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Der Sonntagnachmittag mit Julian Beyer

Auf der Bühne "Ich bin Hazal" – eine äußerst wütende Geschichte im Brauhaus

zwischen Anpassung und Aufbegehren

Autorin

Ensemble "Ich bin Hazal"
Das Bühnenbild von "Ich bin Hazal" ist abstrakt, geometrisch und grell. Weiße Quader sind treppenartig zusammengewürfelt. Ab und an leuchten sie rot pink und blau. Hinzu kommen halbtransparente Stellwände und ein paar Lichteffekte. Bild: Theater Bremen | Manja Herrmann

Eine junge Deutschtürkin wird an ihrem 18. Geburtstag zur Mörderin. Ihr Frust über ungerechte Behandlung hat sich zum tödlichen Hass gesteigert. Am Theater Bremen haben die "jungen Akteurinnen" aus dem Roman "Ellbogen" von Fatma Aydemir ein Theaterstück entwickelt.

Hazal ist, was früher ein Gastarbeiterkind genannt wurde, eine Person mit Migrationshintergrund. Genau darum geht es: um Diskriminierung, also Beleidigung und Benachteiligung. Schon mit 17 fühlt Hazal sich chancenlos in der Gesellschaft, zerrissen zwischen zwei Kulturen und auf der Suche nach Identität. An ihrem 18. Geburtstag entlädt sich dann die seit langem aufgestaute Wut.

Wir haben festgestellt mit dem Ensemble, dass wir unglaublich viele verschiedene junge, weiblich gelesene Personen haben mit sehr unterschiedlichen Geschichten. Und uns war es wichtig, diese Geschichten zu zeigen.

Nathalie Forstmann, Regisseurin

Gefühlslagen intensiv und persönlich auf die Bühne gebracht

Alle acht jungen Akteurinnen erzählen Hazals Geschichte und verbinden sie dabei mit ihrer eigenen. Collagenartig werden so die Romantexte mit den Biografien der jungen Bremerinnen gemischt. Dabei sprechen sie mal im Chor, mal einzeln, sie singen, tanzen, lachen. Ständig wird Blickkontakt zum Publikum gesucht. Mal gibt sich die Gang aggressiv gewaltbereit, mal sensibel grüblerisch.

Szene aus "Ich bin Hazal" mit Rosa Voelzke
Rosa Voelzke Bild: Theater Bremen | Manja Herrmann

Von Anfang an wird klargestellt: Die jungen Akteurinnen erzählen keine lineare Geschichte, eher wird wie mit Hyperlinks im Internet gearbeitet. Immer wieder werden die persönlichen Beiträge der acht Schauspielerinnen eingefügt. So wird der Roman um die Sichtweisen der Akteurinnen erweitert. Das war das Ziel, sagt Regisseurin Nathalie Forstmann: "Wir haben festgestellt mit dem Ensemble, dass wir unglaublich viele verschiedene junge, weiblich gelesene Personen haben mit sehr unterschiedlichen Geschichten. Und uns war es wichtig, diese Geschichten zu zeigen und dafür Raum zu geben."

Es sind Familiengeschichten von politisch Verfolgten und Gastarbeitern, von sozialer Benachteiligung und privatem Glück. Sie spielen in der Türkei, im Iran und in Indonesien. Und vor allem in Bremen. Dabei geht es um Rassismus in der Waldorfschule, Sexismus im Sportverein und Diskriminierung am Arbeitsplatz.

Überzeugende Darstellerinnen

Nisa Rezaeian Bröker und Rojin Ercan
Nisa Rezaeian Bröker und Rojin Ercan (vorn) Bild: Theater Bremen | Manja Herrmann

Die Erzählstimme des Romans wurde in dieser Inszenierung gut eingefangen: Eine gewisse Rotzigkeit und spürbare Wut, aber auch sensible und zarte Töne. "Ich selbst habe etwas über die Gefühlslage von Migrantenkindern gelernt, vor allem, wie wichtig es ihnen ist, endlich auch ihre Geschichten zu erzählen. Jahrelang war das nicht der Fall. Mittlerweile ist das allerdings häufig Thema auf Bühnen und in Büchern. Ganz besonders beeindruckt hat mich aber auch die schauspielerische Leistung der acht Akteurinnen", sagt unsere Theaterkritikerin Christine Gorny.

Ensemble "Ich bin Hazal"

Premiere: "Ich bin Hazal" im Brauhaus

Regisseurin Nathalie Forstman bringt das Stück "Ich bin Hazal" nach dem Roman "Ellbogen" von Fatma Aydemir auf die Bühne.

Bild: Theater Bremen | Manja Herrmann

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Morgen, 24. April 2022, 09:38 Uhr