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Der Nachmittag mit Katrin Krämer

Auf der Bühne Theaterperformance über Leerstand und Kapitalismus

Wem gehört der Leerstand in Bremen?

Autorin

Christian Freund mit Megafon
"Wem gehört der Stadtraum?" Szene mit Schauspieler Christian Freund. Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Eine Premiere an einen ungewöhnlichen Ort: Für "Leer / Stand – Der Brotladen oder: Wem gehört der Stadtraum?" ist das Theater Bremen in ein leerstehendes Gebäude am Ostertorsteinweg umgezogen. Thematisiert werden Leerstand und Berthold Brechts Stückfragment "Der Brotladen". Darin übt Brecht stramme Kritik an der kapitalistischen Leistungsgesellschaft. Das Stück stammt von 1929, dem Jahr der Weltwirtschaftskrise.

Das Publikum wurde vor dem Theater am Goetheplatz im wahrsten Sinne des Wortes abgeholt: Ein Akteur, der sich als Brechtfigur vorstellte, kündigte eine Untersuchung der kapitalistischen Wohnbesitzverhältnisse an – ganz im Sinne des Meisters. Dazu wurde das Publikum in die Rolle von Immobilieninteressenten versetzt und mit Maklerinformationen ging es gemeinsam zu einem leerstehenden dreistöckigen Geschäftshaus. Hier hat das Theater die Räume für eine "Performative Installation" mit Pappkulissen, Mischpult und Videobeamer besetzt.

Schauspieler Christian Freund
Szene in einem Raum mit Pappkulissen. Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Alle Rollen dieser Inszenierung werden nur von zwei Darstellern gespielt: Die alleinerziehende Mutter, die obdachlos wird. Der Bäcker, der seine Miete nicht mehr bezahlen kann. Der Zeitungsjunge, der menschlich handeln will. Die beiden Akteure schlüpfen in all diese Rollen und distanzieren sich sofort wieder, indem sie kommentieren und hinterfragen. So wird Brechts berühmtes episches Theater immer wieder selbst verfremdet. Regisseurin Antigone Akgün hat Brechts "Brotladen" weiterentwickelt und mit heutigen Texten ergänzt.

Inszenierung auf mehreren Ebenen

Im Erdgeschoss erlebt das Publikum das "Brotladen"-Fragment als Schauspiel. Anschließend kann man sich noch im gesamten Haus auf allen Stockwerken umsehen. Die Räume erinnern eher an eine zeitgenössische Kunstausstellung. Ein Zimmer könnte Brechts Arbeitszimmer gewesen sein. Video- und Audioinstallationen setzen sich mit Leerstand im Stadtraum auseinander, gezeigt wird zum Beispiel, wie Zwischennutzer im Bremer Papageienhaus kreativ mit Leerstand umgehen. Auch die Akteure aus dem Brotladen sind dabei: Bäcker Meininger liegt greinend in einer Badewanne, die mit Schuldscheinen geflutet ist.

Christian Freund liegt in einer Badewanne mit Papierschnipsel
Einige Szenen erinnern an zeitgenössische Kunstausstellungen. Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Ein besonderes Erlebnis mit intensivem Kontakt zum Publikum

"Das Ganze wurde mit viel Liebe zum Detail und großer Spielfreude umgesetzt. Christian Freund hat mich mit der Spannweite seiner Ausdrucksmöglichkeiten schwer beeindruckt. Die Inszenierung kommt ihrem selbst erklärten Ziel schon sehr nahe, nämlich 'die Ungerechtigkeit der Welt einfühlend, distanzierend, aber auch unterhaltend' zu erzählen", meint Bremen-Zwei-Theaterkritikerin Christine Gorny.

Christian Freund liegt in einer Badewanne mit Papierschnipsel

Theaterpremiere in Bremen: "Leer/Stand – Der Brotladen"

Eine Premiere an einen ungewöhnlichen Ort: Für "Leer/Stand – Der Brotladen oder: Wem gehört der Stadtraum?" ist das Theater Bremen in ein leerstehendes Gebäude am Ostertorsteinweg umgezogen.

Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 1. Mai 2022, 10:15 Uhr