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Gesprächszeit mit Hendrik Plaß

Auf der Bühne "Falstaff" – eine mitreißende komische Oper am Theater Bremen

Autorin

Falstaff im Theater Bremen
Turbulent und schrill geht es in einigen Szenen der "Falstaff"-Inszenierung zu. Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Wer an die Werke des romantischen Komponisten Giuseppe Verdis denkt, hat wohl eher die tragischen Opern im Kopf: "La traviata" oder "Rigoletto" zum Beispiel. Sein letztes Werk aber war ausgerechnet eine komische Oper, "Falstaff", die 1893 uraufgeführt wurde. Wie in seinen anderen Kompositionen hat er sich darin mit einem gesellschaftlichen Außenseiter beschäftigt. Genau diesem Stoff hat sich jetzt das Theater Bremen angenommen.

Falstaff ist ein Aufreißer und ein Trinker, der in die gute Gesellschaft des britischen Windsor hineinplatzt und versucht, zwei reiche Frauen zu verführen und an ihr Geld zu kommen. Dabei wird er schnell durchschaut und die beiden Frauen wollen ihm eine Lehre erteilen. So entspinnt sich eine typische Verwechslungskomödie, die auf Werken von William Shakespeare basiert, nämlich "Die lustigen Weiber von Windsor" und Szenen aus "Heinrich IV.".

Opulent und pompös

Der Regisseur Paul-Georg Dittrich ist in Bremen kein Unbekannter. "Falstaff" ist bereits seine sechste Zusammenarbeit mit dem Theater Bremen. Dittrich ist für seine opulenten und pompösen Bühnenbilder und Inszenierungen bekannt, da bildet "Falstaff" keine Ausnahme. Der Zuschauerraum wird durch einen großen Laufsteg geteilt, in dessen Mitte ist eine Art runde Plattform, auf der sich viele entscheidende Szenen abspielen.

Falstaff im Theater Bremen
Szene aus "Falstaff" mit Schaupielern und Chor. Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Dittrich wollte die Geschichte durch die unverstellte Perspektive eines Kindes erzählen: Schon vor Beginn sehen wir auf der Leinwand ein kleines Mädchen, das mit Legofiguren in einem kleinen Haus spielt und man hat den Eindruck, dass die ganze Inszenierung eigentlich da in ihrem kleinen Spielzeughäuschen abläuft. Das zeigt sich auch in den Kostümen, die manchmal so schrill und glitzernd sind, dass sie in jedes Puppenhaus passen würden. Außerdem kommen immer wieder Kinder auf die Bühne und bestimmen mehr oder weniger die Handlung. Da passiert an vielen Stellen zu viel. Bei einige Szenen wird gleichzeitig auf der Bühne, im Publikum und auf der Hauptbühne gesungen und gespielt, hinzu kommen noch zwei filmende Kameramänner und Videoprojektionen. Das macht es schwierig, der Handlung zu folgen.

Musikalisch mitreißend

Vor allem musikalisch hat das Theater Bremen eine großartige, kurzweilige Inszenierung auf die Beine gestellt. Die Oper ist sowohl für die Sängerinnen und Sänger als auch die Bremer Philharmoniker eine Herausforderung: Es gibt zum Beispiel sehr viele fugenartige Elemente, bei denen sich viele Stimmen vermischen – da muss jeder Ton sitzen. Besonders die Sänger reißen das Publikum mit, allen voran der Falstaff-Darsteller Johannes Schwärsky, der in der Rolle des eigentlich total unsympathischen Lebemanns aufgeht.

Falstaff im Theater Bremen
Johannes Schwärsky (vorn), Pietro Picone und Stephen Clark in "Falstaff". Bild: Theater Bremen | Jörg Landsberg

Das Fazit unserer Theaterkritikerin Lisa-Maria Röhling: "Die Inszenierung finde ich ein bisschen zu übertrieben. Das ist schade, denn sie lenkt so von der eigentlichen Botschaft ab, die Dittrich senden will: Einen wie Falstaff, also so einen hemmungslosen und selbstbezogenen Opportunisten, wird es immer geben, in Verdis Zeiten genauso wie heute."

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 30. Januar 2022, 11:38 Uhr