Ich wahre noch gerade so einen bürgerlichen Schein."

Manchmal allerdings entsteht aus einer vollen Schublade auch ein Bestseller: "Im Bann des Eichelhechts" heißt Axel Hackes neues Buch. Darin nimmt er seine Leserinnen und Leser mit ins "Sprachland" – zu den besten Sprach-Fauxpas, die ihm selbst begegnet sind oder die seine Fans für ihn gesammelt haben. Mit großem Vergnügen erzählt Axel Hacke darin vom Leben des "Eichelhechts" und von anderen seltsamen Bewohnern des Sprachlands, wie dem "Aschenpudel", dem "Tinderfisch" und der "Cumberlandwurstkröte".

"Sprachland ist Wohnort der Fehlermacher, der Falschlieger, der Missversteher und der Überforderten. Es ist also unser aller Ort," heißt es im Klappentext.

Ich dachte, das hätte ich gerne, dass mein Vater mich mit solcher Leidenschaft und mit solchem Interesse anschaut, wie er diese Sendung angeschaut hat.

Axel Hacke über das Verhältnis zu seinem Vater.

Sein Weg zum erfolgreichen Schriftsteller und fantasievollen Kolumnisten verlief nicht ganz geradlinig. Aufgewachsen im Niedersachsen der Nachkriegszeit, wurde er zuerst politischer Journalist. Auch, um seinem vom Krieg traumatisierten Vater näherzukommen. Denn den erlebte Axel Hacke nur dann begeistert und lebendig, wenn er vor dem Fernseher die Diskussionen des "Internationalen Frühschoppen" verfolgte. "Ich dachte, das hätte ich gerne, dass mein Vater mich mit solcher Leidenschaft und mit solchem Interesse anschaut, wie er diese Sendung angeschaut hat", sagt er heute.

Vom Reporter zum Schriftsteller

Als Reporter der "Süddeutschen Zeitung" berichtete Axel Hacke von internationalen Sportwettkämpfen, verbrachte eisige Winterwochen bei russischen Bauern und beobachtete auf einer Reise durch Polen 1989 Helmut Kohls Verwirrung, als ausgerechnet während eines Aufenthalts in Warschau in Deutschland die Mauer fiel.

Erst nach dem Tod seines Vaters fasste er den Mut, den sicheren Job bei der Zeitung aufzugeben und es als freier Schriftsteller zu versuchen. Eine Entscheidung, die er bis heute nicht bereut – auch wenn ihn die Suche nach dem guten Einfall manchmal viel Kraft kostet, sagt er: "Ich komm manchmal morgens ins Büro und denke, heute wird’s super laufen, und gehe als gebrochener Mann zurück. Und es kann genau umgekehrt sein: Man kommt müde hier an und kommt glücklich nachhause, weil‘s gut ging. Für mich ist das ein Abenteuer."

Frei sein, darauf kommt‘s an!

Axel Hacke über sein Lebensmotto.

Axel Hackes Privatleben verfolgen seine Leser, seit er als "kleiner Erziehungsberater" Einblicke in sein Leben am Rande des Nervenzusammenbruchs gab, das er mit drei kleinen Kindern und seiner italienischen Frau Paola führte. Dass Paola in Wirklichkeit Ursula heißt und gar nicht aus Italien kommt, gibt er auf Nachfrage gerne zu. Und dass er beim Scrabble meistens gegen sie verliert, allerdings nur, weil sie schummelt. Die Drehbuchautorin und Jazzsängerin hat ihm auch zugeraten, als er sich trotz vieler Bedenken gegen die Sicherheit einer festen Anstellung entschieden hat.

Und sie hat ihm zur Bekräftigung vier große bunte Leuchtbuchstaben geschenkt, die jetzt an seiner Büro-Wand prangen: "Die hab ich hier an der Wand angebracht: Ein F, ein R, ein E und ein I steht da. Da schau ich jeden Tag beim Arbeiten drauf. Frei sein, darauf kommt‘s an!"

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, "Hausbesuche", 14. Mai 2021, 18 Uhr