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Die Nacht

Lieblingsmenschen Dieser Bremer lebt für sein Herzensprojekt: Kultur und Essen für alle

Artur Ruder
Das Kulturzentrum Kukoon in der Bremer Neustadt ist ein Lebensmittelpunkt – für Artur Ruder und das gesamte Kukoon-Kollektiv und für die Gäste. Bild: Radio Bremen | Lieselotte Scheewe

In unserer Reihe Lieblingsmenschen erzählen wir von Menschen, die sich besonders engagieren, die anderen helfen, Gutes tun –  in ihrem Job oder auch ehrenamtlich. Einer von ihnen ist Artur Ruder. Er hat gemeinsam mit anderen das Kulturzentrum "Kukoon" ins Leben gerufen. Der "Kukoon" soll ein Ort sein, an dem es Kultur und Gastronomie für alle gibt, egal mit welchem Geldbeutel. Bremen-Zwei-Reporterin Lieselotte Scheewe hat ihn getroffen.

Mittags im Café Kukoon in der Bremer Neustadt: An den Tischen sitzen Gruppen von Kolleginnen, vier junge Frauen, die hier ihre Mittagspause verbringen. Auf einer Couch ein Vater mit seinem Baby, am Nebentisch ein Paar. In einer Ecke sitzt ein älterer Mann allein und nippt an seinem Kaffee. Im Hintergrund läuft leise Indie-Musik. Es riecht nach Rosmarin, Liebstöckl und gebratenem Gemüse. Ein junger Mann kommt durch die große Altbautür des Kukoon und bestellt einmal den Mittagstisch. Artur Ruder begrüßt ihn herzlich und lehnt sich über den Tresen. Er ist einer von acht Menschen, die den Laden führen. Als Kopf des Kukoon will Artur Ruder sich nicht bezeichnen, eher als "eine Person, die viel Zeit hier mit einbringt".

Das Kukoon ist Artur Ruders Herzensprojekt. Das wird schnell klar, wenn man ihn hinter dem Tresen sieht. Das merken alle, die erleben, wie er mit den Künstlerinnen und Künstlern auf der Bühne spricht oder ihn dabei beobachtet, wie er den Bühnenaufbau koordiniert, Nachtisch anrichtet oder mit den Besucherinnen und Besuchern des Kukoon am Tresen scherzt.

Alle zahlen, was sie können

Ein Kollektiv von etwa 30 Leuten betreibt seit 2015 das soziokulturelle Zentrum Kukoon. Seit zwei Sommern organisieren sie zusätzlich das "Kukoon im Park". Bei "Kukoon am Wall" gibt es Glühwein und Konzerte.

Solidarisch und für die Gemeinschaft da zu sein, das steht bei dem Projekt im Vordergrund, weniger der Gewinn beim Kaffeeverkauf. Deshalb gibt es keine festen Preise für Kakao und Suppe, sondern eine Preisspanne. Wer mehr Geld hat, zahlt mehr. Wer weniger hat, entsprechend weniger. Viele nehmen auch das Huckepack-Prinzip in Anspruch, erzählt Ruder. Sie bezahlen dann zwei Mittagessen oder zwei große Schokoladen – und Menschen, die gar kein Geld haben, bekommen die zweite Portion kostenlos. "Das funktioniert sehr gut", sagt Artur Ruder. Das gleiche Prinzip gilt beim Kulturangebot, bei den Konzerten, Theateraufführungen, Lesungen und Diskussionsabenden: Viele Veranstaltungen sind umsonst oder es gibt beim Eintritt eine Preisspanne.

Ein offener Ort für alle

Das Kukoon soll ein offener Ort für alle sein, eine Konsumpflicht gebe es nicht, erklärt Artur Ruder: "Wenn die Menschen einfach fünf Stunden kostenlos das Leitungswasser abgreifen, dann ist es für uns halt genauso okay."

Wenn Artur Ruder erzählt, merkt man: Er steht voll und ganz hinter diesen Ansichten. Auch wenn seine Kolleginnen und er sich nicht den ganz großen Lohn auszahlen können, liebt er das, was er macht. Weil er von der Idee überzeugt ist. "Uns als Kollektiv, uns als Gruppe ist es wichtig, dass der Ertrag nicht in der einzelnen Hosentasche endet, sondern tatsächlich wieder zurückgeht in die Gemeinschaft," sagt Ruder. Der "soziale Output" des Kukoon sei dabei die Kulturarbeit. "Durch die Förderung, durch die städtische Förderung, die wir auch haben, können wir schon viel in Kultur reinpacken. Und wenn was übrigbleibt, dann packen wir es aber trotzdem noch mehr rein."

Etwas anderes kann ich mir erstmal nicht vorstellen.

Artur Ruder über seine Arbeit im Kukoon.

Artur Ruder hat Soziologie studiert und könnte jetzt auch in der Uni über Büchern sitzen. Doch anstatt die kritischen Themen in der Theorie zu durchdenken, hat er sich fürs Machen entschieden. Denn er möchte viele positive und gute Gedanken auch teilen, sagt er. Dafür ist für ihn das Kukoon der richtige Ort. Und so steht er nicht nur hinter dem Tresen, sondern kümmert sich auch um die Buchhaltung, um Förderanträge und Personal und bucht Künstlerinnen und Künstler. Oder er putzt den Laden und repariert den Wasseranschluss unter der Kaffeemaschine. "Etwas anderes kann ich mir erstmal nicht vorstellen," sagt er.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 11. Dezember 2021, 13:40 Uhr.