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Die Nacht

Im Porträt Nach dem Olympia-Aus war Anett Szigeti eine Stütze für Spitzensportler

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Anett Szigeti
Anett Szigeti verhilft Sportlerinnen und Sportlern zu mentaler Stärke. Bild: Anett Szigeti | Markus Behrens

Seit 2012 unterstützt Anett Szigeti am Olympiastützpunkt Hamburg-Schleswig-Holstein deutsche Top-Athleten im Rudern, Schwimmen, Segeln und Beachvolleyball. Mit dem Ausfall der Olympischen Spiele in diesem Jahr hatte sie viel zu tun: Viele der von ihr betreuten Sportlerinnen und Sportler waren erst einmal in ein schwarzes Loch gefallen.

Gesprächszeit "Das war eine klassische Krise im Sportler-Leben" - Anett Szigeti

Anett Szigeti ist Sportpsychologin und betreut Top-Athleten am Hamburger Olympia-Stützpunkt. Nach dem Olympia-Aus musste sie viele Sportler mental auffangen.

Anett Szigeti
Anett Szigeti unterstützt Sportler beim Mental-Training. Bild: Anett Szigeti | Markus Behrens
Bild: Anett Szigeti | Markus Behrens

Als Diplompsychologin bietet Anett Szigeti Lebenslagen-Coaching an und behandelt normalerweise an zwei Tagen in der Woche Reha-Patienten bei der Schmerzbewältigung. Doch von diesem Job hat sie sich in diesem Jahr befreien lassen, um ihre Sportlerinnen und Sportler am Olympiastützpunkt zu betreuen, die aus vielen verschiedenen Disziplinen kommen: "Ich habe gelernt, dass es viele unterschiedliche Sportsysteme gibt. Und in jedem Sportsystem wird die Sportpsychologie anders gesehen. Meine Rolle ist immer unterschiedlich und muss sehr gut besprochen werden mit Sportlern, Trainern und Betreuern."

Da klingelte das Telefon sehr häufig.

Anett Szigeti über die Absage der Olympischen Spiele

Die Corona-Pandemie hat Spuren in den Biografien der Sportlerinnen und Sportler hinterlassen. Im März 2020 waren die meisten bereits auf einem sehr hohen Leistungsniveau, die olympischen Qualifikations-Wettkämpfe hatten bereits begonnen oder standen kurz bevor. Und dann die traurige Gewissheit: Am 24. März 2020 wurde der Ausfall der Olympischen Spiele in Tokio 2020 bekannt gegeben. "Der Tag war sehr einschneidend", erinnert sich Szigeti. "Da klingelte das Telefon sehr häufig. Das war eine klassische Krise, würde ich sagen, in den meisten Sportler-Leben. Egal ob Individual- oder Mannschaftsportler: Es hieß, sich erst mal zu sortieren und zu gucken, was will ich eigentlich."

Der große Frust nach dem Olympia-Aus

Die Enttäuschung in den Sportteams saß tief und die Fragen wurden groß: Soll man weitermachen oder vielleicht die Karriere beenden? Manche hatten von plötzlich keine Tagesstruktur mehr, weil ihre Trainingsstätten geschlossen wurden und sie nicht mehr trainieren konnten, erinnert sich Anett Szigeti. Einen Athleten rief sie zwei Wochen lang jeden Morgen um 7:30 Uhr an, um ihn zum Aufstehen zu motivieren. Szigeti erarbeitete mit den Trainerstäben Wochenpläne und empfahl dem einen oder anderen eine Partie "Mensch ärgere dich nicht" zur Emotionsregulierung.

Mentale Stärke ist, dass man zu jeder Tages- und Nachtzeit das abrufen kann, was man trainiert hat.

Anett Szigeti über die Rolle des Kopfes im Spitzensport

Wenn nicht gerade Ausnahmesituationen zu bewältigen sind, trainiert Anett Szigeti mit Athletinnen wie den Olympiasiegerinnen und Weltmeisterinnen Kira Walkenhorst und Laura Ludwig mentale Stärke. Denn wie bei Muskeln könne man auch bei Emotionen Anspannung und Entspannung regulieren, sagt die Sportwissenschaftlerin und Psychologin. Zum Beispiel, wenn es im letzten Beachvolleyball-Satz um's Ganze geht und negative Gedanken die Überhand nehmen. Dann hilft Szigeti mit Übungen, die dabei helfen den gedanklichen Schritt zu zurück zu machen: "Mentale Stärke ist, dass man zu jeder Tages- und Nachtzeit das abrufen kann, was man trainiert hat."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 18. November, 18:05 Uhr