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Die Nacht

Im Porträt Anna Brüggemann ist kein "Hoppla-jetzt-komm-ich"-Typ

Autoren

  • Gerhard Snitjer
Anna Brüggemann
Bild: William Minke

Anna Brüggemann ist wohl das, was einige einen "Tausendsassa" nennen: Sie ist Schauspielerin, schreibt Drehbücher – und jetzt auch Romane. Außerdem war sie Initiatorin eines Boykotts gegen die Kleiderordnung auf den roten Teppichen der Filmfestivals.

"Wirklich kreativ sein kann man nur, wenn es fließt" – Anna Brüggemann

Anna Brüggemann ist wohl das, was einige einen "Tausendsassa" nennen: Sie ist Schauspielerin, schreibt Drehbücher – und jetzt auch Romane.

Anna Brüggemann
Bild: William Minke
Bild: William Minke

Schon in ihrer Schulzeit in Bayern drängte es Anna Brüggemann zur Schauspielerei. Ihre Schulleistungen waren miserabel, gibt sie zu: wichtiger war immer die Theatergruppe. Eine Klassenfahrt nach München nutzte sie zum Besuch einer Casting-Agentur, deren Adresse ihre Klavierlehrerin ihr zugesteckt hatte.

Schon sechs Wochen später kam das Angebot: Sie durfte in einem Fernsehfilm an der Seite von Leslie Malton spielen. Das war vor 25 Jahren – und seitdem ist sie fast pausenlos im Geschäft. Sie ist ein bekanntes Gesicht in zahllosen Fernseh- und Kino-Produktionen, darunter "Oktoberfest", "Kleinruppin forever", "Berlin am Meer" – vor allem aber immer wieder "Polizeiruf 110" und "Tatort".

Kreativ kann man nur sein, wenn es fließt.

Anna Brüggemann über das Schreiben

Wenn Anna Brüggemann nicht vor der Kamera steht, schreibt sie Drehbücher, oft gemeinsam mit ihrem Bruder, dem Filmregisseur Dietrich Brüggemann. Auch das neueste Werk mit dem Titel "Nö!", das Ende September in die Kinos kommt, haben sie gemeinsam entwickelt.

Dass die Kooperation mit dem Bruder schon über lange Zeit so gut klappt, empfindet sie als großes Glück. Mit anderen Autoren fand sie es immer schwierig: "Wenn man dessen Idee nicht so gut findet oder den speziellen Humor nicht teilt, dann hakelt es sofort. Kreativ kann man nur sein, wenn es fließt." Dietrich war es auch, der sie ermutigte, ihren Roman zu schreiben. "Ich hatte nicht das Selbstbewusstsein", sagt sie. Aber unermüdlich stupste er sie an: "Ja, mach! Das ist gut, mach!"

Das Interesse für Literatur war immer da

Fast auf den Tag genau zu ihrem 40. Geburtstag wurde Anna Brüggemanns Debut-Roman beim Festival "lit.cologne" preisgekrönt. Das war im vergangenen März – und an eine rauschende Party aus diesem Anlass war zu dem Zeitpunkt gar nicht zu denken. Aber zehn Personen durften dann doch zu einer kleinen Feier kommen. Die Autorin erinnert sich, wie aufregend es für ihre Gäste nach dem Lockdown-Winter war, endlich wieder ein kulturelles Event besuchen zu können.

"Trennungsroman" heißt Anna Brüggemanns erstes Buch. Dass sie irgendwann zum Romanschreiben finden würde, hätte man sich denken können: Sie ist die Tochter eines Germanisten-Ehepaars – und hat sich schon immer für Literatur interessiert.

Boykottbewegung "Nobody's Doll"

Anna Brüggemann ist kein "Hoppla-jetzt-komm-ich"-Typ. Umso erstaunlicher war es, als sie vor rund drei Jahren eine kleine, aber viel beachtete Bewegung in Gang setzte: "Nobody's Doll", also etwa "Nicht irgendjemandes Püppchen". Das war eine Art Boykott der Kleiderordnung auf den roten Teppichen der Filmfestivals, sagt sie.

Das Aufbrezeln habe wenig zu tun mit dem, was Schauspielerinnen eigentlich tun: sich nämlich empathisch in ihre jeweilige Rolle hinein zu versetzen. Es sei wichtig gewesen, diese Diskrepanz mal zu thematisieren, sagt Anna Brüggemann, die übrigens als Bremen-Zwei-Sommergast in T-Shirt, Löcher-Jeans und Turnschuhen erschienen ist. Anderseits würde sie einen solchen Vorstoß wie "Nobody's Doll" jetzt wohl kaum noch einmal unternehmen: Es habe unendlich viel Energie gekostet, weil viele Kolleginnen ängstlich zurückschreckten und letztlich nicht mitmachten.

Anna Brüggemann steckt ihre Kraft jetzt lieber in neue Projekte: Ein zweiter Roman soll entstehen. Und Dreharbeiten stehen auch schon wieder an. Für sie ist das die perfekte Mischung: "Schauspielerin sein dürfen, aber dann wieder in Klausur gehen: mein Schreibtisch und ich!"

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Sommergäste, 4. September 2021, 11:05 Uhr