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Die Nacht

ARD Radiofeature: Übertherapie am Lebensende - Ein Feature über den Umgang mit Sterbenskranken

ARD Radiofeature Übertherapie am Lebensende – Über den Umgang mit Sterbenskranken

Sterbenskranke werden oft falsch versorgt. Patient*innen werden noch kurz vor ihrem Tod mit Therapien behandelt, die ihnen mehr schaden als nützen.

Audio vom 2. August 2021
Illustration zum ARD Radiofeature, eine GElbe Fläche vor einer Person mit Beatmungsschlauch.
Bild: WDR
Bild: WDR

Übertherapie am Lebensende – Über den Umgang mit Sterbenskranken

Sterbenskranke werden oft falsch versorgt. Patient*innen werden noch kurz vor ihrem Tod mit Therapien behandelt, die ihnen mehr schaden als nützen.

Sendedaten

Sendetermin:

31. Juli 2021 um 18:00 Uhr

Sendereihe:

Feature

Unser Gesundheitssystem ist gut darin Menschen zu retten. Aber schwerkranke Menschen über ihren Zustand aufzuklären und Ihnen Behandlungsalternativen aufzuzeigen, ist oftmals nicht vorgesehen. Viele Sterbenskranke leiden unnötig.

Illustration zum ARD Radiofeature, eine GElbe Fläche vor einer Person mit Beatmungsschlauch.
Bild: WDR

So erhalten rund zehn Prozent der Krebskranken in Deutschland in den letzten 30 Tagen vor ihrem Tod noch eine aggressive Chemotherapie, die oft mehr schadet als nützt. Dabei könnte so mancher Krebskranke dank Palliativmedizin besser, manchmal sogar länger leben.

Schwer Demenzkranke bekommen noch in der letzten Lebensphase eine Magensonde gelegt, obwohl intensives Füttern ihnen gefährliche und schmerzhafte Komplikationen ersparen würde. Die Ursachen der Überversorgung von Menschen am Lebensende sind komplex: Manche Ärzte und Ärztinnen fühlen sich Gesprächen über das Lebensende nicht gewachsen. Andere lassen sich durch falsche finanzielle Anreize zu zweifelhaften Therapien verleiten. So mancher Betreiber einer „Beatmungs-WG“ setzt auf Gewinnoptimierung und lässt die Kranken an der Maschine, weil er gar kein Interesse hat, die Menschen von der Maschine zu entwöhnen, damit sie wieder selbständig atmen.

Bei all dem bekommen Patientenverfügungen nicht immer die Beachtung, die ihre Verfasser*innen sich wünschen.

Von Martina Keller
Produktion: WDR 2019
Redaktion: Dorothea Runge

Über die Autorin:

Martina Keller arbeitet als freie Journalistin in Hamburg zu Themen aus Medizin und Wissenschaft und ist Autorin für Radiofeatures der ARD, für Printmedien wie DIE ZEIT, Der Spiegel oder Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 2012 gehörte sie einem Team des "International Consortium of Investigative Journalists" an, das die Verflechtungen des internationalen Leichenhandels recherchierte. Für das ARD-Radiofeature Übertherapie am Lebensende wurde sie 2020 mit dem Journalistenpreis "Evidenzbasierte Medizin in den Medien" ausgezeichnet.

Martina Keller
Bild: Hartmut Schwarzbach/argus