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Der Nachmittag mit Hendrik Plaß

Auf der Bühne Experimentelles Musiktheater: Bremer Theater wagt neues Projekt

Autorin

Szenenfoto Noperas!-Obsession im Theater Bremen
Die Akteure auf der Bühne beginnen als Einzelgänger und finden sich allmählich zum Kollektiv zusammen. Bild: Jörg Landsberg

"NOperas! – Obsessions" ist ein experimentelles Musiktheaterprojekt, dem man mit Offenheit für neue Formate und Interpretationsfreude begegnen sollte. Bremen-Zwei-Reporterin Christine Gorny hat sich die ungewöhnliche Uraufführung im Kleinen Haus angesehen.

Die finnische Kompanie "Oblivia" experimentiert mit Sprache, Lauten, Gesten und Bewegung. Dabei arbeitet sie immer wieder mit externen Künstlerinnen und Künstlern zusammen, nun also mit Darstellenden des Theater Bremen. Die Musik hat die chinesische Komponistin Yiran Zhao kreiert. Der Mix aus ernster Musik, Pop und Elektronik wurde von sechs Musikern der Bremer Philharmoniker umgesetzt – mit Geigen, Posaune, Querflöte, aber auch mit Plastiktüte. Dazu Gesang und Text.

Aufführung mit minimalistischen Mitteln

Szenenfoto Noperas!-Obsession im Theater Bremen
Die Schauspielerinnen und Schauspieler tragen üppige Kostüme auf der sonst kargen Bühne. Bild: Jörg Landsberg

Auf der Bühne gab es lediglich eine weiße Leinwand, auf der nur selten Projektionen zu sehen waren. Links am Bühnenrand Orchester und Dirigent, an der rechten Seite ein Bildschirm für die Untertitel der englischen Texte. Die sieben Performer brachten Farbe in Spiel, mit lang wallenden Mänteln. Sie schreiten, stolzieren und posieren. Dabei schnalzen, stöhnen oder kichern sie. Und sie gucken herausfordernd ins Publikum. Es gibt selten Text und auch wenig Gesang. Meistens erinnert das Stück an Tanztheater.

Bei der vielen Bewegung ist die Leidenschaft wohl auf der Strecke geblieben. Obsessionen werden eher ironisch angedeutet oder gestisch analysiert. Eine Handlung gibt es nicht. Gängige Deutungsmuster sollen durchbrochen werden. Manche Szenen wirken dementsprechend wie Persiflagen auf die Oper, etwa mit überkandidelten Tremoli.

Viel Raum zur Interpretation

Insgesamt bietet die Aufführung wenig Orientierung, sie will wohl eher dekonstruieren und irritieren. Dieser Inszenierung sollte man mit Offenheit begegnen und mit dem Verzicht auf den Anspruch, etwas verstehen zu wollen. "Obsessions" geizt nicht mit bedeutungsvollen Gesten und Textfetzen, die aber meistens rätselhaft bleiben. Es gibt viele Andeutungen oder Grotesken, die dem Publikum reichlich Raum zur Interpretation lassen.

Enttäuschende Performance

Szenenfoto Noperas!-Obsession im Theater Bremen
Die Inszenierung enthält viele Andeutungen, aber es bleibt rätselhaft. Bild: Jörg Landsberg

"'Obsessions' hat mich nicht ergriffen, wobei ich die Musik von Yiran Zhao ausdrücklich ausnehmen möchte. Die ist sensibel, unaufdringlich und bewegend – und bestens umgesetzt von den Musikerinnen und Musikern auf der Bühne", sagt unsere Theaterkritikerin Christine Gorny. "Enttäuscht war ich dagegen von der Performance, bei der die Akteure manchmal schon bei den einfachsten Tanzschritten aus dem Takt gerieten. Es gab durchaus einige witzige Ansätze, die dann aber viel zu breit ausgewalzt wurden. Bei aller Dekonstruktion und Ambition fasst es ein Zitat aus dem Stück für mich am besten zusammen: 'Bum-chi-chi-bum-chi'", so Christine Gorny.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 20. Februar 2022, 09:38 Uhr