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Sounds mit Christine Heuck

Neue Alben Geheimtipp Jono McCleery und Eli Reed mit "soulifiziertem" Country

Autorinnen und Autoren

Colin Hay ist ein versierter Song-Schmied, Jono McCleery veröffentlicht sein sechstes Album und Eli "Paperboy" Reed ehrt Countrylegende Haggard mit einem Tribute. Die besten Alben der Woche kommen von Harald Mönkedieck, Simon Brauer und Max Spallek.

1 Colin Hay mit musikalischem Deeptalk

Colin Hay mit Gitarre auf der Bühne, Berlin 2019
Leidenschaftlich an der Gitarre: Colin Hay. Bild: DPA | Pop-Eye/Christian Behring

Seine Stimme ist Teil des Pop-Kanons der 1980er-Jahre. Mit der Band Men At Work und Hits wie "Down Under" oder "Who Can It Be Now" wurde der australische Sänger und Songwriter Colin Hay international bekannt. Mit Ende sechzig blickt der Singer-Songwriter vor allem zurück auf eine lange Solo-Karriere. Und er legt Tiefe und Nachdenklichkeit in den Titel seines neuen Albums: Now And The Evermore – Das Jetzt und die Ewigkeit.

Wie klingt's?

Colin Hay ist ein kluger und versierter Song-Schmied. Ein Folkie mit Pop-Tendenzen alter Schule. Die großen existentiellen Fragen schleichen sich dabei immer wieder in seine Songs. Das große Thema dieses Albums: Wie stellen wir es an, unsere Zeit sinnvoll solange es geht im Jetzt zu gestalten, mit einem Blick auf das Mysterium der Ewigkeit.

Warum hören?

Das Universum bleibt auch für Colin Hay ein großes Mysterium, doch er findet Freude in seiner Neugier. Hay sieht Wunderbares auch im Alltäglichen und im Kleinen – in jedem in die Welt geschickten Song. Doch es bleiben Fragen. Zum Beispiel die nach dem noch ominösen Punkt ohne Wiederkehr. Sie steht am Ende dieses sehr hörenswerten Songwriter-Pop-Albums.

Albumcover Colin Hay "Now and the evermore"

Colin Hay: "Now and the Evermore"

Mit der Band Men At Work wurde der Australier Colin Hay international bekannt. Mit Ende 60 blickt der Sänger aber vor allem auf eine lange Solo-Karriere zurück.

Bild: Compass (H'Art)

2 Held der zweiten Reihe – Jono McCleery

Porträt von Jono McCleery mit Gitarre
Frühere Ausflüge in die elektronische Musik sind fast vergessen. In "Back to the roots"-Manier liefert er wieder klassische Singer-Songwriter Stücke. Bild: Allessandra Leima

Man kennt es vielleicht: Da hört man mit Leidenschaft seit Jahren die Musik einer Künstlerin, eines Künstlers und merkt plötzlich, dass man im Bekanntenkreis der einzige Fan ist. Dabei hätte die Musik ein viel größeres Publikum verdient. Der folgende Künstler könnte ein solcher sein: Jono McCleery. Sein neuestes Album heißt "Moonlit Parade".

Wie klingt's?

In nur fünf Tagen wurden die neun Songs aufgenommen. Sehr schnell also und auch sehr unmittelbar und spartanisch. Lediglich vier Musiker sind zu hören: Bass, Keyboard, Schlagzeug, Gesang. Die früheren Ausflüge in die elektronische Musik sind fast vergessen. Ansonsten erleben wir einen direkten, wunderbar intimen Sound. Die Stimme McCleerys hat dieses raue Timbre, das man von anderen Singer-Songwritern kennt. Nur, dass hier eben auch der Soul eines Terry Callier oder Marvin Gayes auf die folkloristische Sehnsucht eines Nick Drakes trifft.

Warum hören?

Das Album wirkt nie konstruiert, alles ist aus einem natürlichen Guss. Vielleicht wird Jono McCleery niemals die Anerkennung der Massen erfahren. Aber das ist im Grunde egal, so lange er solche in sich stimmige und bewegende Platten veröffentlicht.

Albumcover von Jono McCleery "Moonlit Parade"

Jono McCleery: "Moonlit Parade"

Bereits 2008 veröffentlichte der Londoner Jono McCleery seine ersten Songs in Eigenregie. "Moonlit Parade" ist das mittlerweile sechste Album des in Rotterdam lebenden Engländers. Manche Künstler werden zu wenig gehört – das sollte sich mit diesem Album ändern!

Bild: Ninety Days Records

3 Mix aus Country und Soul

Eli Paperboy Reed am Mikrofon mit Gitarre auf der Bühne
Eli "Paperboy" Reed, der in Brookline bei Boston aufwuchs, wurde durch seinen Vater an die afroamerikanische Popmusik herangeführt. Bild: Imago | Pop-Eye/Christina Kratsch

Er war der einzige echte Outlaw in der Countryszene: Merle Haggard. Bitterarm aufgewachsen, aus Erziehungsheimen abgehauen, auf die schiefe Bahn geraten und im Gefängnis gelandet. 1958 erlebt Haggard als Häftling das legendäre Knast-Konzert von Johnny Cash, "Live at San Quentin". Er beschließt, auch Musiker zu werden und wird selbst zur Countrylegende. Jetzt erscheint ein Tribute-Album, das Merle Haggard auf außergewöhnliche Art und Weise ehrt: Der Soulsänger Eli "Paperboy" Reed hat aus Haggards Countrysongs ein Soulalbum gemacht.

Wie klingt's?

Für sein neues Album "Down Every Road" hat sich Reed seine zwölf liebsten Haggard-Songs geschnappt und "soulifiziert" - also mit Bläsern versehen, mit einer funky Gitarre und einer wummernden Hammondorgel. Die Idee, Country in Soul zu verwandeln, habe er schon seit Jahren mit sich herumgetragen, sagt Reed. Schließlich haben doch beide Genres ihren Ursprung im Blues und sind bis heute die wichtigsten Wurzeln der US-amerikanischen Musik.

Warum hören?

Es spricht für die Songwriter-Qualitäten von Merle Haggard, dass Reed die Stücke kaum verändern musste. Und es spricht für Eli "Paperboy" Reed, dass er äußerst respektvoll mit den Songs seines Countryhelden umgeht und ihnen trotzdem neues Leben einhaucht. "Down Every Road"– ein rundum gelungenes Tribute-Album, denn Reed kann beide Arten von Musik: Country und Soul.

Albumcover von Eli Paperboy Reed "Down every road"

Eli "Paperboy" Reed: "Down every road"

Der Soulsänger Eli "Paperboy" Reed hat ein Soulalbum gemacht – ein Tribute-Album, das die Countrylegende Merle Haggard auf außergewöhnliche Art und Weise ehrt.

Bild: Yep Roc (H'Art)

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 26. April, 12:28 Uhr