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Die Nacht

Im Porträt Mit Büchern bekommt Andrea Petković den Kopf vom Tennis frei

Autor

Andrea Petkovic
Noch geht ihr das Tennisspielen leichter von der Hand, doch beim Schreiben spürt Andrea Petković eine große Zufriedenheit. Bild: Imago | Geisler-Fotopress/Christian Behring

Seit rund 15 Jahren reist Andrea Petković als Tennis-Profi um den Erdball. Eine Karriere, die ihr viele schöne, aber auch enttäuschende Momente beschert hat. In ihrem Buch "Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht" erzählt sie von einigen dieser Episoden.

Gesprächszeit "Ich hatte nie eine Minute, wo es mir keinen Spaß gemacht hat" – Andrea Petković

Sportlich befindet sich Tennisspielerin Andrea Petković im Herbst ihrer Karriere – aber ihr zweites Leben als Autorin hat gerade erst so richtig begonnen.

Audio vom 21. Oktober 2020
Andrea Petković
Andrea Petković Bild: Radio Bremen | Christian Erber

2011 schaffte Andrea Petković es bis auf Position 9 der Tennis-Weltrangliste. Ein Erfolg, der ohne ihre speziellen Freunde nicht möglich gewesen wäre. Die sind meistens so klein und leicht, dass sie auch ins Handgepäck passen: "Bücher waren für mich auf der Tour immer unabdingbare Lebensbegleiter. Lesen war die einzige Beschäftigung, mit der ich meine Gedanken komplett vom Tennis lösen konnte. Bei allem anderen hat es ständig im Hinterkopf gerattert und ich habe immer gedacht: "Morgen muss ich spielen, wie mache ich das?" Was natürlich auf Dauer wahnsinnig anstrengend geworden wäre."

Es sind Episoden aus meinem Leben, in denen sehr viel Wahrheit steckt. Ich habe mir aber die Freiheit genommen, sie literarisch zu verarbeiten.

Andrea Petković über ihr erstes Buch

Ihre erste Lektüre waren Krimis und Romane von Stephen King. Sehr zum Missfallen ihres Vaters, der lange auch ihr Trainer war. Er schenkte ihr "Schuld und Sühne" von Dostojewski. Dieser Klassiker war von nun an ihr treuer Wegbegleiter auf Reisen und der Einstieg in die "Droge Literatur". Neben Lesen war ihr aber auch Schreiben von Anfang an enorm wichtig. Angefangen hat sie mit Tagebuchnotizen, später schrieb sie Kolumnen für die "Süddeutsche Zeitung". 

Jetzt ist "Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht" erschienen. Keine klassische Autobiografie, wie Petković betont: "Ich würde sie als Autofiktion bezeichnen. Es sind Episoden aus meinem Leben, in denen sehr viel Wahrheit steckt. Ich habe mir aber die Freiheit genommen, sie literarisch zu verarbeiten. Hier und da ist also auch etwas Fiktives dabei. Namen wurde geändert, Zeiten zusammengezogen. Ich glaube, Autoren verstecken sich ganz gerne hinter diesem Begriff, um alles herauslassen zu können. So wie ich das auch gemacht habe."

Das Reihenhaus war für mich wirklich symbolisch der Aufstieg meiner Eltern in die Gesellschaft.

Andrea Petković über ihre Kindheit in Darmstadt

Der Titel ihres Buches hat neben einer buchstäblichen auch eine metaphorische Ebene. Einerseits bezieht er sich auf die vielen schlaflosen und unruhigen Nächste, die Petković vor wichtigen Matches hatte. Andererseits sei es auch ein Hinweis darauf, dass – selbst wenn die Menschheit glaube, ganz oben angekommen zu sein – stets auch eine Menge Dunkelheit involviert ist. Als Flüchtlinge des jugoslawischen Bürgerkriegs hatten Petkovićs Eltern solche Zeiten selbst miterlebt. Aus Tuzla in Bosnien flohen sie nach Darmstadt ins Rhein-Main-Gebiet. Nach der Anfangszeit in einer kleinen Wohnung folgte der Umzug in ein Reihenhaus mit kleinem Garten. "Das wird ja in Deutschland gerne als ein bisschen spießig belächelt. Aber für mich war das wirklich symbolisch der Aufstieg meiner Eltern in die Gesellschaft. Vielleicht helfe ich ja mit, die Bedeutung dieses Begriffes ein bisschen umzumünzen", schmunzelt sie.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Gesprächszeit, 21. Oktober 2020, 18:05 Uhr