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Die Nacht

Im Porträt Anne-Marie Flammersfeld über Extremläufe und Wüstenmarathons

Autorin

Anne-Marie Flammerfeld
Anne-Marie Flammerfeld ist eine der erfolgreichsten Ultra-Trail-Läuferinnen weltweit. Bild: Anne-Marie Flammersfeld | cascadas

Es klingt schon ziemlich verrückt: Ein Rennen, 1.000 Kilometer durch vier Wüsten. Doch genau dieser Herausforderung hat sich Sportwissenschaftlerin Anne-Marie Flammersfeld gestellt. Obwohl sie zuvor keine Läuferin war, gewann sie 2012 als erste Frau weltweit alle vier Rennen des "4 Deserts Ultramarathon". Seitdem stellt sich die gebürtige Duisburgerin immer wieder neuen Laufabenteuern.

Gesprächszeit "Durst ist der Gedanke, der einen unglaublich umtreibt" – Anne-Marie Flammerfeld

Anne-Marie Flammersfeld gewann sie als erste Frau weltweit alle vier Rennen des "4 Deserts Ultramarathon". Seitdem stellt sie sich immer neuen Laufabenteuern.

Anne-Marie Flammerfeld
Anne-Marie Flammerfeld Bild: Anne-Marie Flammersfeld | cascadas
Bild: Anne-Marie Flammersfeld | cascadas

Ob Hunderte Kilometer durch unwirtliche Wüsten, auf Vulkane oder ein Lauf auf zugefrorenem Gewässer – Anne-Marie Flammersfeld scheut keine Extreme. Der Lauf-Virus infizierte sie dabei ganz unvermittelt. Bei einem Südamerika-Urlaub im Jahr 2010 hörte sie von dem 4-Wüsten-Ultramarathon. Für dieses Rennen müssen die Teilnehmer durch die trockenste, windigste, heißeste und kälteste Wüste der Welt laufen. Da sie sich nicht für ein Rennen entscheiden konnte, beschloss Anne-Marie Flammersfeld, in einem Jahr einfach alle vier Wüsten in Angriff zu nehmen.

Jetzt lauf doch einfach los und schau, was passiert.

Anne-Marie Flammersfeld über weiche Knie und Selbstgespräche vor ihrem ersten Wüstenrennen

Im Jahr 2012 war es so weit. Das erste Rennen führte 250 Kilometer durch die Atacama-Wüste in Chile. Anne-Marie Flammersfeld konnte in der Nacht vor dem Rennen überhaupt nicht schlafen, denn schließlich trat sie als Lauf-Anfängerin gegen erfahrene Ultramarathon-Läuferinnen an. Diese Zweifel kennt jeder, der schon einmal an der Startlinie irgendeines Wettkampfes gestanden hat, sagt die Extremsportlerin: "Dann habe ich mich aber relativ schnell beruhigen können, weil ich mir gesagt habe: 'Okay, Flammersfeld. Du bist jetzt hier mitten in der Atacama-Wüste, du stehst hier an der Startlinie von deinem allerersten Ultra-Wüsten-Wettkampf mit ungefähr 200 Menschen aus der ganzen Welt. Und wenn die jetzt alle besser sind als du, dann ist das einfach so. Jetzt lauf doch einfach los, und schau, was passiert.'"

Und dann tauchte urplötzlich in meinen Gedanken die Wüstenrennsemmel auf, das ist ein kleines Brötchen mit Zahnstochern als Arme und Beine.

Anne-Marie Flammersfeld über den Moment des größten Zweifels in der Sahara
Anne-Marie Flammerfeld
Anne-Marie Flammerfeld Bild: Anne-Marie Flammersfeld | Daniel Zaugg

Anne-Marie Flammersfeld schaffte nicht nur den Start und die sieben Etappen des Atacama-Ultramarathons, sie lief auch als erste Frau durchs Ziel. Das nächste Rennen führte die Personal-Trainerin, die in Sankt Moritz arbeitet und lebt, durch die Wüste Gobi. Doch die größte Herausforderung wartete in der Sahara auf sie. "Ich hab‘ nur noch vor mich hin geflucht und wusste, ich habe die Krise des Jahrhunderts und nichts hat geholfen", erinnert sich die 42-Jährige. Doch dann kam der Moment, in dem Flammersfeld die scheinbar unlösbare Aufgabe einfach annehmen konnte: "Und dann tauchte urplötzlich in meinen Gedanken die Wüstenrennsemmel auf, das ist ein kleines Brötchen mit Zahnstochern als Arme und Beine. Und in dem Moment, als sie aufgetaucht ist, war meine Krise vorbei, weil ich so lachen musste über mein Hirn, das sich so lustige Sachen ausgedacht hat."

Das letzte Rennen führte Anne-Marie Flammersfeld in die größte Eiswüste der Erde: die Antarktis. Minus-Temperaturen folgten auf Wüstensand und Hitze, und auch diesen Ultramarathon gewann die Extremsportlerin.

Vulkane – die neue Herausforderung

Anne-Marie Flammerfeld
Einfach nur gemütlich joggen, reicht Flammersfeld nicht. Sie sucht Herausforderungen. Bild: Anne-Marie Flammersfeld | Christoph Gramann

Als erste Frau weltweit alle vier Wüsten-Ultramarathons gelaufen und gewonnen zu haben, hat ihr den Namen "Desert Queen" eingebracht. Seitdem ist Anne-Marie Flammersfeld nicht mehr aufzuhalten. Wenn sie nicht mit ihren Kunden in den Bergen unterwegs ist, trainiert sie für weitere Wettkämpfe und das Lauf-Virus wird sie nicht mehr los. Auch wenn sie ihre Eltern in Duisburg besucht, dürfen die Laufschuhe nicht fehlen. Und wenn es keine Wettkämpfe gibt, dann sucht sich Anne-Marie Flammersfeld neue Ausdauer-Projekte. Wie zum Beispiel die "Bottom Up Seven Volcanic-Serie": Vom tiefsten Punkt eines Kontinents geht es rauf auf den höchsten Vulkan. Mit dem Fahrrad und zu Fuß. Und auch wenn sie zur Zeit Corona-bedingt keine weiten Reisen unternehmen kann, so gibt es auch in Europa Vulkane, die die Wüstenkönigin Anne-Marie Flammersfeld im Laufschritt bezwingen kann.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 24. März 2021, 18:05 Uhr